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Blick über den Tellerrand: Kinoton baut künstliche Sonne

Das Institut für Technische Thermodynamik in Köln, eine Einrichtung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), lässt von Kinoton einen Sonnensimulator entwickeln. Mit dieser »künstlichen Sonne« sollen nachhaltige Verfahren zur technischen Nutzung konzentrierter Solarstrahlung entwickelt und qualifiziert werden.

Was hat ein Hersteller von Filmprojektoren mit dem Zentrum für Luft- und Raumfahrt gemeinsam? Auf den ersten Blick gar nichts — doch auf den zweiten Blick sehr viel. Denn das Knowhow, das Kinoton bei der Entwicklung von Lampenhäusern für seine Projektoren hat, lässt sich auch in anderen Bereichen einsetzen — etwa bei der Konstruktion eines Sonnensimulators.

Kinoton setzt bei dieser interessanten Neuentwicklung auf eine weiterentwickelte Form seiner Lampenhaus-Spiegelkonstruktion. Diese Sonderkonstruktion befindet sich bereits im Teststadium: Ein Hohlspiegel mit rund 73 cm Innendurchmesser wurde mit einer XBO 6000 W/HSLA-Lampe kombiniert. Diese hocheffizienten Xenon-Lampe aus der neuesten Baureihe von Osram bietet laut Hersteller nicht nur eine optimale Lichtausbeute, sondern erzeugt auch einen besonders konzentrierten Brennfleck. Damit simulieren Kinotons Ingenieure die Wirkung intensiven Sonnenlichts. Die Tests zeigten, dass die Grundidee funktioniert: Bei ersten Tests wurden auf diese Weise sogar schon Löcher in Stahlblech gebrannt.

Für den Sonnensimulator des Instituts für Technische Thermodynamik wird Kinoton zehn dieser äußerst leistungsstarken Lampen-Spiegel-Konstruktionen miteinander kombinieren. Die Gleichrichter der einzelnen Lampen werden dazu vernetzt und lassen sich per Computer fernsteuern.

Der Sonnensimulator wird voraussichtlich eine ebenso hohe Strahlungsintensität erzeugen wie der Sonnenofen, den das Institut für Technische Thermodynamik bisher eingesetzt hatte.

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten bei deren Erforschung und Entwicklung Kinotons künstliche Sonne eingesetzt wird, gehört die chemische Speicherung von Sonnenenergie. Außerdem können damit auch Hochtemperaturwerkstoffprüfungen und Materialalterungstests durchgeführt und Aluminium geschmolzen oder Schwefelsäure abgebaut werden. Mittels Hochvakuumkammern sind auch Experimente unter Weltraumbedingungen und intensivem Sonnenlicht möglich.

Autor: red

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