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Kurz und knackig – KW 19/2026

Künstliche Intelligenzen: Bei den Oscars unerwünscht. Empathie im Radio nur mit Menschen. Suchmaschine bei M6+. Lernte xAI bei ChatGPT? Meta: Training mit Verlags-Content?
Unternehmen
Hubert Burda Media schließt seine AV-Tochter mit 30 Beschäftigten. Das wird u.a. mit »anhaltenden Rückgängen im Bereich des linearen TV-Geschäfts und fehlender wirtschaftlicher Perspektive bei der Produktion von Inhalten für digitale Plattformen« begründet. Dort wird das Automagazin »Grip« für RTL2 produziert.
Mit einem 24-stündigen Warnstreik beim WDR wurden am 30.4. Lohnforderungen der Gewerkschaft von 7 %, mindestens 300 € für Feste, unterstrichen. Der WDR habe nur 2,0 % geboten – und das bei einer Anpassung des Rundfunkbeitrages, sonst 1,0 %. Das bedeute einen Verlust an Kaufkraft.
Broadcast
Nach dem ZDF verlängerte auch die ARD die Verbreitung ihrer Gemeinschafts- und Regionalprogramme über Astra 19,2 Grad Ost. Alle Kanäle bleiben bis 2039 auf der populären Satellitenposition und werden in HDTV ausgestrahlt.
Der Auslandssender der Bundesregierung steigt wegen der jüngsten Budgetkürzungen bis Ende 2026 aus 13 seiner X-Accounts aus. Abgesehen von den Kosten werde die redaktionelle Arbeit dort durch zunehmende Desinformation, Hassreden und extremistische Inhalte erschwert.
Produktion
Am 1. Januar 2027 wechselt der ARD-Vorsitz vom Hessischen Rundfunk zu Radio Bremen und Yvette Gerner übernimmt von Florian Hager. Künftig wird der wechselnde Vorsitz von einer permanenten Geschäftsstelle in Berlin unterstützt, die aus dem bisherigen ARD-Generalsekretariat hervorgeht. Dort wird die ARD-Unternehmenskommunikation integriert. Ziel ist es, »dass wichtige Expertise und routinierte Arbeitsabläufe verstetigt« und nicht bei jedem Vorsitzwechsel neu erarbeitet werden müssen.
Streaming
Die Streaming-Plattform der französischen Senderfamilie M6 startete innerhalb der KI ChatGPT. Nun können Nutzer mit entsprechenden Geräten sprachgesteuert nach Genre, Stimmung, Thema oder Titel suchen, ohne sich durch Menüs zu arbeiten. ChatGPT zeige relevante Vorschläge an und leite zu M6+ weiter.
Paramount will seine Streamingportale PlutoTV (bisher kostenlos, werbefinanziert) und Paramount+ (Abo) unter ein Dach für technische Infrastruktur und Werbetechnik bringen. Das sei Grundlage für die spätere Integration anderer Dienste, wird auf die bevorstehende Übernahme von Warner Discovery angespielt.
Mit der neuen Funktion »Clips« will der Streaming-Primus die mobile Nutzung forcieren. Senkrechtes Wischen führt durch eine Galerie mit Auszügen von Filmen, Serien etc. mit direkter Verlinkung oder Speichermöglichkeit.
Plattformen
#WirVerlassenX – Grüne, SPD und Linkspartei haben Elon Musks Plattform nach gemeinsamer Abstimmung verlassen. Diese sei »im Chaos versunken« – statt Information und Austausch fördere X »zunehmend Desinformation«.
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
Die 12 Institutionen im Deutschen Kinematheksverbund fordern den Erhalt der 2019 eingeführten Filmerbe-Förderung und die Rücknahme der dort vorgenommen Streichungen. »Nur eine verlässliche und auskömmliche finanzielle Ausstattung des Förderprogramms und eine Fortsetzung über das Jahr 2028 hinaus gewährleistet, dass wir unsere Verantwortung für diesen kulturellen Schatz wahrnehmen können.«
Anlässlich des 80. Gründungstags der DDR-Filmgesellschaft am 17. Mai sendet der MDR ein umfangreiches Filmprogramm. Nach dem in der DDR heftig angegriffenen Widerstandsfilm »Mein unbekannter Bruder« laufen der Spionagefilm »For Eyes Only – Streng geheim« (7.7.) und »Der Traum vom Elch« (1.12.) erstmals beim MDR. Am Jubiläumstag ist u.a. unter dem Titel »Strawalde. Ein Leben in Bildern« über den Maler und Filmemacher Jürgen Böttcher zu sehen. Alle Filme sind in der Mediathek 30 Tage nach Ausstrahlung abrufbar.
Eine Studie des Verbandes Kinos, der 65 bis 70 % des Kinoeinspiels vertritt, sieht das Kino nach Corona und trotz Streaming im Aufwind. 75 % der unter 25jährigen (+15 %) gehen gleich oft oder öfter ins Kino als vor einem Jahr. Für 73 % der Befragten gehört der Kinobesuch zum Wohlbefinden, Leinwandgröße, Bild- und Tonqualität und Sitzkomfort sind maßgeblich. Im Gegenzug gehe man dennoch 2,2 mal seltener ins Kino, weil das kurze Kinofenster Filme früher über Streaming bringt.
