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Video: Adobe After Effects bekommt einen KI-Assistenten
Der Assistent ist ab Beta-Build 7 verfügbar. Er öffnet sich über ein Icon in der Kopfleiste oder über »Window« > »Assistant«. Adobe stellt klar, wofür er gedacht ist: Er soll nicht den Artist ersetzen. Er soll die mühsame Arbeit erledigen, die den Spaß am Gestalten nimmt. Dazu gehören etwa die Fehlersuche in Expressions, das Umstrukturieren übernommener Projekte oder die Rechtschreibprüfung von Textebenen.
Jason Druss zeigt den KI-Assistenten für After Effects.
Zwei Kernkompetenzen
Adobe hat den Assistenten gezielt auf zwei Aufgaben optimiert: Projektorganisation und Expressions. Er kann ein komplettes After-Effects-Projekt analysieren, nicht nur die geöffnete Komposition. Auf Anweisung erklärt er die Projektstruktur, organisiert sie neu, benennt Elemente um und vergibt Farbcodes. Das ist praktisch bei gewachsenen Altprojekten oder bei Dateien von externen Dienstleistern, die sich nicht an die hauseigenen Konventionen gehalten haben.
Bei Expressions liest der Assistent bestehende Ausdrücke vor und erklärt sie. Er schreibt neue Expressions aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache und spürt Fehler auf. Auf Wunsch sucht und repariert er alle defekten Expressions eines Projekts auf einmal.
Stop-Motion-Look per Prompt
Am IBC-Stand demonstrierte Jason Druss, was das in der Praxis bedeutet. Er beschreibt sich selbst als jemand, der keinen Code schreiben kann. Ausgangspunkt war eine importierte Photoshop-Datei. Der Prompt forderte einen handgemachten Papiercollage-Look im Stil der 90er-Jahre, animiert mit 18 Frames pro Sekunde. Der Assistent baute daraus Expression-Rigs für alle Fotorahmen-Precomps. Die Rigs lassen sich über einfache Slider steuern, zum Beispiel für Wackelintensität, Stop-Motion-Framerate, Ankunftszeit und Pfad-Unschärfe.
Danach sammelte der Assistent auf Anweisung alle Grain-, Staub- und Kratzertexturen aus dem umfangreichen Projekt in einer neuen Komposition. Diese nutzte Jason Druss als Füllung für einen Schriftzug. Anschließend übertrug der Assistent das Expression-Rig der Fotorahmen auf die Textur. So wackelt auch die Schrift im gleichen Collage-Stil.
Die Arbeitsweise ist transparent: Ein einblendbarer Denkprozess zeigt jeden Schritt. Ist der Assistent unsicher, fragt er nach. Vor dem Einsatz bestimmter Werkzeuge holt er eine Freigabe ein. Er arbeitet mit den nativen Werkzeugen von After Effects, deshalb lässt sich jede Änderung wie gewohnt rückgängig machen.
Mehr als Expressions
Neben den beiden Schwerpunkten nennt Adobe weitere Einsatzfelder, in denen Beta-Nutzer bereits Erfolge hatten. Dazu gehören Rechtschreibprüfung und Übersetzung von Textebenen sowie verschiedene Seitenverhältnis-Varianten einer Komposition. Zudem erzeugt der Assistent Bilder und Videos direkt über Firefly und die dort unterstützten Modelle. Neue Werkzeuge und Skills kommen laut Adobe mit fast jedem Build hinzu.
Datenschutz und Kosten
Adobe trainiert nach eigenen Angaben nicht mit Nutzerinhalten. Chatverläufe werden nur vorübergehend zur Fehleranalyse gespeichert. Für NDA-Projekte ist ein Detail wichtig: Ein Vision-Tool kann bei Bedarf einen Screenshot eines einzelnen Frames aus dem Kompositionsfenster auswerten. Ob der Assistent für vertrauliche Projekte infrage kommt, sollen Nutzer selbst abwägen.
Die Beta ist kostenlos, Firefly-Generierungen eingeschlossen. Allerdings gelten ein Tages- und ein separates Wochenlimit. Zum Preismodell der finalen Version will Adobe informieren, sobald es feststeht.


















