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MediaTech Hub Conference 2025: Zwischen Filmkunst und Algorithmus

Mit intensiven Debatten über die Zukunft der Medienproduktion ging die MediaTech Hub Conference 2025 in Potsdam-Babelsberg zu Ende.

Über zwei Tage versammelten sich führende Köpfe aus Film, TV und Streaming, um in Keynotes, Panels und Workshops die drängendsten Fragen der Branche zu diskutieren: Wie verändert künstliche Intelligenz die Kreativarbeit? Welche Geschäftsmodelle funktionieren noch im fragmentierten Streaming-Markt? Und wie können europäische Medienhäuser ihre Unabhängigkeit bewahren?

Die zentrale Frage: Werkzeug oder Konkurrent?

»Ist KI noch der Stift in unserer Hand – oder haben wir bereits die Hand erschaffen, die den Stift führt?« Mit dieser eindringlichen Frage eröffnete die Regisseurin und Drehbuchautorin Maria Schrader die Konferenz.

©Lars Hübner

Regisseurin und Drehbuchautorin Maria Schrader.

Sie zeichnete ein Bild vom Film als Kunstform, die seit jeher auf Technologie basiert – von den Brüdern Lumière bis zu modernen VFX. Doch mit KI verschiebe sich die Rolle fundamental: Während Technologie bisher wie »der Stift in der Hand von Kreativen« fungierte, könne sie nun eigenständig zum »zeichnenden Subjekt« werden. Schrader betonte die Unersetzbarkeit menschlicher Präsenz auf der Leinwand und forderte, dass Kino ein Ort echter Begegnung bleiben müsse.

Branche experimentiert intensiv mit Generativer KI

Rishi Coupland vom British Film Institute präsentierte die erste große nationale Studie zu Generativer KI im Film-, TV- und Games-Sektor. Die Erkenntnis: Sichtbare KI-Erfolge sind nur die »Spitze des Eisbergs« – hinter den Kulissen wird auf allen Ebenen intensiv experimentiert, von Indie-Studios bis zu internationalen Playern. GenAI wirke als kreativer Verstärker, der Workflows beschleunigt und neue Stimmen stärkt. Gleichzeitig warnte Coupland, dass Produktionshäuser ohne klare Strategien Gefahr laufen, von »AI-native Studios« überholt zu werden. 

Streaming-Markt: Wachstum bei gleichzeitiger Überforderung

Die wirtschaftliche Realität der Branche beleuchteten Jörg Bachmaier, CEO von Studio Babelsberg, und weitere Experten im Global Industry Update: Mit über 200 Streaming-Plattformen weltweit, steigenden Preisen und hoher Abwanderungsquote stehen Geschäftsmodelle unter massivem Druck. Laut aktueller Bitkom-Studie nutzen zwar 87 Prozent der Deutschen Streaming-Dienste, doch die Vielfalt überfordert viele – rund die Hälfte schaltet manchmal ganz ab, weil die Auswahl zu groß ist.

©Lars Hübner

Andre Prahl von RTL beschrieb die Herausforderung als »Balanceakt zwischen dem Erreichen von Zuschauer_innen und der Monetarisierung von Inhalten«. Jane Dribinskaya von ITV Studios betonte, dass Inhalte dort präsent sein müssen, wo die Zuschauer sind – ob YouTube, FAST-Kanäle oder TikTok. Engagement sei entscheidend.

Creator Economy fordert klassische Medien heraus

Jordan Schwarzenberger, Mitgründer von Arcade Media und Manager von The Sidemen, zeigte, wie Creator mit Authentizität die klassischen Medien herausfordern. Seine Botschaft: »Follower-Zahlen sind passé, echte Communities und Verbindungen sind angesagt.« 

Nicht eine sinkende Aufmerksamkeitsspanne, sondern die Flut an Inhalten erschwert es, die junge Zielgruppe zu erreichen – nur Content, der sofort überzeugt, wird wahrgenommen.

Vertrauen durch europäische Standards

Im Track zu vertrauenswürdiger KI wurde deutlich: Vertrauen entsteht durch Transparenz, nicht durch Blackbox-Systeme. 

©Lars Hübner

Session Generative AI for the AV-Industry.

Marie Kilg von der Deutschen Welle warnte vor Abhängigkeiten von ausländischen Tech-Ökosystemen und betonte die Bedeutung europäischer Standards. Konkrete Lösungen präsentierten unter anderem Tim Polzehl von Gretchen AI und Konstanze Neumann von news-polygraph – von multimodalen Verifikations-Tools bis zu neuen Schnittstellen zwischen Mensch und KI.

Beim MTH Startup Demo Day gewann Gretchen AI mit seiner KI-Agenten-Plattform zur Erkennung von Desinformation, Manipulationen und Deepfakes das Preisgeld von 5.000 Euro.

Fazit: Technologie und Kreativität gemeinsam denken

»Nicht Technologie allein prägt die Zukunft der Medien, sondern die Art, wie wir sie mit menschlicher Kreativität verbinden«, resümierte Konferenzleiter Peter Effenberg. Die MediaTech Hub Conference 2025 machte deutlich: Die Branche steht vor tiefgreifenden Veränderungen – wirtschaftlich, technologisch und kulturell. 

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