Nachdem der 2025 verstorbene Schauspieler Val Kilmer durch KI in einem Film erschien, änderte die US-Filmacademy das Oscar-Reglement: »In der Kategorie Schauspiel werden nur Rollen berücksichtigt, die im Abspann des Films aufgeführt sind und nachweislich von Menschen mit deren Einverständnis gespielt werden«.
Radio, Audio
Der 1. nationale DAB+-Multiplex wurde am Senderstandort Schnee-Eifel (Prüm) mit 5 kW Leistung im Kanal 5C aufgeschaltet. Laut Meldungen wurden weiteren neun Standorte in sieben Bundesländern von der Bundesnetzagentur freigegeben.
Die öffentlich-rechtliche SRG will nach der Wiedereinführung von UKW am 1. Juli bis zu 45 UKW-Sendeanlagen reaktivieren, die 85 % der Bevölkerung versorgen. Das koste jährlich 6,6 Mio. SFr (rund 7,2 Mio. €). Zwei weitere Bauabschnitte erweitern das Sendenetz auf 95 % (156 Standorte) für 14,8 Mio. SFr (16,3 Mio. €) pa. Die SRG-Medienforschung will prüfen, wie viel Hörer von DAB+ und Online den Rollback mitmachen.
Standards
Der Dolby-Wettbewerber bringt sich nach der Zertifizierung von HDR+ und Eclipsa Audio mit einem neuen Testcenter in China und dem Kinospot »Spark« wieder ins Gespräch von Kinos und UE-Branche.
Künstliche Intelligenz
Der Radiosender verzichtet auf KI-Moderationen. »Echte Menschen, echte Emotionen, echte Verbindungen« hätten Radio immer besonders gemacht. »Wir glauben: Menschlichkeit und Empathie kann man nicht programmieren.«
Elon Musk bestätigte vor einem US-Gericht, dass seine KI-Firma xAI für das Anlernen ihrer Modelle ChatGPT des Wettbewerbers OpenAI nutzte. Deren Führung wirft er vor, »eine wohltätige Organisation gestohlen« zu haben und klagt um Ersatz eines angeblichen Milliarden-Schadens.
Elsevier, Hachette, Macmillan und andere US-Verlage klagen gegen den Meta-Konzern. Dieser habe illegal Millionen urheberrechtlich geschützte Inhalte genutzt, um sein KI-Modell Llama zu trainieren. Meta weist das zurück.
Märkte, Studien, Statistiken
Paramount/Warner-Discovery versorgt in den USA 57 % der Internet-Haushalte, so Parks Associates. Damit schließt die Allianz zu Netflix (64 %), Amazon und YouTube (je 61 %) sowie Disney (58 %) auf. Der wirtschaftliche Erfolg verschiebe sich heutzutage von Flaggschiff-Diensten zu breit gefächerten, sich ergänzenden Angeboten.
Eine neue Studie beschäftigt sich mit der Rolle und Reglementierung der Werbung für kritische Produktgruppen wie Alkohol, Glücksspiel, Finanzdienstleistungen und rezeptfreie Gesundheitsprodukte in den EU27 und Norwegen.
Medienrecht
Der Sportstreamer und die Deutsche Fußball Liga erwirkten eine gerichtliche Sperranordnung gegen die Webseite livetv.sx, gegen die laut DAZN seit 13 Jahren aktive größte illegale Sportstreaming-Plattform Deutschlands. Das sei auch ein klares Signal, dass Piraterie nicht toleriert werde. Im nächsten Schritt werde gegen verbundene Ableger vorgegangen.
Medienpolitik
Nach den CDU-Fraktionen von Sachsen und Sachsen-Anhalt will auch der Chef der sächsischen Staatskanzlei Andreas Handschuh (CDU) die Hauptprogramme von ARD und ZDF zusammenlegen. Damit will er der (von der CDU forcierten) Debatte um eine angeblich sinkende Akzeptanz des Rundfunkbeitrags entgegentreten.
Der europäische Senderverbund fordert von der EU den Schutz des europäischen Mediensektors im Zuge der Novelle der Audiovisual Media Services Directive (AVMSD). Ein Fünfpunkte-Papier nimmt u.a. zu Bigtech, ConnectedTV, KI-Inhalten und der Sichtbarkeit vertrauenswürdiger Medien Stellung.
Internationales
Die Medienbehörde FCC prüfe die Lizenz des Senders ABC (Disney) und ob dieser die Kommunikationsgesetze einhalte. Drohungen von Trump in Richtung Lizenzentzug, um seinen Kritiker Jimmy Kimmel vom Bildschirm zu verbannen, kommentierte FCC nicht.
Elon Musk spart ein Gerichtsurteil: Ein Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC kostet ihn nur 1,5 Mio. $ statt der geforderten 150 Mio. $-Strafe. Laut SEC hatte Musk beim Kauf von Twitter das Überschreiten der 5 %-Marke zu spät gemeldet, was ihm 150 Mio. $ eingebracht habe.
Personalia
Jörg Schönenborn, seit 12 Jahren WDR-Programmdirektor, wechselt nach 40 Jahren von Köln nach Hamburg, um die Tagesthemen der ARD zu moderieren. Er wird aber weiterhin in der ARD Ergebnisse und Analysen bei aller Wahlen präsentieren und bleibt einer der Gastgeber des ARD-Presseclubs.

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