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Kurz und knackig – KW 33/2026

Paramount/Warner: Ellison droht Kalifornien. KI: Neuer Angriff, fehlende moralische Grenzen. Umsätze, Gewinne: KI treibt. FFA: Run auf Förderungen. Studi-Oscars: FA BW dabei. Tschüs UKW: Klassik Radio u.a.
Unternehmen
Die Tochter der Berlusconi-Holding MSE meldet einen Quartalsgewinn von 80 Mio. € im Q2/26, im Vorjahresquartal lag der Verlust bei 22 Mio. €. Jedoch sank der Umsatz wegen des Verkaufs von Randgeschäften.
Die Neuerwerbung Sky sorgt im 1. Halbjahr für ein Umsatzwachstum um 3,9 % auf 2,9 Mrd. € statt +0,1 % ohne den Zukauf. Zugleich sind die Streamer RTL+ und M6+ erstmals profitabel. Das adjusted EBITDA lag bei 239 (+79) Mio. €, wozu Sky 60 Mio. € beitrug. Die Prognose für 2026 wurde auf 7,1 bis 7,2 Mrd. € Umsatz angehoben. Der Gewinn bleibe jedoch mit 725 Mio. € etwa gleich. Binnen drei Jahren sollen Synergien von 250 Mio. € den Gewinn über 1 Mrd. € bringen.
Setzt Paramount-Chef David Ellison auf einen Eingriff seines Freundes Trump in das Gerichtsurteil, das die Verhandlung über den Deal bis März aufschiebt? Um die bis dahin fällige Vertragsstrafe von rund 1,2 Mrd. $ zu vermeiden, verlangt Ellison Verhandlungen spätestens ab Oktober. Dem mitklagenden demokratisch regierten Bundesstaat Kalifornien drohte er mit schrittweiser Abwanderung, in republikanisch regierte Bundesstaaten wie Texas, Tennessee oder Georgia, die Förderungen bieten.
Nach der EU-Kommission und weltweit mehr als 60 Staaten bzw. Behörden hat auch die britische Marktbehörde CMA den Deal durchgewunken. Dadurch entsteht eines der weltgrößten Unternehmen mit Produktionsfirmen, Studios, Streaming und TV-Kanälen. Laut Paramount schloss sich CMA dem Argument an, der Deal beeinträchtige den Wettbewerb nicht.
Im Q2/26 konnte die Streaming-Sparte trotz Überschreitens der 3 Mrd. $-Umsatzgrenze sinkende Werbeeinnahmen nicht ausgleichen. Das Nettoeinkommen brach von 1,58 Mrd. $ (Q2/25) auf nur 149 Mio. $ ein. Das sinkende Werbegeschäft drückte den Konzernumsatz um 11 % auf 8,7 Mrd. $, die Umsätze der Filmstudios fielen um 39 % auf 2,3 Mrd. $.
Im Vorfeld der Übernahme für 22 Mrd. $ durch Fox Corp. meldet Roku einen Anstieg des Plattform-Umsatzes um 25 % auf 1,35 Mrd. $ (Q2/26 zu Q2/25). Der Nettogewinn stieg auf 164 Mio. $, die Streaming-Zeit um 7 % auf 37,9 Mrd. Stunden in den USA, Kanada und Mexiko. Werbung spielte 673 Mio. $ (+25 %), Abos 548 Mio. $ (+26 %) ein.
Nach 40 Jahren Partnerschaft verkaufte Disney seine 50 %-Beteiligung an A+E Global Media an den Venture-Partner Hearst für 1,2 Mrd. $, der nun u.a. Alleineigentümer von Programmmarken wie History Channel und Lifetime ist.
Der Konzern investierte in die israelische KI-Firma Marquee, die den Profisport mit Analysen und Personalempfehlungen auf Grundlage von Daten britischer, italienischer und anderer Ligen unterstützt. Erworben wurde auch die Mehrheit an der brasilianischen Fan-Plattform Futez.
Im Q2 (Q3 des Geschäftsjahres) stieg der Gewinn, verglichen mit dem Q2/25, um 15 % auf 2,6 Mrd. €. »Der klare Fokus auf industrielle KI« treibt das Wachstum, so CEO Roland Busch.
Broadcast & Produktion
Das HDR-System Dolby Vision 2 kann über Updates eingespielt werden. Zunächst bekommen vier aktuelle Produktreihen von Hisense die »Max«-Variante mit zusätzlicher Glättung von Bewegungen (sofern der Sender ausreichende Metadaten liefert) und Helligkeits-Anpassung an die Umgebung. Upgrades älterer TVs sind nicht möglich.
Künstliche Intelligenz
Auch eine KI des Facebook-Konzerns attackierte während eines Tests fremde Computersysteme. Ähnlich wie bei OpenAI und Anthropic sei eine Fehlkonfiguration schuld: Hier habe ein Testpartner der KI den Zugang zum öffentlichen Internet ermöglicht.
Nach der eigenmächtigen Hack-Aktion des neuen KI-Modells »Astra« will die Firma Software mit weitreichenden Fähigkeiten stärker überwachen und deren Zugang zu Netzwerken und Programmiertools einschränken.

