Format, Kamera, Technology, Top-Story, Trend: 16.03.2013

Pandora 2013: Highspeed-Kameras — Slow down

Zeitlupen und Zeitraffer-Aufnahmen sind angesagter denn je – und das nicht nur in der Sportberichterstattung. Auch in anderen Produktionsbereichen werden zunehmend Slomos gewünscht, und deshalb bieten mittlerweile auch kompaktere und günstigere Camcorder vielfach die Möglichkeit, mit variablen Frameraten aufzuzeichnen.

Langsam trifft der Wassertropfen auf dem Boden auf, zerbirst in viele kleine Einzelteile, die sich in alle Himmelsrichtungen verteilen: Zeitlupenbilder wie diese kann man mittlerweile in vielen Produktionen bewundern, Slomos oder auch Zeitraffer-Sequenzen sind angesagter denn je.

Im Highspeed-Bereich werden schon seit längerem weit überwiegend Single-Sensor-Kameras eingesetzt. Mit dem Boom der Single-Sensor-Technik, rüsteten nun auch die Highspeed-Hersteller Features nach, die aus den Spezialkameras breiter einsetzbare Mehrzweckkameras machen. Von der anderen Seite des Marktes her kommen kompaktere Kameras, die nun auch zusehends mit höheren Frameraten aufwarten können.

Die Produktion von Super-Zeit­lupen ist daher mittlerweile nicht nur jenen vorbehalten, die Zugriff auf teure, spezialisierte Highspeed-Kameras haben: Eine stetig wachsende Zahl von »normalen« Camcordern bietet mittlerweile zumindest die Möglichkeit, im 720p-Modus Zeit­lupen mit 50p aufzuzeichnen und mit 25p wiederzugeben. Natürlich reichen diese Camcorder in puncto Bildrate und Funktionalität nicht an das heran, was etwa Kameras der Phantom-Familie von Vision Research, eine X35 von P+S Technik, eine Weisscam oder eine Olympus-Highspeed-Kamera bieten können. Aber das muss in vielen Fällen ja auch gar nicht sein: Vielen Filmemachern reichen beispielsweise die Slomo-Fähigkeiten einer Sony FS700 völlig aus, die unter den Highspeed-Spezialisten bleiben, aber deutlich oberhalb dessen liegen, was heute Standard ist.

Die zentrale Frage bei der Aufzeichnung mit variablen Frameraten ist natürlich die nach der maximalen Bilderzahl — oder genauer gesagt nach der Kombination aus Bilderzahl und dabei jeweils möglicher Bildqualität.

Im Highspeed-Bereich ebenfalls besonders wichtig: Wie lichtstark ist der Camcorder? Nur wenn der Camcorder hier einiges zu bieten hat, kann man den Beleuchtungsaufwand im Rahmen halten.

So, wie insgesamt in der Akquisition der Workflow immer wichtiger wird, ist das natürlich auch im Highspeed-Bereich: Lassen sich die Bilder auch bequem und schnell vor Ort sichten und etwa vom internen Speicher auf externe Medien übertragen? Natürlich stellt sich die generelle Frage, wie sich die aufgezeichneten Bilder in der Postproduktion ver­arbeiten lassen. Das wird insbesondere dann relevant, wenn mit hohen Bildraten gedreht wird, denn dann fallen auch hohe Datenraten an, die jede Kamera unterschiedlich angeht.

Phantom

Vision Research baut seit vielen Jahren Highspeed-Kameras unter dem Produktnamen Phantom, die in unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden. Mittlerweile ist eine ganze Familie von Highspeed-Kameras entstanden.

Phantom Flex kann in ihrer maximalen Auflösung von 2.560 x 1.600 mit bis zu 1.455 fps aufzeichnen (Sensor: CMOS, 25,6 mm x 16 mm). Die Kamera bietet einen PL-Mount, kann aber optional auch mit Nikon-F, Canon EOS- oder B4-Mount bestückt werden.

Phantom 65 kann in ihrer maximalen Auflösung von 2.048 x 2.048 mit bis zu 555 fps aufzeichnen (Sensor: CMOS, 25,6 mm x 25,6 mm). Die Kamera ist weltweit in vielen Rental-Häusern verfügbar. Standardmäßig bietet die Kamera PL-Mount, optional ist ein Nikon-F-Mount verfügbar.

Phantom HD Gold kann in ihrer maximalen Auflösung 4.096 x 2.440 bis zu 141 fps aufzeichnen (Sensor: CMOS; 52,1 mm x 30,5 mm). Die Kamera bietet standardmäßig einen Mamiya 645 Mount. PL-, Nikon-F- sowie Hasseblad-Mount sind optional erhältlich.

Aufgezeichnet wird bei allen drei Modellen in unterschiedlichsten Formaten auf interne Speicher oder auf CineMag-Aufsteckmagazine.

Phantom Miro LC320S ist im Unterschied zu den anderen Phantom-Kameras deutlich kompakter. Die Kamera erreicht 1.380 fps, wenn mit 1.920 x 1.200 Bildpunkten aufgezeichnet wird (Sensor: CMOS, 1.920 x 1.200 Pixel). Gespeichert wird auf den internen Speicher oder auf Cineflash-SSD-Medien.

Weisscam HS-2 MKII

Weisscam HS-2 MKII ist mit einem CMOS-Sensor ausgerüstet (22,18 x 22,18 mm) und kann in ihrer maximalen Auflösung von 2K maximal 1.400 fps aufzeichnen. Gespeichert wird auf einem internen Speicher. Die Kamera beherrscht Raw– und HD-Workflows.

P+S-Cam X35

Mit der PS-Cam X35 bietet P+S-Technik eine multifunktionale Kamera an, die auch für Highspeed-Einsätze ­geeignet ist. Die Kamera ist mit einem CMOS-Sensor ausgerüstet. Die X35  kann mit 1 bis 450 fps aufzeichnen, bietet einen Global Shutter, erreicht bis zu 11 Blenden Belichtungsumfang und bietet eine Basisempfindlichkeit von 800 ISO. Die X35 kann auch für Raw-Aufzeichnungen genutzt werden, eine Besonderheit der Kamera besteht dabei darin, dass sie Raw-Daten über die HD-SDI-Buchse ausgibt.

Olympus iSpeed PL

Die iSpeed PL ist mit einem CMOS-Sensor ausgerüstet, der eine Auflösung von 1.280 x 1.024 bietet. In voller Auflösung kann die Kamera mit 2.000 fps aufzeichnen, in reduzierter Auflösung von 804 x 452 Pixel sind bis zu 5.000 fps möglich. Weiter gibt es einen speziellen 720p-Aufzeichnungsmodus, und zusätzlich kann die Kamera auch 10-Bit-Raw-Daten aufzeichnen.

Sony FS700

Sonys NEX-FS700 (Test) ist so etwas wie der Einsteiger-Camcorder, wenn man möglichst viel Highspeed für möglichst kleines Geld haben möchte. Der FS700 ist mit einem CMOS-Sensor ausgerüstet (4K, 4.352 x 2.662), kann in 1080p bis zu 240 fps aufzeichnen und bringt es mit reduzierter Auf­lösung auf 960 fps. Die Aufzeichnung erfolgt dabei in AVCHD.

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Autor
Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller
Bildrechte
TranceDrumer/Shutterstock.com (Titelbild), Nonkonform
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