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Kirchgruppe entscheidet sich für MHP

Die KirchGruppe stellt ihre technische Strategie beim Digitalfernsehen um und will künftig die MHP-Technologie unterstützen. Damit verabschiedet sich die KirchGruppe von der bisherigen, eigenentwickelten Technologie ihrer Premiere-World-Decoder und richtet sich auf eine offene Plattform aus. Das könnte Premiere und dem digitalen Fernsehen insgesamt in Deutschland deutlich größere Schubkraft verleihen.
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Die KirchGruppe hat gestern gemeinsam mit ARD, RTL, ZDF und der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten eine Erklärung unterzeichnet, nach der die Vertragspartner die Entwicklung von MHP (Multimedia Home Platform) vorantreiben wollen. Mit diesem weitreichenden Schritt dürfte MHP und damit auch das Digitalfernsehen insgesamt, in Deutschland einen entscheidenden Schritt vorankommen.

Konkret soll es so sein, dass schon in Kürze die Nutzer der D-Box auch andere digitale TV-Programme und deren integrierte Zusatzangebote mit dieser Set-Top-Box nutzen können. Auch der umgekehrte Fall ist nun denkbar, wenn auch noch nicht real greifbar: Wer Premiere World sehen will, muss vielleicht in Zukunft hierfür nicht mehr unbedingt die D-Box kaufen, sondern kann auch ganz legal einen anderen Digital-Decoder hierfür nutzen, nur die passende Decoder-Karte muss dann noch direkt bei der KirchGruppe gekauft werden.

Die KirchGruppe kommentiert die Entscheidung in einer Pressemitteilung mit den Worten: »Diese Verständigung bedeutet das Ende der Technologie-Streitigkeiten, die die Entwicklung des digitalen Fernsehens in Deutschland und von Premiere World nachhaltig behindert haben.«

Dr. Peter Mihatsch, Geschäftsführer Technologie und Netze der KirchHolding ergänzt, dass es sich bei dieser Entscheidung um mehr als nur eine Technologie-Entscheidung handle: »Nachdem wir in der Vergangenheit zum Aufbau der technischen Infrastruktur für das digitale Fernsehen die D-Box-Technologie selbst als Pionier entwickelt haben, entfällt diese Notwendigkeit nun angesichts der Eigendynamik im Endgerätemarkt und neuer massenmarktfähiger Standards wie MHP.« Im Rahmen dieser Entscheidung werde die KirchGruppe auch die Beziehung zwischen ihrem Technologie-Unternehmen BetaResearch und Premiere World neu ordnen, so Dr. Mihatsch.

Konkret wird sich diese Ankündigung auf der Personalseite zunächst so auswirken, dass Dr. Manfred Puffer Premiere World verlässt und Dr. Helmut Stein als Geschäftsführer Technik (CTO) von Nokia zur KirchGruppe wechselt. Er soll die Umsetzung der technischen Neuausrichtung begleiten. Gabor Toth, der bei BetaDigital, später BetaResearch, die technischen Grundlagen für die Entwicklung des Digitalfernsehens bei der KirchGruppe gelegt hat, wechselt in die KirchHolding. David Gillies, bis dato stellvertretender Geschäftsführer von BetaResearch, wird kommissarisch die Geschäfte leiten.

Was die Kundenseite betrifft, ist offenbar geplant, MHP schnellstmöglich auch bei Premiere World umzusetzen. So sollen die D-Boxen, die bereits am Markt sind, software-seitig angepasst werden, ohne dass hierzu die Kunden aktiv werden müssten: »Da die D-Boxen auf Java basieren, sind sie in der Lage, MHP-Anwendungen abzubilden«, so der Pressetext der KirchGruppe, und weiter: »Der Kunde muss dazu nichts veranlassen.«

BetaResearch soll sich künftig verstärkt der Weiterentwicklung des Verschlüsselungssystems BetaCrypt, sowie ganz generell der Entwicklung von interaktiven Applikationen und Diensten widmen. Bis MHP-Produkte auf breiter Basis verfügbar sind, soll BetaResearch außerdem dafür sorgen, dass alle Set-Top-Boxen mit der Software von BetaResearch ohne jede Einschränkung auch im MHP-Umfeld benutzt werden können.

Autor: red

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