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Nach dem Oscar kommt der Emmy: Schaller und Foltyn für Trinity 2 geehrt

Für Dr.-Ing. Roman Foltyn und für Curt O. Schaller ist es nach dem Technik-Oscar 2025 die zweite große Ehrung in zwei Jahren.
Die Academy of Television Arts & Sciences hat am 14. Oktober 2026 im Saban Media Center in North Hollywood Curt O. Schaller und Dr.-Ing. Roman Foltyn mit dem Engineering, Science & Technology Emmy Award ausgezeichnet. Sie würdigt die Entwicklung des Trinity-Kamerastabilisierungssystems, bekannt als Arri Trinity 2. Der Preis honoriert die Überwindung der Grenzen herkömmlicher körpergestützter Stabilisierungssysteme und den Einfluss dieser Ingenieurleistung auf die Fernsehproduktion. Foltyn war nicht vor Ort: FoMaSystems-Co-CEO Rainer Maertin nahm den Emmy gemeinsam mit Teammitgliedern stellvertretend für ihn entgegen.
Trinity 2 kombiniert mechanische Stabilisierung am Körper mit einem elektronisch stabilisierten, motorisierten Kamerakopf. Bild und Horizont bleiben in jeder Lage ruhig. Die Kamera wechselt in einer einzigen Einstellung von bodennahen zu hohen Positionen und rotiert um 360 Grad um die Objektivachse. Für Bewegungen, die früher mehrere Geräte und Einstellungen erforderten, genügt ein System. Tilt- und Roll-Bewegungen lassen sich per Handrad, Joystick oder Schwenkgriff fernsteuern; Bewegungen und Objektivfunktionen sind vorprogrammierbar.
Im Einsatz ist das System im Kinofilm ebenso wie bei Serien, Live-Shows, Konzerten, Sportübertragungen und Preisverleihungen. Es kam unter anderem bei »One Battle After Another«, den beiden jüngsten »Mission: Impossible«-Filmen und »1917« zum Einsatz. Hinzu kommen Welttourneen von Taylor Swift und Beyoncé sowie Super-Bowl-Halbzeitshows.
Schaller begann 2012 mit dem Konzept, Foltyn kam im Oktober 2014 bei Sachtler dazu. Sie entwickelten Trinity auf Basis des Maxima Gimbals weiter. 2015 stellten sie das serienreife System auf der IBC vor, 2016 übernahm Arri das Stabilisierungsgeschäft, 2022 folgte Trinity 2. Schaller verantwortete das Konzept, Design und die Entwicklung, Foltyn das Hard- und Softwaredesign des motorisierten Kopfes. Dafür erhielten beide 2025 bereits den Scientific and Engineering Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
Schaller ist Kameramann, Steadicam Operator und Entwickler. Für Sachtler entwarf er die Artemis-Linie, von 2016 bis 2025 leitete er als Produktmanager die Kamerastabilisierungssysteme bei Arri. Er sagt zur Auszeichnung: »Trinity begann als Idee – aus dem, was ich als Kameramann und Operator über Bildgestaltung und in Jahrzehnten der Artemis-Entwicklung gelernt hatte. Dass daraus gemeinsam mit Dr. Roman Foltyn und einem hochmotivierten Team ein System wurde, das 2025 mit dem Oscar und 2026 mit dem Emmy gewürdigt ist, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Mein Dank gilt allen, die daran mitgewirkt haben – vor allem aber den Trinity-Operators weltweit, die damit jeden Tag aufs Neue kreative Grenzen verschieben.«
Foltyn ist Elektroingenieur, Unternehmer und Erfinder. Er ist Co-Managing Director und Chief Engineer von FoMaSystems, das Kamerastabilisierungs- und Motion-Control-Systeme in Deutschland entwickelt und fertigt. Er erklärt: »Es ist eine große Ehre, diesen Emmy entgegenzunehmen. Arri Trinity 2 ist das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit, Zusammenarbeit und eines engen Austauschs mit den Menschen, die das System in der Praxis einsetzen. Ihre Arbeit hat gezeigt, was möglich wird, wenn Technik Kameraleuten mehr Freiheit gibt, anstatt ihnen vorzuschreiben, wie sich die Kamera bewegen soll. Zu sehen, wie Kameraleute die Technologie über unsere ursprünglichen Vorstellungen hinaus weiterentwickeln und diese Freiheit nutzen, um neue Formen des Geschichtenerzählens zu schaffen, ist seit jeher der Kern von Arri Trinity: Imagine the impossible.«
