 

Ab Mitte September sollen Rechteinhaber KI-generierte öffentliche Künstlerprofile auf der Musik-Plattform mit einem Label »AI Persona Badge« selbst markieren. Um die Kennzeichnung von KI-Stücken, wie von der EU gefordert, geht es nicht.
In den USA wurde testweise eine KI-basierte Sprachsuche bei Disney+ und der Sportplattform ESPN integriert. Zuschauerfragen zu Sport-Inhalten, Statistiken und Empfehlungen sollen bei ESPN beantwortet werden. Bei Disney+ geht es um das Auffinden von Filmtiteln, die Usern nur teilweise namentlich bekannt sind.
»Wie mächtig dieses Werkzeug KI mittlerweise ist« ist für den Direktor des KI-Forschungszentrums Anlass zur Besorgnis. In »agentischen Umgebungen« könnten KIs ihre »ganze kognitive Power entfalten«, wenn einem System z.B. die moralischen Grenzen fehlten.
Kulturstaatsminister Weimer begrüßte die Transparenzrichtlinien der EU für KIs. Er habe sich im Kabinett dafür eingesetzt, auf eine Kennzeichnung journalistischer Beiträge zu verzichten, wenn diese vor Veröffentlichung einer Kontrolle unterliegen und verweist auf EU-Leitlinien.
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
Seit Erhöhung der Förderquoten und Kappungsgrenzen in 2025 für den Deutschen Filmförderfonds DFFF und den German Motion Picture Fund GMPF meldet die FFA »so viele gestellte Anträge und Drehbeginne für Kino- und Serienproduktionen wie noch nie«. 2026 wurden bisher 151 Mio. € für 103 Projekte vergeben, 111 Anträge sind in Bearbeitung. 2025 wurden 183 Mio. € an 140 Vorhaben ausgereicht. Der Andrang und die für 2027 angekündigten zusätzlichen 200 (statt 250) Mio. € veranlassen die FFA zur Begrenzung der Antragsannahme.
Die vier Branchenverbände sehen in der FFA-Entscheidung »Existenzielle Konsequenzen für den Filmstandort«. Dies schüre »Zweifel an der dringend notwendigen Planbarkeit für wirtschaftliche Investitionen in den Filmstandort Deutschland«. Weitere Einschränkungen für 2027 werden befürchtet. Hier brauche es »dringend mehr Transparenz«.
»The Panic Inside« ist einer von drei für einen Studenten-Oscar nominierten Trickfilme. Ob der Abschlussfilm des Schweizers Matthias Strasser und wer in den anderen drei Kategorien des 53. Jahrgangs mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet wird, wird am 14.9. bekannt gegeben. Es ist der neunte Studenten-Oscar für eine Produktion der Filmakademie Ludwigsburg.
»Spider-Man: Brand New Day« spielte in den USA in knapp zwei Wochen rekordreife 655,1 Mio. $ ein. International waren es 1,67 Mrd. $. Das neue Sony/Marvel-Sequel könnte einer der erfolgreichsten Kassenfüller aller Zeiten werden.
Streaming
Die Fußball-WM brachte MagentaTV eine Mio. Neukunden im Q2. Der Konzern verlor 20.000 Breitband-Haushalte, konnte jedoch 161.000 Glasfaser-Verträge abschließen und bindet 17,5 % der 13,6 Mio. anschließbaren Haushalte. Im Q2 wurden konzernweit 29,9 Mrd. €  (+3,3 %) umgesetzt, das EBITDA AL stieg um 7,3 % auf 11,8 Mrd. €.
Radio, Audio
Mit der Abschaltung in Baden-Württemberg am 30.7. wurde der 2012 begonnene UKW-Ausstieg fast beendet, bleibt aber auf DAB+ empfangbar. Nur in Berlin ist das private Spartenradio noch im Simulcast UKW/DAB+ on Air.
Laut einem Forumseintrag plane das sächsische Privatradio die Abschaltung von 18 seiner 42 UKW-Sendeanlagen bis August 2027. BCS, Betreiber regionaler Radiostationen in Sachsen, wolle bis 2028 auf mindestens sieben UKW-Standorte verzichten und nur noch an den Hauptstandorten analogterrestrisch senden.
