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Keep it simple

TV via Internet, Streaming und Medienkonvergenz sind derzeit die ganz großen Themen der Medienbranche. Über den Erfolg der zahlreichen neuen Ansätze und Business-Modelle, die rund um diese Schlagworte derzeit entwickelt werden, entscheidet letztlich der Endkonsument — das ist relativ unbestritten.

Zeit, dieses Thema mal ganz konkret von dieser Seite aus zu beleuchten. Dabei sollten Medienmenschen aber niemals von sich selbst ausgehen, weil sie in dieser Hinsicht ohnehin verdorben sind — und da schließt sich die Redaktion definitiv mit ein. Lassen Sie also den Blick ins Umfeld schweifen: Denken Sie an ihre privaten Freunde, an Familienangehörige. Auch entfernte Verwandte, Nachbarn, Vereinskameraden, alte Bekannte sind gut geeignet.

Wieviele davon haben ein TV-Gerät, das sie relativ regelmäßig benutzen: wahrscheinlich fast 100 %. Und bei wievielen davon können Sie sich vorstellen, dass sie, einen breitbandigen Netzzugang vorausgesetzt, bei einer Hotline die passende IP-, Router- und Name-Server-Adressen und/oder weitere Zugangs-Codes erfragen, die sie dann im Setup-Menü eines Computers eingeben, um damit dann einen schnelleren Internet-Zugang zur Verfügung zu haben, mit dem sie in dennoch mäßiger Qualität Videobilder sehen können, falls sie schon den passenden Browser oder das jeweils passende, aktuelle Plug-In dafür installiert haben?

Natürlich sind solche Überlegungen nicht repräsentativ und diese Darstellung ist sicher überspitzt, aber die Ergebnisse zu denen man auf diese Weise kommt, finden eigentlich recht häufig ihre Entsprechung in der wirtschaftlichen Realität. Beispiel gefällig?

Das eher schleppend laufende Geschäft mit Pay-TV in Deutschland, sprich: das trotz kräftigen Werbedrucks vor sich hin dümpelnde Premiere World, soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung nun mit einer neuen Maßnahme angekurbelt werden. Demnach plant die Kirch-Gruppe, neben der d-Box, die man bislang für den Empfang von Premiere World benötigte, auch eine wesentlich simplere, preisgünstigere »Volksbox« anzubieten. Die d-Box gilt Kennern der Materie als zu teuer, störungsanfällig und kompliziert. Damit soll die Volksbox offenbar Schluß machen: Sie verfügt demnach nicht über interaktive Funktionen, hat keinen Internet-Anschluß, sondern ermöglicht einfach nur das klassische Fernseherlebnis.

Jeder der für sein Medienangebot eine möglichst breite Zielgruppe anvisiert, als potenzielle Nutzerschicht die gesamte Bevölkerung in Betracht zieht, sollte daraus seine Schlüsse ziehen: Keep it simple. Sie werden sehen.

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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