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NAB2006: Snell & Wilcox zeigt Helios, Hyperion und mehr

Neue Partnerschaften, innovative Produkte für Signalkonvertierung und Monitoring, Software-only-Lösungen auf der Basis bestehender Produkte und ein pfiffiges Konzept, um »normalen« TV-Content auch für Mobile-TV nutzen zu können: Damit will Snell & Wilcox zur NAB2006 durchstarten.

Simon Derry, der CEO von Snell & Wilcox sieht die Zukunft des von ihm geleiteten Unternehmens weniger in einzelnen Produkten und Technologien, sondern in Systemen und Lösungen, die Snell & Wilcox seinen Kunden zukünftig gemeinsam mit Partnern anbieten will. Ein erstes Beispiel dafür, wie das konkret aussehen soll, ist eine Kooperation mit Barco beim neuen Monitoring-System Hyperion: Von Barco kommt die Display-Technologie, von Snell & Wilcox die Monitoring-Technologie.

Joe Zaller, Vice President Marketing von Snell & Wilcox, sieht in dem neuen Firmenslogan »Putting pictures to work« mehr als nur ein Motto, sondern einen neuen Ansatz für das Unternehmen und seine aktuellen wie zukünftigen Produkte. Neben einigen Erweiterungen und Verbesserungen bestehender Produkte, etwa dem neuen, integrierten DVE Impakt für den Mischer Kahuna, hat der britische Hersteller zur NAB auch vollkommen neue Produkte mitgebracht.

Das ist zum einen das schon angesprochene Monitoring-System Hyperion, das in Kooperation mit Barco angeboten wird. Hyperion soll über das normale, bisher schon verfügbare, »technische« Monitoring hinausgehen. Mit neuen Algorithmen soll Hyperion Monitoring-Funktionalität auf einem Level ermöglichen, der bisher nur erreicht werden konnte, wenn sich Menschen vor Monitore setzen und die Programme auf einer Bildschirmwand überwachen. So kann Hyperion laut Hersteller nicht nur rein technische Zusammenhänge erfassen, sondern es lassen sich Kombinationen von Parametern einstellen, die auch dann für einen Alarm sorgen, wenn Fehler auftreten, die von anderen Monitoring-Systemen nicht erfasst werden. Um das zu bewerkstelligen setzt Snell & Wilcox auf die Kennzeichnung von Programmen mittels UMID-Informationen in den Metadaten der Signale. Vom Ingest bis zum Playout kann Hyperion demnach Programme detektieren, überwachen, Fehler protokollieren und via SNTP melden. Hyperion besteht aus einem Trägersystem, das mit je einem Board pro zu überwachendem Kanal bestückt werden muss. Die Darstellung der Signale erfolgt auf einem Multiviewer-System von Barco.

Mit der zweiten großen Produktneuheit Helios geht Snell & Wilcox in einem anderen Bereich neue Wege: Helios ist eine Software-Plattform, auf deren Basis der Hersteller künftig eine wachsende Zahl von Software-only-Produkten anbieten will. Zunächst wird es auf Basis von Helios eine Transcoding-Software geben, die es den Anwendern erlauben soll, Files zwischen unterschiedlichen Systemen, auszutauschen, die den direkten File-Transfer nicht unterstützen.

Helios ist eine software-basierende Plattform, in der Snell & Wilcox die Motion Estimation des Systems PH.C sowie FormatFusion-Technologien integriert hat. Herausgekommen ist dabei ein System, das in der File-Welt so etwas wie ein Allround-Genie für automatisierte Konvertierung darstellen soll. Helios ist demnach in der Lage, Video, Audio und Metadaten zwar automatisiert, aber unter der Kontrolle des Anwenders in so gut wie jedes andere Format zu wandeln.

Helios könne in Stream- wie in File-basierenden Umgebungen eingesetzt werden und biete Resizing, Reformatting und Reshaping von Material, fasst Snell & Wilcox zusammen.

Später sollen Software-only-Versionen von vielen bekannten Snell & Wilcox-Produkten kommen: Alchemist, Quasar, Memphis, ARC, Archangel. Ziel ist es laut Joe Zaller, alle Mastering und Wandler-Produkte auch als Software anzubieten.

Auch einen eigenen H.264/MPEG-4/WM9-Software-Codec gibt es von Snell & Wilcox in der Helios-Familie. Und dieser Codec ist Teil des Mobile-Plus-Pakets, mit dem es möglich sein soll, eines der grundlegenden Probleme zu lösen, auf das Broadcaster beim Thema Mobile TV stoßen: Der vorliegende oder aktuell produzierte Content ist auf größere Displays abgestimmt. Während man etwa bei konventionellen TV-Fußballübertragungen öfter mal Totalen zeigen kann und trotzdem noch den Ball sieht, geht das bei kleinen Displays mit geringerer Auflösung nicht. Produziert man aber parallel ein separates Signal für Mobile TV, entstehen dadurch massive Zusatzkosten. Mit Mobile Plus von Snell & Wilcox soll es dazu eine Alternative geben: In einem Echtzeitprozess detektiert die Software den bildwichtigen Teil, wählt einen passenden Bildausschnitt aus dem vorliegenden Signal aus (Re-Framing), isoliert zudem den Vordergrund vom Hintergrund (in einem adaptiven Intra-Image-Prozess) und trackt den Vordergrund. Dann wird der Hintergrund stärker komprimiert und einer Noise-Reduction unterzogen, und es wird die passende Bild- und Bitrate eingestellt (die Grafik erklärt das Prinzip). Damit lassen sich laut Hersteller ganz normale TV-Produktionen automatisiert an Mobile-TV-Empfänger, also Handys und Palms und Organizer übertragen. Soll das als Live-Prozess ablaufen, ist eine Kombination aus Hard- und Software nötig, es soll aber auch eine Software-only-Version geben.

Auch für die Gegenrichtung hat Snell & Wilcox ein neues Produkt: Quasar PH.C ist ein HD-Up-Konverter, der verschiedene, schon aus anderen Produkten des Herstellers nutzt, um aus praktisch jedem Eingangssignal ein optimiertes HD-Signal zu generieren.

Damit deckt Snell & Wilcox die Haupttrends der NAB2006 mit neuen Produkten ab: Mobile TV und HD.

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Autor: red

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