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Kurz und knackig – KW 45/2026

P7S1: Umsatz runter, Gewinn rauf. Prime Video: »Aus eigener Kraft rentabel«. KI: Software ohne Emotion / Wertschöpfung besteuern. Staatsvertrag: Radio-Änderungen. SRG: Bald wieder analog.
Unternehmen
Trotz von Q1 bis Q3 um 11% auf 2,244 Mrd. € gefallener Umsätze rechnet der TV-Konzern (75,6% MFE/Berlusconi) mit einem um fast 25% auf 198 Mio. € steigenden Gewinn. 2025 wurden die Programmausgaben um 126 auf 588 Mio. € reduziert. Der Konzern hatte 6.212 Beschäftigte. Das sind 800 weniger als Ende 2024, von denen 500 Menschen rund 67 Mio. € Abfindungen erhielten.
Das 50/50 Venture von Highlight Communication und Acunmedya, das kaum noch Sport sendet, hat sich aus den Kabelnetzen von Vodafone zurückgezogen, verhandele aber über eine Rückkehr. Im Geschäftsbericht 2025 waren u. a. Schulden für Rechte über 57,5 Mio. € ausgewiesen.
CEO Andy Jassy erwartet nach 3 Quartalen einen Jahresumsatz in zweistelliger Milliardenhöhe, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Der Streamer sei »nun aus eigener Kraft rentabel«. Allein Amazon MGM Studio habe in 2026 bisher rund 1,2 Mrd. $ umgesetzt.
Der Computerkonzern prognostiziert wegen des Anstiegs der Preise und Lieferproblemen bei Chips, vor allem für Rechenzentren, für das laufende Geschäftsjahr nur 16 statt der erwarteten 17 Mrd. $ Umsatz. Nach der Bekanntgabe verlor die Aktie 22%.
Broadcast & Produktion
Springer SE verlängerte die Verträge über die Sat-Verbreitung von Welt HD (kostenpflichtig HDplus) und N24 Doku SD (frei empfangbar) über Astra 19,2 Grad Ost mit SES »bis ins nächste Jahrzehnt« – also für mindestens fünf Jahre.
Mit »Wartungsarbeiten« begründet das ZDF die Inaktivität der Online-Version des Videotextes seit der Warnung vom 21.10. vor einer Schwachstelle in der Programmiersprache PHP.
Anfang 2027 wird der Videotext komplett abgeschaltet. Die Nutzung sei zu gering, hieß es auf Anfrage des Fachdienstes dwdl. Der Text wurde 2025 auf Programminformationen reduziert.
Künstliche Intelligenz
Deutschland braucht bei der KI »mehr Freiraum für Innovation«, forderte Digitalminister Wildberger (CDU) im Vorfeld des Berliner Digitalgipfels. Bildungsministerin Prien (CDU) in einem Interview: »Wenn Wertschöpfung im Wesentlichen über Künstliche Intelligenz funktioniert, muss das auch besteuert werden«.
Deutschlands »Hightech-Branche ist noch zu klein und die Verwaltung ist zu wenig digitalisiert«, so die Münchner Analysten. Das Bildungssystem passe sich nicht schnell genug an. Der IKT-Sektor leiste 4,6% der Bruttowertschöpfung; Deutschland liege da nur im unteren EU-Mittelfeld.
Mehr als jeder vierte Jugendliche konsultiert eine KI zu persönlichen Themen. Von 547 befragten 14- bis 16jährigen führen 28% persönliche Gespräche mit Chatbots. Von ihnen sprechen 55% über Gesundheit, 48% Ernährung und 47% Sorgen und Probleme.
Das kanadisch-deutsche KI-Venture warb 7 Mrd. kanadische Dollar ein. Die größte private Kapitalaufnahme der Technologiebranche Kanadas setzt den Firmenwert auf ca. 35,7 Mrd. CA$ (22,84 Mrd. €). Hauptinvestor ist die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), die in europäische KI-Infrastruktur investieren will.
Die Verteidigungsminister Pistorius und Streeting wollen die militärische Zusammenarbeit in Sachen KI ausweiten, so der Brite in einem Interview. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sieht auf dem Gebiet bereits ein Wettrüsten.
2027 sollen die Ausgaben des Staates für KI und Rechentechnik auf umgerechnet 14,3 Mrd. € fast verdoppelt werden. So werde das Militär zu einer »intelligenten Elite-Streitmacht« ausgebaut, hieß es bei der Vorstellung des 2027er Etats.
Der Bundesstaat New York schreibt jetzt eine Alterskontrolle bei »KI-Begleitern« vor. Software dürfe nicht den Eindruck machen, sie sei »menschlich oder lebendig oder empfinde menschliche Emotionen«, so die Begründung.
Der KI-Entwickler (»Claude«) machte zwischen Januar und September 2026 rund 104 Mrd. $ Verlust. Jedoch wurden 33,2 Mrd. $ (Q1-Q3/25: 2,5) Mrd. $ umgesetzt. Das geht aus dem Werbeprospekt für den bevorstehenden Börsengang hervor. Der Wettbewerber OpenAI verschob seinen Börsengang auf 2027.
Der Computerkonzern beendet die Nutzung seines KI-Assistenten »Copilot« auf TV-Geräten von Samsung und LG zum 21.12. LG-Besitzer kritisierten einen nicht entfernbaren Shortcut auf den Screens, der den internen Browser ausbootet. Microsoft nannte keine Gründe.
Streaming
Wegen der in Urteilen über Patentverletzungen untersagten Nutzung von 4K Ultra HD und HDR sprach die Verbraucherzentrale Niedersachsen eine Abmahnung aus und verlangt eine Unterlassungserklärung bis zum 20.11. Trotz der eingeschränkten Bildqualität wurde der Abopreis für Premium-Kunden nicht reduziert; dies sei eine Irreführung.
Filme, Festivals, Kino, Förderungen

