Broadcast, Top-Story: 20.09.2004

Effizientere Workflows als Ziel

RTL realisierte in Köln den maßgeschneiderten Umstieg auf die weitgehend bandlose News-Produktion mit einem System, dessen Bestandteile der Privatsender selbst konzipiert und kombiniert hat.

»Workflow, Wirtschaftlichkeit und Effizienz waren und sind bei diesem Projekt die wichtigsten Aspekte für uns«, fasst der Ressortleiter Technical Engineering von RTL Andreas Fleuter zusammen, wenn er über Ines spricht, das von RTL gemeinsam mit Pinnacle und der RTL-Tochter S4M entwickelte, bandlose News-System. Ines steht als Akronym für »Integrated News Editing System«.

Software-Komponenten der RTL-Tochter S4M wurden bei Ines mit Editing-Systemen von Pinnacle und Teilen der bestehenden Infrastruktur verbunden, wofür RTL auch maßgebliche eigene Entwicklungen durchführte. Nur so war es aus Sicht der Projektingenieure möglich, die Anforderungen des RTL-Sendebetriebs sowie der Mitarbeiter in den Redaktionen und an den Bearbeitungsstationen zu erfüllen. Einiges läuft schon länger im täglichen Betrieb, im Herbst 2004 soll der nächste große Schritt erfolgen: dann ist der durchgängig bandlose Betrieb von der Nachbearbeitung bis zum Playout Realität.

Alain Polgar von Pinnacle sieht eine Besonderheit von Ines darin, dass es sich bei diesem Projekt um eine echte Partnerschaft zwischen dem Hersteller und dem Kunden handelt. Dabei stellt Polgar fest: »Basis eines solchen Projekts müssen Standards wie ALE, SDTI, MXF, OMFI, MOS und ähnliches sein. Hinzu kommen Tools wie die XSend- und XReceive-Funktion unserer Editing-Systeme, sowie deren APIs. Dann zählen natürlich noch die Codecs dazu: DV, DVCPRO, MPEG, IMX oder D10 und zukünftig sicher auch HDV. Das alles zusammen genommen kann aber letztlich nur die gemeinsame Grundlage bilden, und die Praxis zeigt: Bei jedem Newsroom-System, das wir mit unseren Kunden projektieren und realisieren, ist eine eigene Integration nötig. Natürlich beginnen wir dabei nicht jedes Mal bei Null, aber es wird immer zumindest einen Anteil von individueller Integration geben. Das fängt schon dabei an, dass die MXF-Integration von P2 sich von der bei XDCAM unterscheidet, gleiches gilt für die verschiedenen Geschmacksrichtungen von MOS.«

Eine entscheidende Stärke der Liquid-Systeme von Pinnacle sieht Polgar unter diesem Aspekt darin, dass diese mit ganz unterschiedlichen Speicher-, File- und Netzwerk-Systemen zusammen betrieben werden können: »Die Anpassungsfähigkeit ist hier die Stärke von Pinnacle.«

Die Zusammenarbeit mit Pinnacle lobt auch Ressortleiter Fleuter: »Es gab eine enge Kooperation auf unterschiedlichsten Levels, RTL und Pinnacle haben bei Ines auch auf der Entwicklerebene zusammen gearbeitet.« Als Pinnacle-Händler vor Ort war und ist die Firma KST Moschkau der erste Integrationspartner von RTL, wenn es um Installation, Schulung und Support im Zusammenhang mit den Schnittsystemen geht. Bei der großen Komplexität des Gesamtsystems war aber an einigen Stellen eben auch Knowhow gefordert, über das nur der Hersteller selbst verfügt. Da war es zweifellos ein Vorteil, dass die Entwicklung der Liquid-Editing-Systeme in München beheimatet ist.«

Ines ist also letztlich als Speziallösung entstanden, die auf die Gegebenheiten und Anforderungen bei RTL abgestimmt ist. Dennoch ist das System aus Sicht seiner Entwickler flexibel genug, um es jederzeit erweitern und an eventuell veränderte Anforderungen bei RTL anpassen zu können. Außerdem deckt die Funktionalität ganz offenbar auch die Anforderungen anderer Anwender so gut ab, dass diese Ines übernehmen können und wollen: So wird der von RTL übernommene Nachrichtensender n-tv an seinem neuen Standort in Köln-Ossendorf ebenfalls mit Ines arbeiten.

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T_0904_RTL_Ines.pdf

Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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