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Halbe Portion?

Nur halb so breit wie üblich, aber trotzdem ein Vollprofi: Der AJ-D230 von Panasonic ist ein DVCPRO-Recorder für Desktop- und Multimedia-Anwendungen.

Kompakt und leicht zu bedienen: Das sind die Signale, die der DVCPRO-Recorder AJ-D230 aussendet. Der Nettopreis von 12 600 Mark macht ihn zum derzeit günstigsten DVCPRO-Recorder, den Panasonic im Programm hat. Gleichzeitig macht dieser Preis aber auch klar, daß der 230er kein Spielzeug und kein Consumer-Derivat ist. Seine Ausstattung prädestiniert ihn vielmehr als Präsentations- und Office-Maschine, vor allem aber als Player oder Recorder für das Zusammenspiel mit einem Computer-Editingsystem.

Steuern läßt sich der AJ-D230 zum Beispiel vom Computer aus über eine RS-232-Schnittstelle. Die im professionellen Editing übliche RS-422-Buchse gibt es als Option, ebenso ein DVCPRO-Terminal. Dieses Terminal ist aber ungeeignet, um es mit der IEEE-1394-Schnittstelle eines DV-Recorders zu verbinden. Videosignale lassen sich über BNC-Buchsen als FBAS- oder Y/C-Signale ein- und ausgeben, für den Ton sind zwei Cinchbuchsen vorgesehen. Mit einer Sync-Buchse läßt sich der Recorder extern synchronisieren.

Wie alle Panasonic-Recorder kann der AJ-D230 nicht nur DVCPRO-, sondern auch DVCAM-Bänder abspielen. Das Laufwerk des Recorders verarbeitet Kassetten der Größe L und M direkt, Mini-DV-Kassetten können mit dem mechanischen Adapter von Panasonic eingelegt und wiedergegeben werden. So offen die Panasonic-Recorder auf der Abspielseite sind, so fixiert sind sie, wenn es um die Aufnahme geht: Alle DVCPRO-Recorder zeichnen ausschließlich im DVCPRO-Format auf DVCPRO-Kassetten auf, das gilt auch für den AJ-D230.
Zurück zur Habenseite: Der AJ-D230 ist mit einem Timecode-Leser und -Generator ausgerüstet, auch DV-Timecode wird verarbeitet. Der Ton wird wie bei allen DVCPRO-Geräten auf zwei Kanälen aufgezeichnet. Der Pegel läßt sich mit zwei getrennten Reglern einstellen.

Für den Einsatz als Präsentationsgerät bietet der AJ-230 die Endloswiedergabe: Timecode-genau lassen sich Anfangs- und Endpunkt für die automatische Wiedergabe im Endlosbetrieb festlegen. Das funktioniert allerdings nur mit M- und L-Kassetten, nicht mit Mini-DV-Bändern. Panasonic begründet dies damit, daß die ME-Beschichtung der Mini-DV-Bänder bei starker Beanspruchung zu Problemen führen könne. Im schlimmsten Fall schmieren die Videoköpfe zu. Aus diesem Grund haben die Entwickler beim AJ-D230 auch eine Funktion integriert, die ME-Bänder nach etwa fünf Sekunden von Pause auf Stop schaltet, damit die Videoköpfe nicht zu lange über die gleiche Bandstelle flitzen.

Downloads zum Artikel:

T_IZTT_0899_RCPanAJD230.pdf

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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