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»Mythos Wolfskind«: Terra X-Doku in 4K und mit 360°-Angebot

Die neue »Terra X«-Dokumentation geht dem Phänomen »Wolfskind« nach. Die Doku wurde vollständig in 4K produziert. Die Fernsehausstrahlung wird in HD erfolgen, in 4K steht die Dokumentation als Download und über HbbTV bereit.

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360° erfordert eine andere Schnittgeschwindigkeit

Von ZDF-Cutter Frank Flick

Bei einer Virtual-Reality-360°-Produktion wird ein Bild von mehreren Kameras aufgenommen. Die Kameras schauen aus einem gedachten Kugelmittelpunkt nach außen, der spätere Betrachter ist quasi im Mittelpunkt der Szene und kann sich im gesamten VR360°-Raum umschauen.

Bei einer VR360°-Produktion zeichnen Kameras die einzelnen Bilder separat auf, anschließend werden sie dann mit Hilfe einer sogenannten Stitching-Software wieder zu einem sphärischen Panoramabild zusammengefügt. Dieses stellt die Oberfläche einer Kugel in einer rechteckigen, flachen Projektion dar.

Als Basis für den Schnitt eines VR-Films werden alle gedrehten Motive im ersten Arbeitsschritt grob gestitched. Dies ist nötig um das gedrehte Material zu sichten, und am Schnittplatz einen Rohschnitt zu erstellen. Der Schnitt läuft wie gewohnt, die sphärischen Panoramen werden behandelt wie normale Bilder. Wenn dieser fertig und abgenommen ist, beginnt die eigentliche Arbeit. Die einzelnen Szenen der VR360°-Produktion durchlaufen nun folgende Produktionsschritte:

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Nicolas Jolliet, Spezialist für 360° Aufnahmen bereitet den Ton für die Tanzszene vor.

Als erstes werden alle ausgewählten Szenen in finaler Qualität gestitched. Die so entstehenden Bilder haben in der Regel eine Größe von 3.840 x 1.920 Bildpunkten, und sind somit etwa viermal größer als das zurzeit verwendete HD-Format. Da Framerate und Bildgröße keinem Standardvideoformat entsprechen, wird anschließend die Farbkorrektur des Films direkt am Schnittplatz durchgeführt. Dafür gibt es in der Bildgestaltung einige Plätze mit Gradinginterface und einem Baselight-Farbkorrekturplugin.

An diesen Prozess schließen sich die Retuschearbeiten an. Beispielsweise hat die Retusche einer 20-sekündigen Videoszene (ohne Kamerabewegung) eine Rechenzeit von 60 Minuten.

Diese sind notwendig, da es ja kein »hinter der Kamera« mehr gibt. Unerwünschte Bildteile, wie zum Beispiel das Stativ, müssen aus der Szene wieder entfernt werden. Um bei diesen Retuschearbeiten keine Qualität zu verlieren, wird für diesen Bearbeitungsschritt die Bildgröße auf über 100 Megapixel erhöht. Daraus resultieren extrem lange Rechenzeiten, die die Postproduktionszeit, verglichen mit einer HD-Produktion, deutlich verlängern.

Zusammenfassend kann man sagen, dass vor der Schnittzeit das Stitchen der VR360°-Szenen erfolgen muss, ansonsten kann das Material weder gesichtet noch geschnitten werden. Der eigentliche Schnitt ist absolut vergleichbar mit einer HD-Produktion, da der VR360°-Rohschnitt in HD erfolgt. Beim Schnitt muss man allerdings eine andere Schnittgeschwindigkeit beachten. Da wir, anders als bei klassischen TV-Formaten, uns in den Szenen „umschauen“ können, sollte eine VR360°-Einstellung mindestens 15 Sekunden lang sein. Die Dramaturgie muss darauf Rücksicht nehmen.

Seite 1: Herausforderungen einer 4K-Produktion
Seite 2: Bildgestaltung in 4K
Seite 3: Dreharbeiten in 360°
Seite 4: 4K erfordert eine andere Schnittgeschwindigkeit
Seite 5: Wie kann der Zuschauer 4K und 360° sehen?

Autor: Jens Monath, Matthias Haedecke, Uwe Kling, Frank Flick, Alexander Pfeiffer, Rainer Kirchknopf, Eckart Köberich,

Bildrechte: ZDF/Jens Monath (9), Mickey Bühler (1), Stavros Amoutzias (1), Jan Prillwitz (2)

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