Die Nationalversammlung stimmte für die Aufhebung von Steuervergünstigungen für Videoplattformen à la YouTube, die eine Beteiligung an der Filmproduktion stimulieren sollte. Die Plattformen sollen nun dazu gezwungen werden. Der Gesetzgebungsprozess geht weiter.
Radio, Audio
Das Kunst- und Kulturradio, bisher nur in Chemnitz, Dresden und Leipzig digital on air, bekam von der Medienanstalt SLM eine landesweite Zulassung für DAB+. Der Umstiegstermin und die Verwendung der regionalen Ressourcen sind offen.
Aufgrund des »Reformstaatsvertrages« stellt der BR nach seinem Jugendkanal BR Puls, BR Verkehr und BR24Live auch diese digitale Musikwelle über DAB+ zum 9.11. ein. Die freien Kapazitäten werden laut BR nicht durch Radios anderer ARD-Anstalten genutzt.
Um Sendeplätze im DAB+-Kanal 7B für die Hauptstadt bewarben sich 6 Unternehmen, darunter BBC World Service und die Countrywelle The Wolf. Die Ausschreibung für »mindestens einen« Programmplatz wurde erst am 15. Oktober veröffentlicht.
Der Newskanal SWR aktuell bildet ab Januar 2027 im Zuge des »Reformstaatsvertrages« mit HR Info ein Gemeinschaftsprogramm. Laut Berichten bleibt der Name erhalten. Zudem werde dort künftig auch Werbung ausgestrahlt.
Die jährliche Herbst-Werbekampagne startet am 9.11. Bis zum 22.11. beteiligen sich ARD, D-Radio und Privatsender mit diversen crossmedialen Aktivitäten. Ein Schwerpunkt ist die Information über die neue Option Automatic Safety Alert (ASA), über die behördliche Sicherheitsinformationen empfangen werden.
Im Zuge der von Digitalgegnern erzwungenen Rückkehr zu UKW reaktiviert die ÖR-Anstalt ab Mitte November die Versorgung von 80% der Schweizer. Die Kosten von 6,5 Mio. SFr. (5,95 Mio. €) müssen durch zusätzliche Einsparungen finanziert werden. Einen weiteren Ausbau macht die SRG von der Nutzung und der Finanzierung abhängig.
Medienrecht, Gesetze, Urteile
Mit internationalen Partnern wurde ein Android-Botnetz zerschlagen. Es beruhte auf einer Hintertür mit der Schadsoftware XCPE in 1,3 Mio. Settopboxen der chinesischen Firma Videostrong. Das soll für Werbebetrug und heimliche Datenerfassung bis zur Nutzung privater Internetzugänge für kriminelle Aktivitäten genutzt worden sein. In Deutschland könnten bis zu 42.000 Geräte infiziert sein.
Märkte, Studien, Statistiken
Der neue Bericht »Das Europäische Freiheitsgesetz und Schutzvorkehrungen für Medienpluralismus« untersucht das Spannungsfeld zwischen rechtlicher Theorie des EMFA und der effektiven Wahrung der demokratischen Integrität und des Vertrauens in öffentliche Informationen.
Internationales

