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News: Kurz und knackig – KW 16/2025

Koalition: Lob. Rückzug: Malone. ZDF: Digitale Potenziale. ARD: Jugend schaut. Film: Juries für kulturelle Förderung. Netflix: Nichts ohne Südkorea.

Koalitionsvertrag

Der Sendenetzer begrüßt, dass sich CDU/CSU und SPD laut Koalitionsvertrag in der Frequenzpolitik »auf europäischer Ebene für eine Berücksichtigung aller berechtigten Interessen« einsetzen wollen. Die Koalitionäre hätten sich »ausdrücklich für eine weitergehende Nutzung der bisherigen UHF-Frequenzen durch Rundfunk und drahtlose Produktionstechnik für Kultur und Veranstaltungen ausgesprochen«. Das schaffe »Klarheit für die künftige Entwicklung von Antennenfernsehen und 5G Broadcast«.
Der AV-Branchenverband begrüßt das wirtschaftsfreundlichere Klima, das die Koalition schaffen wolle und sieht Anreize auch für die Medienwirtschaft. »Nun kommt es auf die Umsetzung an.«

Unternehmen

Jochen Schweizer hat seine letzten 10,1% an der Mydays Group an den Konzern abgegeben. Dieser kann als Alleineigentümer nun die TV-ferne Firma »optimal auf die Zukunft ausrichten«, um es dann wahrscheinlich – gemäß dem Wunsch des übernahmewilligen Großaktionärs MFE – zu verkaufen.
Die 50,1%-Beteiligung an der Event- und Beratungsagentur Match IQ wurde an Onside Sports (Hamburg) verkauft. Dies ist ein Schritt zum Umbau des Spartensenders durch den neuen 50%-Eigentümer Acun Medya (Türkei), der u.a. den Entertainment-Anteil mit Eigenproduktionen erheblich steigern will.
Warner Discovery nimmt aufgrund neuer strategischer Überlegungen Abstand von Verkaufsplänen seiner polnischen Senderfamilie TVN. Laut Meldungen könnte der Rückzug des Polen Michal Solowow (aufgrund von durch Trump verschuldeter Unsicherheit) und der frühere Ausstieg der Berlusconi-Holding MFE die Entscheidung beeinflusst haben.

Broadcast

Der Verwaltungsrat veröffentlichte ein interdisziplinäres Gutachten zum Potenzial einer künftigen digitalen Infrastruktur. Es untersucht die »relevanten medienökonomischen, medienrechtlichen und kommunikationswissenschaftlichen Rahmenbedingungen« und den Investitionsbedarf.
Laut einer ARD-Akzeptanzstudie gewinnt die Senderfamilie bei den Jungen hinzu. Bei den 14- bis 24jährigen stieg die Reichweite um 3% auf 64%, bei den 25- bis 49jährigen um 5% auf 71% und insgesamt um 2% auf 78%. Die Digitalangebote nutzen 55%, von der jüngsten Gruppe 76%.

Filmförderung

Die Filmförderungsanstalt hat die Juries für Entwicklungsförderung, Spielfilme, Dokumentarfilme, Kinderfilme, Kurzfilme und Verleihförderung im Rahmen der neuen jurybasierten kulturellen Filmförderung des Bundes berufen.

Streaming

85 koreanische Titel sind 17% der in den USA populärsten der Top 500 Importtitel des Streamers. Ware aus Südkorea löste im 2 HJ 2024 rund 7,7 Mrd. Streamingstunden aus. Das sind 8% der gesamten Nutzungszeit. Mit 7 bis 8% belegt England, mit 4 bis 5%  Japan die Plätze 2 und 3.
Der P7S1-Streamer übernimmt 14 bayerische Lokalsender in sein kostenloses Angebot. Das wurde mit der Bayern-Medienanstalt BLM und deren Techniktochter BMT vereinbart. 

