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Flare-Sets für anamorphotische Arri/Zeiss-Objektive

Für die noch relativ junge Serie von anamorphotischen Objektiven, die Zeiss für Arri baut, gibt es nun ein neues Zubehör für die kreative Bildgestaltung: Flare Sets, bestehend aus einzeln oder gemeinsam nutzbaren Front- und Rear-Gläsern, mit denen sich Linsenfehler erzeugen lassen, wenn man diese als Element des jeweiligen Film-Looks haben will.
B_0315_Arri_Master_Anamorphic_50Wem die Master Anamorphics von Arri/Zeiss zu »cleane« Bilder liefern, der kann nun mit einem spezifischen Flare Set nachhelfen, und aus künstlerischen Gründen gewünschte Blendenflecken, Geisterbilder und Schleiereffekte bei Bedarf nachrüsten.

Für Techniker muss das frustrierend sein: Jahrelang haben sich die Ingenieure der Objektivhersteller abgemüht, um Optikkonstruktionen und Oberflächenbeschichtungen zu entwickeln, die möglichst wenig Verzerrungen, Farbfehler, Blendenflecken und andere Abbildungsfehler aufweisen. Das Ziel war die perfekte Bildwiedergabe.

Und nun empfinden etliche Anwender den damit möglichen Look als zu perfekt, zu kalt und künstlich — zumindest für bestimmte Filmprojekte. Also schaffen Arri und Zeiss Abhilfe und bieten als Zubehör für ihre auf den szenischen High-End-Markt zielenden anamorphotischen Objektive spezielle Front- und Rear-Gläser an, mit denen man wieder Lens Flare erzeugen kann, also Blendenflecken oder Linsenreflexionen. Die Flare-Sets sind also Gläser, die dazu dienen, das Bild bewusst, aus künstlerischen Gründen zu verschlechtern — und zwar schon bei der Originalaufnahme, also unkorrigierbar.

Für jede der sieben Festbrennweiten aus der Master-Anamorphic-Baureihe gibt es ein spezielles Flare Set aus zwei Glaselementen, die anstelle der normalerweise dort montierten Elemente, vorne und hinten auf das Objektiv aufgesetzt werden. Vorderes und hinteres Element können einzeln oder in Kombination genutzt werden. Daraus ergeben sich drei verschiedene Flare-Effekte.

Um die Glaselemente wechseln zu können, benötigt man ein spezielles Werkzeugset. Der Wechsel soll damit innerhalb weniger Minuten möglich sein.

Erreicht wird der Flare-Effekt durch verschiedene Beschichtungen, die das Entstehen von Blendenflecken, Geisterbildern und Schleiereffekten begünstigen. Die Stärke dieser Effekte kann durch eine weit offene Blende und absichtlich auf das Objektiv gelenktes Licht verstärkt werden.

Bis auf diese gewünschten Effekte haben die Flare Sets laut Arri/Zeiss keinen Einfluss auf die Abbildungsqualität, etwa was Schärfe, Vignettierung oder Abschattung in den Bildecken betrifft.

Autor: red

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