Reporter ohne Grenzen hat erstmals Donald Trump als »Feind der Pressefreiheit« gelistet. Er gehe verstärkt gegen unliebsame Medien vor und behindere deren Arbeit. Die Liste verzeichnet 33 Akteure, die unabhängigen Journalismus gezielt angreifen. In der Länder-Rangliste liegen die USA mit historischem Tief auf Platz 64 von 180 Ländern; an der Spitze steht Norwegen, Deutschland ist auf Platz 14.

Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks streikten am 3.11. gegen den Plan der rechtspopulistischen Regierung, die Rundfunkgebühr durch eine regierungskontrollierte Steuerfinanzierung zu ersetzen und das Budget um 15% zu kürzen. Der TV-Newskanal zeigte einen verdunkelten Newsroom und Moderatoren in schwarzer Kleidung.
Die unabhängige »Nowaja Gaseta« (Neue Zeitung) stellt ihr Erscheinen am 9.11. aufgrund existenzieller Behinderungen durch Behörden ein. Die Finanzierung über Spenden wurde blockiert, die Räume zum 9.11. gekündigt. Ein YouTube-Video der Redaktion hat den Titel: »Wir sind nicht gestorben, man hat uns zusammen mit der Verfassung getötet«.

Die britische Branchenorganisation Digital TV Group hat ihre Spezifikation für TV-Empfänger im D-Book 12.12. aktualisiert. Dies beinhaltet u. a. die Umsetzung von Empfehlungen der Medienbehörde Ofcom zur altersdifferenzierten Nutzung von IPTV sowie die Integration der HbbTV-Version 1.8.1.
Südkoreanische Behörden wollen »strafrechtliche Schritte gegen Schüler einleiten«, die bei der nationalen Prüfung für die Hochschulaufnahme mit Smart Glasses erwischt werden. Ziel ist eine Dreijahressperre für die Zugangsprüfung zu Spitzenuniversitäten.
Personalia
Die ARD veröffentlicht die Bezüge aller Intendanten. Demnach war SWR-Chef Kai Gniffke 2025 mit rund 400.000 € Bestverdiener. Von der Transparenz-Website aus sind zudem Seiten der Sender mit Angaben zu den Bezügen der Direktoren zugänglich.
Die Produzentin Sarah Kirkegaard verlässt nach 20 Jahren die Berliner Constantin-Tochter Moovie. Neben Projekten mit anderen Partnern wollen beide Seiten auch künftig gemeinsame Projekte realisieren.
Matthias Hahn wurde zum Senior Director Strategic Account für die Sicherheits- und Streamingprodukte der Kudelski-Tochter berufen.

 

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