Messe: 30.09.2011

IBC2011: ToolsOnAir zeigte »TV Station in a Mac Mini«

Dass man heute nicht mehr unbedingt viele Millionen Euro in die Hand nehmen muss, um die technische Basis für einen TV-Sender zu schaffen, das zeigte der Broadcast-Integrator und -Hersteller ToolsOnAir aus Österreich unter dem Motto »TV Station in a Mac Mini«.

Der österreichische Broadcast-Integrator und -Hersteller ToolsOnAir hat es zur IBC2011 mal wieder auf die Spitze getrieben: Mit zwei Mac Minis — also kompakten Tischrechnern, die der Hersteller Apple zu Endkundenpreisen ab 600 Euro anbietet —, einer Atem-Mischer-Box von Blackmagic und ToolsOnAir-Software für Playout und Echtzeitgrafik, lässt sich heute ein TV-Sender realisieren, der volles Programm inklusive Live-Anteilen bietet. Zu Preisen in der Größenordnung von rund 30.000 Euro für das gesamte Projekt — das ist ein Betrag, der bei der Teilnahme an einer EU-Ausschreibung im Broadcast-Bereich leicht schon an Rechtsanwaltskosten anfallen kann.

Ob man einen TV-Sender in der Praxis tatsächlich auf Basis von Mac Minis umsetzt oder vielleicht doch lieber einen robusteren Mac verwendet, das ist natürlich eine andere Frage — aber dass es heute prinzipiell geht, mit so günstiger Hardware einen Sender aufzusetzen, dieser Beweis ist ToolsOnAir mit diesem Messe-Hingucker definitiv gelungen. Und natürlich gibt es etwa im Ü-Wagen-Bereich tatsächlich immer Bedarf an platzsparenden Lösungen, die zudem auch noch eine niedrige Leistungsaufnahme bieten.

»Mit TV Station in a Mac Mini haben wir nun eine Playout-Automation, einen Video-Server und eine Echtzeit-Grafik-Lösung mit einem sehr kompakten Formfaktor. Bei 85 Watt Leistungsaufnahme stellt dieses System die effizienteste Playout-Gesamtlösung dar, die uns bekannt ist«, führt Gilbert Leb von ToolsOnAir aus.

»Wir haben unsere Feuertaufe auch bei internationalen Projekten in der Broadcast-Branche erfolgreich bestanden und über die Stabilität der Lösung muss nicht mehr diskutiert werden«, sagt Gilbert Leb über die mac-basierten Lösungen, mit denen das Unternehmen am Markt präsent ist. Als Beweis, dass es sich dabei heute auch in keiner Weise mehr um jeweils individuell handgestrickte Frickel-Lösungen handeln muss, dafür kann Leb aktuelle Projekte vorweisen: Im gesamten Baltikum wurden drei Studios installiert, die Software von ToolsOnAir nutzen. »Dabei hat der Integrator Hannu Pro bei uns einfach nur Lizenzen unserer Echtzeit-Grafik-Software JustLive erworben und die Systeme dann als Teil größerer Lösungen in Studios in Lettland, Estland und Litauen ohne unser Zutun integriert.«

Die baltischen Niederlassungen des Senders TV3 arbeiten bandlos auf P2-Basis, derzeit noch in SD, aber für HD vorbereitet. Drei News-Studio in den Hauptstädten Riga, Talinn und Vilnius mit den zugehörigen Regien/Control-Rooms wurden dort ebenso installiert, wie jeweils auch Newsrooms mit 10 bis 18 Journalistenarbeitsplätzen, an denen Browsing, Content Management, Scripting und Rohschnitt möglich sind, sowie Editing Suites. Die Echtzeit-Grafiken werden mit JustLive von ToolsOnAir erstellt und ausgespielt.

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