Im Zuge der Umsetzung des Reformstaatsvertrages schiebt die ARD die Schlagerwellen von BR, NDR und MDR von DAB+ ins Internet und auf ARD Sounds ab; eine gemeinsame Schlagermarke wird bis 1.1.2027 unter dem Arbeitstitel »ARD Schlagerwelt« vom MDR entwickelt.
Der britische Sendedienstleister beendete die Modernisierung von 62 DAB-Multiplexen mit mehr als 1.000 Programmen. Die Technik wurde statt an 13 Standorten an zwei Orten mit nur 7 Racks konzentriert. Der Strombedarf pa sinke dadurch um 87 % von 1.324 auf 168 Megawattstunden, die CO2-Emissionen von 173 auf 22 Tonnen pa. 300 Encoder, 200 Decoder und 100 Racks werden recycelt.
Märkte, Studien, Statistiken
Verträge mit Werbung werden Ende 2026 bis zu 54 % der Streaming-Abos in Nordamerika bestimmen, so die Analysten. Das entspreche 60 % des globalen Umsatzes dieser Option. Auf die Kombi von Werbung und Abo entfallen rund 45 Mrd. $ (davon 14 Mrd. $ bei Prime Video). Werbefinanzierung allein setzt 18 Mrd. $ um.
Medienrecht, Urteile
Während der Fußball-WM wurden national und international unter Federführung von US-Behörden 1.000 Webseiten beschlagnahmt und 2.000 Domains blockiert, die WM-Spiele illegal verbreiteten, die allein im Juli 156 Mio. Besuche generiert hätten. Durch Piraterie entstehe der Sportbranche ein Schaden von 28,3 Mrd. $ pa.
»Sag einfach: ‚Hey Meta, mach ein Foto’« (Werbung). Die Initiative »HateAid« zeigte Meta, Ray-Ban, Oakley und vier Handelsketten wegen des Vertriebs von Smart Glasses an. Das Produkt »Wayfarer (Gen 2)« ermögliche Straftaten durch heimliches Filmen und Abhören. Der Handel mit dem Produkt stelle Profit über Sicherheit.
Ein Mieter eines Mietshauses hatte einen Glasfaseranschluss bestellt und Telekom daraufhin die Wohnung über einen neuen Verteiler mit dem Versorgungsnetz verbunden. Der Vermieter, eine Wohnungsgesellschaft in Heidelberg, erreichte die Untersagung des Ausbaus in allen Liegenschaften und den Rückbau bestehender Anlagen.
Internationales
Ein Gericht in New Mexico verurteilte die Facebook-Mutter Meta zur Zahlung von 567 Mio. $ wegen der Verursachung psychischer Schäden sowie Sicherheitsrisiken. 420 Mio. $ sollen in Behandlungsangebote fließen, der Rest binnen 5 Jahren in Aufklärung und Prävention. Meta kündigte Berufung an.
Ein Gericht in Belarus hat die Webnachrichten von Euronews auf eine Liste »extremistischer Materialien« gesetzt und damit verboten. Aus dem Exil nannte Oppositionsführerin Tichanowskaja das »einen Angriff auf die Pressefreiheit«, der »die Nutzer zu Zielen der Unterdrückung« macht.
Weil 22 Schweizer Streamer seit 2024 4 % des Bruttoumsatzes in die Filmbranche investieren müssen, stiegen die Produktions-Ausgaben 2025 um 25 % auf rund 19,9 Mio. SFr. Ausgaben für 7,9 Mio. SFr an Festivals und für Urheberrechte konnten angerechnet werden, so das Bundesamt für Kultur. Gegen ein ähnliches Gesetzesvorhaben in Deutschland laufen die Streamer Sturm.
Personalia
Für einen von zwei freien Sitzen der fünfköpfigen Kommission der US-Medienbehörde FCC nominierte Präsident Trump die bisherige Beraterin von FCC-Chef Brendan Carr, Danielle Thumann Severs. Votiert der US-Senat für sie, steigt die Republikaner-Mehrheit im Gremium auf 3:1, so dass die Demokraten dort keinen Einfluss haben. Einer Partei dürfen maximal drei Mitglieder des Gremiums angehören.

 

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