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Fernsehbetrieb in Deutschland: Auf dem Weg zur TV-Fabrik

Der Gewinn muss rauf, die Kosten müssen runter und weniger Personal soll mehr und vor allem effektiver arbeiten. Wer im Medienbereich arbeitet (und nicht nur dort), dürfte diese Vorgaben nur allzu gut kennen, schließlich muss sich die Branche damit schon seit einigen Jahren auseinandersetzen.

Solche Auseinandersetzungen sind nicht immer das Schlechteste, denn manches Mal werden so Produktionsprozesse kritisch durchleuchtet und in der Folge tatsächlich optimiert. Dass das nicht immer schmerzfrei über die Bühne geht, versteht sich von selbst, doch wenn am Ende eine bessere Lösung herauskommt, nehmen das in der Regel alle Beteiligten in Kauf.

Gerade in jüngster Zeit scheinen sich die Anforderungen im Fernsehbetrieb allerdings erneut zu verschärfen: auf dem Weg zur voll digitalisierten TV-Produktionsumgebung werden plötzlich Kompromisse geschlossen, die noch vor wenigen Jahren zumindest aus technischer Sicht als undenkbar galten. Nicht selten verkaufen da die Hersteller eine »fortschrittliche« IT-Lösung, die für die Kunden in puncto Ausfallsicherheit und Qualität bestenfalls das Niveau der vorhandenen Technik-Lösung erreicht. Für die Sender wird es so immer schwieriger, die passende Hardware zu finden und zu installieren. Hinzu kommt der Druck von den Sendern selbst: Gerade bei den Privatsendern regieren die Finanzchefs mittlerweile auf allen Ebenen, und unter dem Joch der absurden Gewinn- und Renditeforderungen werden langfristige Investitions-Entscheidungen nahezu unmöglich.

Wie kommt man heraus aus dieser Situation, wie geht man um mit dem immensen Sparzwang? Für die technischen Abteilungen bei den Sendern gibt es letztlich nur eine Chance: Noch effektiver produzieren und den Übergang zur »industriellen TV-Produktion« forcieren. Wie dieser Übergang funktionieren kann, hat uns das Radio schon vorgemacht: Voll digitale Produktionsumgebungen mit entsprechenden Content-Systemen und Selbstfahr-Studios sind dort mittlerweile der Normalfall. Im Fernsehbereich befinden wir uns allerdings noch inmitten dieses Übergangs, und aufgrund der hohen technischen Anforderungen von Video läuft er nicht ganz so reibungslos, wie man sich das wünschen würde.

Die kommende IBC wird Themen wie diese sicher aufgreifen: produktseitig, aber auch in den Panels und ganz sicher an den Messeständen – denn sowohl Hersteller wie auch Kunden müssen mit diesem Trend leben und Lösungen dafür finden. Und das geht nur gemeinsam.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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