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Broadcast Solutions: KI, Wachstum und mehr

Stefan und Max Breder erklären im Interview auf der IBC 2026, wie sich die Broadcast-Solutions-Gruppe für die Zukunft aufstellt und warum die Übernahme von BFE so gut ins Portfolio passt.

Broadcast Solutions ist international aufgestellt. Die größten Chancen sieht Stefan Breder dort, wo es große Events und große Projekte gibt, denn dort kann das Unternehmen sein komplettes Portfolio ausspielen. Besonders im Ü-Wagen-Bereich kann Broadcast Solutions große Projekte in kurzer Zeit liefern. Die internationale Aufstellung hat aber auch einen anderen Zweck: Wer weltweit aktiv ist, kommt besser durch Krisen. »Durch die weltweite Aufstellung kommen wir auch durch Höhen und Tiefen sehr gut durch«, sagt Stefan Breder.

©Broadcast SolutionsVier strategische Säulen

Die Gruppe hat vor einigen Jahren vier strategische Bereiche festgelegt, auf denen nachhaltiges Wachstum und Unternehmenssicherheit aufbauen sollen: Broadcast, Government Communication und Defense, Live Events und Kamera-Support sowie Media Technology. Im Kamera-Support-Bereich ist die Gruppe unter anderem mit Egripment und PMT aktiv. Die Medientechnik stärkt jetzt die jüngste Akquisition: BFE.

Bei Übernahmen setzt Broadcast Solutions auf Kontinuität. »Wir übernehmen ganz klar Unternehmen, mit denen wir weiter wachsen können«, sagt Max Breder. Wichtig seien Synergieeffekte und das Vertrauen ins bestehende Management. Statt die Führung auszutauschen, setzt die Gruppe auf einen fließenden Übergang. So war es bei BFE und davor auch bei Egripment und PMT.

BFE: Komplementär statt Konkurrenz

Für Max Breder ist BFE ein »perfekter Strategic Fit«, denn das Unternehmen deckt drei der vier Säulen ab. Die Überschneidungen im Geschäft lagen in der Vergangenheit bei maximal zehn Prozent und sind über die Jahre weiter gesunken.


Hintergründe zur Übernahme von BFE durch Broadcast Solutions.

Besonders deutlich zeigt sich das im Behördenbereich: Broadcast Solutions hat bisher mobile Einsatzleitwagen gebaut, BFE dagegen stationäre Kontrollräume und Leitstellen. Im Medienbereich bringt BFE Konferenzraumtechnik und eigene Werkstätten mit. Genau dort will Broadcast Solutions weiter wachsen. Nur den Kamera-Support deckt BFE nicht ab.

Stefan Breder nennt zwei weitere Gründe für den Kauf: Die Werkstätten erweitern das Portfolio, und die Gruppe braucht für ihr Wachstum zusätzliche Ressourcen – auch personelle – die BFE mitbringt. Eigenständig bleibt BFE trotzdem.

KI steuert die Kameras

Automation und Remote Production sind für die Gruppe zentrale Technologien. Einen wichtigen Baustein liefert Studio Automated aus Amsterdam, eine der jüngeren Akquisitionen mit tiefem KI-Know-how. Das Unternehmen hat gerade sein erstes Festinstallationsprojekt in Deutschland abgeschlossen: Gemeinsam mit NEP hat Broadcast Solutions das Stadion der FC-Bayern-Jugendakademie mit fünf Kameras ausgestattet. Vier davon steuert die KI, nur eine bedient noch ein Kameramann.


Broadcast Solutions zu KI-Kameras, Automation und Remote Production.

Wachsendes Interesse verzeichnet die Gruppe auch am DMC-Truck, bei dem die Automation über Grass Valley AMPP läuft.

©Nonkonform

Blick ins Innere des DMC-Fahrzeugs.

Die eine Remote-Lösung für alle Märkte gibt es laut Max Breder aber nicht. Die nordischen Länder übernehmen Innovationen schnell, in den russischsprachigen Märkten und in Afrika geht es langsamer. Deshalb müssen die Lösungen an die jeweiligen Länder und Bedürfnisse angepasst werden.

©Nonkonform

Großer Andrang bei Broadcast Solutions.

Vom Kabelziehen zur Software

Auch das Kerngeschäft Systemintegration verändert sich. »Früher hat ein Systemhaus grüne und schwarze Kabel gezogen und selbst Stecker konfektioniert«, sagt Stefan Breder. Das gibt es heute noch, aber weniger. Den größeren Aufwand machen inzwischen Software und Konfiguration. Die Gruppe richtet sich deshalb stärker auf den Softwarebereich aus und plant dabei in Zeiträumen von drei bis fünf Jahren. Weiter vorauszublicken hält Stefan Breder in der schnelllebigen Branche für unrealistisch.

©Nonkonform»System Integration and Beyond«

Systemintegration bleibt der Kern, doch Broadcast Solutions will Kunden nicht nur Produkte verkaufen, sondern Lösungen entwickeln und sie von der Beratung bis zum Service begleiten. Das Fundament dafür ist nach seinen Worten das eigene Team.

Die breitere Aufstellung hat übrigens einen konkreten Auslöser: Vor rund zehn Jahren erklärte ein Artikel den Ü-Wagen zum Auslaufmodell. Broadcast Solutions nahm das ernst und begann zu diversifizieren. Fakt ist aber auch: Der Ü-Wagen ist bis heute nicht ausgestorben. Stefan Breder ist überzeugt, dass das klassische Geschäft noch mindestens drei bis fünf Jahre trägt, vielleicht auch länger. Trotzdem gilt für ihn: »Wir müssen immer in neue Richtungen gehen.«

 

 

 

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