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Cyber Valley I in Tübingen
Die Wireworx GmbH realisierte im Rahmen ihrer Medientechnik-Planung für das Gebäude Cyber Valley I in Tübingen ein Netzwerk-Konzept, das AVoIP und »Standard“-Verwaltungsnetzwerk kombiniert. Im Ergebnis wird die komplette AV-Medientechnik des Neubaus per AVoIP über ein konvergentes IP-Netzwerk im Haus bespielt und gesteuert. Bei der von Wireworx realisierten Fachplanung und Gewerkekoordination von AV-Medientechnik, Digital Signage, Tafelanlagen und Sondermöblierung laufen alle Audio-, Video- und Steuersignale über ein IP-Netzwerk das sich Bandbreite und Verkabelung mit dem »Standard«-Verwaltungsnetzt teilt.
Auf dem Innovationscampus Cyber Valley in Tübingen ist mit dem Neubau Cyber Valley I ein Forschungsgebäude entstanden, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Tübingen AI Center der Universität Tübingen, des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme sowie die Cyber Valley GmbH unter einem Dach arbeiten.
Die medientechnische Fachplanung sowie die Gewerkekoordination für AV-Medientechnik, Digital Signage, Tafelanlagen und Sondermöblierung realisierte das Stuttgarter Medientechnikplanungsbüro Wireworx.
Der fünfgeschossige Baukörper mit rund 13.100 Quadratmetern Bruttogrundfläche gruppiert sich um ein von einer ETFE-Membran überspanntes Atrium. Genau diese architektonische Offenheit spiegelt sich auch in der geplanten Medientechnik wider. Das Gebäude soll bei Bedarf als eine zusammenhängende Kommunikationsfläche bespielbar sein – vom Foyer über die Hörsäle bis in die Besprechungs- und Seminarräume.
AVoIP-Konzept im Spannungsfeld zwischen Medien- und Verwaltungsnetz
Die gesamte Übertragung der Audio- und Videosignale sowie der dazugehörigen Steuerungssignale im Gebäude wird über ein AVoIP-Netzwerk realisiert, das sich Bandbreiten und Kabelwege mit dem Verwaltungsnetz teilt. Klassische Punkt-zu-Punkt-Signalwege entfallen bei dieser Konzeption weitgehend – Quellen und Senken sind gebäudeweit routbar.
Die eigentliche Herausforderung lag dabei weniger in der Medientechnik als in der Netzwerkarchitektur: Wireworx entwickelte gemeinsam mit der zentralen IT-Abteilung der Eberhard Karls Universität Tübingen ein Netzwerkkonzept, das die hohen Anforderungen einer latenzfreien AVoIP-Übertragung mit den Sicherheits- und Betriebsstandards eines universitären Verwaltungsnetztes in Einklang bringt. Der Betrieb der Medientechnik erfolgt dadurch nicht auf einer isolierten Insellösung, sondern in einer von der Hochschul-IT dauerhaft betreuten Infrastruktur.
Das Gebäude als Kommunikationsfläche
Das gebäudehohe Atrium in der Mitte des Gebäudes wird durch eine LED-Wand im Sonderformat und ein darauf abgestimmtes Beschallungskonzept bei Bedarf zur Veranstaltungsfläche. Die angrenzenden Hörsäle sind mit freistehenden LED-Wänden ausgestattet und lassen sich über transparente Faltwände zum Foyer öffnen – bei Veranstaltungen im Atrium dienen sie dann als Tribüne für zusätzliches Publikum.
Hochwertige Kameras und eine latenzfreie Signalübertragung ermöglichen Live-Übertragungen in TV-Qualität aus dem Foyer in sämtliche Räume des Gebäudes. Ein integriertes Digital-Signage-System bespielt sowohl die LED-Wand im Foyer als auch alle digitalen Türschilder mit Bildinhalten, Wochenstundenplänen und Raumbuchungsanzeigen.
Die von Wireworx geplanten Tafelanlagen können in den Hörsälen motorisch in die Abhangdecken verfahren werden, um den Blick aus dem Hörsaal ins Foyer freizugeben. Die Anordnung der Frontwand-Elemente – Tafel und Bildfläche – wurde für jeden Raum in Dreiseitenansichten entlang der Sichtachsen des Publikums entwickelt.
Neben diversen hybriden Besprechungs- und Seminarräumen verfügt das Gebäude über einen Multifunktionsraum, der mit flexibler medientechnischer Ausstattung sowohl als Seminarraum als auch als hybrider Konferenzraum mit Diskussionsanlage genutzt werden kann.
Barrierefreies Hören: simulationsbasierte Auslegung
Vier Bereiche – die beiden Hörsäle im Erdgeschoss, der Bereich im Foyer sowie der Hörsaal beziehungsweise Konferenzraum im 4. Obergeschoss – wurden mit Sprachbeschallungsanlagen und Induktionsschleifen ausgestattet. Die Lautsprecherbestückung legte Wireworx mittels Akustiksimulationen so aus, dass an allen Sitzplätzen eine gute Sprachverständlichkeit im Sinne der DIN 18041 erreicht wird; simuliert wurden unter anderem Sprachübertragungsindex und Schalldruckpegelverteilung. Damit werden die Anforderungen des Gleichstellungsgesetzes nach barrierefreiem Hören entsprechend der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Hörgeschädigte umgesetzt.
»Ein Gebäude, in dem an Künstlicher Intelligenz geforscht wird, muss auch medientechnisch konsequent digital gedacht sein. Ein großer Teil der Planungsarbeit lag darin, AVoIP nicht als geschlossene Insellösung zu bauen, sondern es so in die im Haus neu geschaffene und die bereits bestehende IT-Landschaft der Universität einzubetten, dass es dort langfristig funktioniert und von den hauseigenen IT-Technikern nachhaltig betrieben werden kann«, so Johannes Sprondel, Projektverantwortlicher und Geschäftsführer, Wireworx.
Ein wesentlicher Teil der Leistung von Wireworx lag in der Schnittstellenarbeit: Sämtliche für die Medientechnik erforderliche Strom- und Netzwerkverkabelung wurde durch das Gewerk Elektrotechnik (ELT) ausgeführt. Wireworx definierte dafür die Vorgaben. Hinzu kam die Planung der Sondermöblierung, Dozententische und Medienschränke für die LED-Wände.
Das Cyber Valley in Tübingen ist eines von sechs Zentren für Künstliche Intelligenz des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und soll dazu beitragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas im Bereich der KI zu stärken. Bauherr ist das Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Tübingen. Die Architektur stammt von heinlewischer. Das Gebäude wurde im November 2025 an die Universität Tübingen übergeben.











