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»The Dude« und sein analoges Widelux-Kameraabenteuer
Technische Hintergründe, Partnersuche und ein Prototyp
Die erstmals 1958 gebaute Widelux wurde nicht mehr hergestellt, seit das Werk des japanischen Ursprungsherstellers Panon Camera Shoko im Jahr 2000 abgebrannt ist. Alle Unterlagen sind damals vernichtet worden – und somit jegliches Fachwissen von der Kamera.
Für Charys Schuler und Marwan El Mozayen war es deshalb eine Herausforderung, geeignete Firmen und Partner für den Nachbau der Widelux zu finden. Die Firma Leica, die ihren Sitz in unmittelbarer Nähe in Wetzlar hat, bekundete zwar Interesse an dem Projekt, sagte aber schlussendlich ab: Leica konzentriere sich auf das Kleinbildformat 24×36 und auf digitale Fotografie.
Charys Schuler und Marwan El Mozayen konnten dann jedoch den Maschinenbauer Wolfgang Walberer für das Vorhaben gewinnen. Er war vor seinem Ruhestand bei Heiland Elektronik (heute Heiland Vision) beschäftigt.
Sie kauften eine alte Widelux, zerlegten sie vollständig und in einem ersten Schritt rüstete Walberer eine alte Kamera mit einem neuen Gehäuse aus, das Innenleben (Verschlusszeiten, Blendenverstellung, Hemmwerk) blieb original.
Für die Serie brauchte das Projekt aber mehr Fertigungstiefe. Deshalb stieß Ende Dezember 2025 Benjamin Menge aus der Nähe von Paderborn dazu.
Der gelernte Kameratechniker vermisst Objektive und repariert in seinem Labor analoge Olympus-OM-Kameras. Zudem konstruiert er in CAD und druckt auf modernen 3D-Druckern.
Sogar komplette Zahnradsätze mit Durchmessern unter einem Cent-Stück druckte er bei dem Projekt und baute daraus funktionsfähige Werke, darunter Hemm- und Zeitenwerk. So prüfte das Team, was fertigungstechnisch machbar ist.
Die Gehäuse der neuen WideluxX-Kamera besteht nicht mehr aus Blech, wie einst in Japan, sondern aus einem Aluminiumblock. Eine Fertigungsfirma fräst die Mustergehäuse. Damit prüft das Team, ob alle Bohrungen passen, die Schrauben richtig sitzen und die Oberflächenbeschichtung die Montage nicht stört.
Besonders kritisch war die Lichtdichtheit, deshalb dürfen die Spaltmaße nicht zu groß ausfallen.
Wolfgang Walberer sagt abschließend: »Wir wollten bei der Neuentwicklung auf dem Stand der heutigen Technik das Beste herausholen: bei der Lagerung der Zahnräder, den Spaltmaßen und der Lichtdichtheit.« Im Fokus der Neuentwicklung stehen höhere Präzision, einfachere Wartung und längere Haltbarkeit.
Die erste Serie der neuen WideluxX ist derzeit in Produktion, Interessierte können sich auf einer Warteliste eintragen.

V. l. n. r.: Marwan El-Mozayen, Charys Schuler, Sue und Jeff Bridges im Garten der Bridges, Santa Barbara.
Seite 1: Jeff Bridges und seine Widelux, HR-Doku
Seite 2: Technische Hintergründe WideluxX
Autor: C. Gebhard
Bildrechte: Ingo Schmoll, Nonkonform
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