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Kopfhörer-Test: Sony MDR-MV1

Der »offene Studio-Monitor-Kopfhörer« Sony MDR-MV1 zum Mischen und Mastern. Wie Sonys Namensgebung schon sagt, sieht der Hersteller den Kopfhörer im Studio-Einsatz als Ergänzung oder sogar Ersatz der Lautsprecher.

Der Klang

Bei der Beurteilung des Klangs gibt es immer eine Mischung aus Geschmack, Vorerfahrung und Umgebungsverhältnisse; das macht es schwer, wirklich neutral zu beurteilen, was gut klingt und was nicht. Wirklich gut klingen soll eine Referenz-Monitor aber auch nicht, er soll nur eine möglichst realistische Darstellung bieten. Durch die neutrale Wiedergabe von Klangquellen soll jedes Klangelement in Frequenz und Raum exakt überwacht werden können. Das hilft beim Mischen und Mastern, weil es neben den Veränderungen der Klangdetails auch das Einfangen der Atmosphäre und des Raumgefühls ermöglicht. Wenn räumliche Klangquellen über Kopfhörer abgespielt werden, wird das Klangfeld »künstlich« reproduziert.

©Sony

Der Kopfhörer arbeitet mit HRTF.

Bei der Signalverarbeitung wird laut Sony die HRTF (Head Related Transfer Function) für die räumlichen Informationen der Klangquelle verwendet. Darüber hinaus wird zur optimalen Kontrolle des Luftstroms die Impedanz über einen möglichst großen Bereich angewendet, um räumliche Resonanz zu eliminieren. So erreicht der Kopfhörer laut Sony eine hohe Reproduzierbarkeit im Niederfrequenzbereich, eine hohe Frequenzbreite und eine Wiedergabe mit hoher Empfindlichkeit (5 Hz–80 kHz). HRTF modelliert, wie der Klang mit der einzigartigen Kopf- und Ohrform des Hörers interagiert und ermöglicht so eine präzise 3D-Audio-Lokalisierung. Durch die Simulation dieses Effekts bildet der MDR-MV1 eine lautsprecherähnliche Klanginszenierung nach, die das Mischen immersiver Formate wie Dolby Atmos ermöglichen soll. Um dieses Ziel vollständig zu erreichen, muss der Kopfhörer aber erst eingemessen und Sonys Virtual Mixing Environment verwendet werden. Dabei ist die Nutzung des Hörprofils mit 320 Euro im Jahr nicht ganz günstig. Zudem muss die Einmessung gesondert gemacht und bezahlt werden. Wer wissen will, wieviel das an seinem Standort kostet, und generell Interesse hat, kann eine E-Mail an sonyVME@smm-online.de schreiben.

©SonyIch habe diesen Test ohne das Hörprofil gemacht, also ist mein Eindruck ohne diese Option entstanden. Verglichen mit dem Sony MDR-M1 ist sofort hörbar, dass der Klang wie in einem größeren Raum zu sein scheint und sich mehr verteilt. Musikalische Bereiche wie Bass, Gitarren, Gesang und Schlagzeug lassen sich räumlich sehr viel einfacher unterscheiden. Die Bässe sind dabei präsent, ohne sie überzubetonen, was beim MDR-M1 schon mal leicht brummig werden kann. Die Mitten klingen allerdings meist etwas distanziert. Vor allem bei Stereoaufnahmen ist mir die räumliche Verteilung als sehr viel differenzierter aufgefallen als dem MDR-M1. Bei Spatial Audio oder einer 5.1-Mischung war die Verteilung im Raum meist gut wahrzunehmen.

©SonyLediglich Änderungen zwischen »mitte-hinten« und »seitlich-hinten« hatten akustisch lange kaum einen oder keinen Effekt. Schon wenig Druck auf die Ohrmuscheln verändert die räumliche Wiedergabe signifikant, der Sitz der Kopfhörer spielt also sicherlich immer eine große Rolle. Insgesamt ist die räumliche Verteilung aber sehr gut und scheint sich doch für eine Surround-Mischung zu eignen. Zumindest ist es eine gute Option, falls man nur mit einem Kopfhörer arbeiten kann. Mit einem Frequenzgang von 5 bis 80.000 Hz ist das Frequenzspektrum über dem, was das menschliche Gehör wahrnehmen kann. Diesen Frequenzgang bietet auch der MDR-M1, und im Vergleich dazu löst der MDR-MV1 die Frequenzen deutlicher und differenzierter auf.


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©SonyFazit

Der Sony MDR-MV1 ist ein guter Studiokopfhörer und eignet sich sehr gut für den mobilen Schnitteinsatz, wenn die Umgebung insgesamt ruhig ist. Das halboffene Design, das geringe Gewicht und die angenehm sitzenden Ohrmuscheln führen auch nach einem ganzen Tag Schnitt und Audiomischung vor dem Rechner nicht zu Ermüdungserscheinungen. Die Übertragung der Frequenzen ist authentisch, der Bass ist druckvoll, ohne zu brummen, und die Mitten werden nicht überbetont, sie wirken fast etwas zurückgenommen.

Der Autor Christoph Harrer.

Die räumliche Darstellung ist erstaunlich gut, vor allem im Vergleich zu meinen drei anderen Kopfhörern, die aber alle unter dem Preis des MDV-R1 liegen. Ohne eine vernünftige Abhöranlage ist es im Grunde nicht möglich, eine Surround-Mischung zu fertigen; mit dem MDR-MV1 hatte ich aber zum ersten Mal den Eindruck, dass ich das an einem Laptop hinbekommen habe.

Ein echtes Surround-Sound-Studio verspricht der Kopfhörer im Zusammenspiel mit Sonys Virtual Mixing Enviroment – das konnten wir allerdings nicht testen.

Wer aber einfach eine gute Stereowiedergabe am mobilen Arbeitsplatz will oder anfängt, sich mit Surround-Mischung zu beschäftigen, für den ist der Studiokopfhörer von Sony eine gute Alternative.

Seite 1: Eckdaten
Seite 2: Klang und Fazit

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Autor: Christoph Harrer

Bildrechte: Sony

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