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Die Schnellen fressen die Großen?

Noch ist es jung, das neue Jahr, aber einen ersten, kräftigen Paukenschlag für die Medienbranche gab es schon: Gestern gab der Online-Anbieter AOL bekannt, er wolle den Medienkonzern Time Warner kaufen. Eigentlich ist der Deal schon klar, es fehlt noch die Genehmigung der amerikanischen Aufsichtsbehörden.

Diese Hochzeit ist anders als die anderen Elefantenhochzeiten der jüngsten Zeit: Zum ersten Mal kauft ein Internet-Unternehmen ein etabliertes Unternehmen außerhalb der eigenen Branche. Hier kauft sich ein Dienstanbieter im großen Maßstab Content, also Inhalt, Programme.

Die Ankündigung dieses neuen, noch größeren Mediengiganten, der Medien wie Fernsehen, Kino, Rundfunk und Zeitschriften mit dem zukunftsweisenden Internet vereint, wird Signalwirkung haben – innerhalb und außerhalb der USA. Große amerikanische Studios und Sender wie etwa CBS und Disney schauen sich schon länger nach möglichen Kooperationspartnern um und werden diese Partnersuche jetzt sicher intensivieren. Doch es dürfte schwerfallen, ein Unternehmen von ähnlicher Dynamik und Schlagkraft wie die neue AOL Time Warner zu bilden.

Bertelsmann-Chef Middelhoff, der vor einem halben Jahr in einer Keynote-Ansprache in Montreux die europäischen Broadcaster warnte, nicht den Anschluß ans Internet zu verpassen, ist nun selbst in Zugzwang. Middelhoff war vor wenigen Jahren selbst AOL-Chef in den USA, er kann daher mit Sicherheit sehr realistisch einschätzen, was es für die europäische Medienlandschaft bedeutet, wenn jenseits des großen Teichs ein neuer Mediengigant entsteht.

Boris Becker fragte sich im Werbefernsehen beim Thema AOL noch: »Bin ich schon drin?« Die AOL-Manager haben diese Frage für Ihr Unternehmen in Bezug auf den Fernseh- und Kinomarkt nun eindeutig beantwortet.

In Deutschland wird derweil heftig über die Zukunft des Senders TM3 spekuliert, an dem Rupert Murdoch auf halber Strecke des Umbaus vom Frauen- zum Fußballsender nun sein Interesse verloren hat. Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang auch der Sendername N24. Ob schon bald nach dem Sendestart von N24, der für den 24. Januar geplant ist, auf den TM3-Frequenzen Nachrichten zu sehen sind?

Sie werden sehen.

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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