Radio, Audio

In Österreich (9,1 Mio. Einwohner) wurden 1,5 Mio. DAB+-Radios einschließlich Autoradios (Ausstattungsanteil 36%) seit 2021 verkauft. Insgesamt 60 Programme werden täglich von 980.000 Menschen ab 15 Jahren genutzt, so eine Studie der Medienbehörde RTR.
Die britische ÖR-Senderfamilie darf nach Entscheidung der Medienbehörde Ofcom drei neue Spartenradios über DAB starten. Ein Ausbau von Radio 5 Sports Extra wird jedoch abgelehnt; das könne kommerziellen Spartensendern schaden.
Nach längerer Pause kehrt der digitalterrestrische Hörfunk nach Irland zurück. Im Raum Dublin laufen bereits Testsendungen des Betreibers Onic, der 11 eigene Programme anbietet. Die Bauer-Gruppe will sich beteiligen.

Märkte, Studien, Statistiken

Europäische Sender und außereuropäische Diensteanbieter konzentrierten 2023 je 95% der sektoralen Werbeeinnahmen auf sich, so die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle. Etwa 50% der Einnahmen der 100 größten Konzerne entfielen auf die Top10. Dort führte Comcast (15,3 Mrd. €) vor Disney (8,9 Mrd. €) und Netflix (8,1 Mrd. €). Als erster Sender steht die ARD mit (beitragsfinanzierten) 6,9 Mrd. € auf Platz 5, gefolgt von RTL mit 6,2 Mrd. € Umsatz.

Internationales

Die Dachorganisation der europäischen ÖR-Sender startete mit Eurovision News Spotlight ein kollaboratives Netzwerk zum Faktencheck mit Opensource-Technik zwecks Schutz vor Desinformation. Aus Deutschland sind ZDF und Deutsche Welle dabei.
Der international ausgerichtete französischsprachige Kanal TV Monde fürchtet um den Finanzierungsanteil der schweizerischen SRG von 6,1 Mio. €, falls die Rundfunkgebühr ab 2027 von 355 (382,13 €) auf 200 Franken (215,28 €) gedrückt wird. Die Politik fordert SRG auf, TV Monde aus Eigenmitteln zu finanzieren. SRG stelle zudem 10% der Inhalte von TV Monde.
Einschnitte ins Budget von BBC World werden »die Kernidentität beeinträchtigen«, zitiert ein Papier des auswärtigen Parlamentsausschusses des Unterhauses Journalisten. Die BBC plant Entlassungen und will die Auslandsbüros von sechs Direktoren in London leiten lassen. Das würde u.a. das von den USA geschaffene Informationsloch vergrößern, so die Kritiker.
Trotz einer richterlichen Anordnung verweigert die Trump-Administration AP-Journalisten weiter den Zutritt zu den für Medienleute zugänglichen Bereichen des Weissen Hauses und zu Presseterminen.
Der Prozess gegen den früheren Produzenten Harvey Weinstein wird 5 jahre nach seiner Verurteilung zu 23 Jahren Haft wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung aufgrund von Verfahrensfehlern neu aufgerollt. Das hatte 2017 die MeToo-Bewegung ausgelöst.

Personalia

Der Hauptaktonär John Malone (84) zieht sich aus dem Aufsichtsrat des Medienkonzerns zurück, bleibt dort aber Ehrenmitglied und Berater. Malone galt 2022 als Initiator eines Rechtsrucks beim seinem Newskanal CNN.
Der Bundesverband der Fernsehkameraleute wählte Frank Trautmann als 1. Vorsitzenden bis 2027 wieder. Schriftführer wurde Markus Wagner. Weiter gewählt wurden u.a. Caroline Rosenau (Vorstand Süd), Ansgar Otto (Vorstand Ost) und Dion Mieske (Vorstand Mitte).
Frauke Pieper-Heintz, seit 2022 Juristische Direktorin beim SWR, kehrt als stellvertretende Justitiarin zu ihrem langjährigen Arbeitgeber ZDF zurück. Sie übernimmt von Felix Mai, der ab 1.5. zum Justitiar des ZDF aufstieg.
Bei der schweizerischen ÖR-Anstalt wurde Vincent Aebi zum Leiter Transformation gewählt. In der neugeschaffenen Position leitet er das Transformationsprojekt »Enavant SRG«. Zuvor war er u.a. bei der Rechteagentur Infront tätig.

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