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RTL reduziert DVB-T-Angebot: Ausstieg in Nürnberg

DVB-T gehört gewiss nicht zu den Lieblingskindern der privaten TV-Anbieter, nun setzt RTL aber ein deutlicheres Zeichen als je zuvor: Die Mediengruppe RTL beendet zum Monatsende die DVB-T-Übertragung ihrer Programme RTL, Vox, RTL II und Super RTL in der Region Nürnberg.
B_0810_RTL_Mediengruppe_LogDie Programme RTL, Vox, RTL II und Super RTL, die bisher von der Mediengruppe RTL in das DVB-T-Netz von Nürnberg eingespeist wurden, sind dort ab Ende Oktober 2010 über diesen Weg nicht mehr empfangbar.

Den Hintergrund der Entscheidung beschreibt RTL so: Im Zuge der Zuteilung der bisher für DVB-T genutzten Frequenzen durch die Bundesnetzagentur an Mobilfunkbetreiber, hätten die Programme von RTL, Vox, RTL II und Super RTL im Raum Nürnberg den Kanal wechseln müssen. Ein störungsfreier Empfang von Fernsehprogrammen bei gleichzeitiger Nutzung von Rundfunkfrequenzen für das mobile Internet wurde von der Bundesnetzagentur — zumindest aus Sicht von RTL — nicht hinreichend geklärt. Daher macht RTL Deutschland von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und strahlt künftig in Nürnberg keine Programme mehr via DVB-T aus. Zudem sieht der Sender auch die grundsätzliche Frage einer Entschädigung für etwaige wirtschaftliche Schäden aus der Frequenzumwidmung als bisher nicht abschließend geklärt an.

Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik der Mediengruppe RTL Deutschland: »Für die Versorgung ländlicher Gebiete mit mobilem Internet waren und sind wir grundsätzlich bereit, ungenutzte Kapazitäten frei zu geben. Wir haben dafür lediglich erwartet, dass der Rundfunk garantiert für unsere Zuschauer weiterhin störungsfrei zu empfangen ist und wirtschaftlich keinen Schaden nimmt. Da dies bis zum heutigen Tage nicht geklärt wurde, sind wir gezwungen, die angekündigten Konsequenzen zu ziehen. Wir erwarten eine eindeutige Positionsbestimmung für eine Rundfunkverbreitung über die Terrestrik. Ein Investment unter unklaren politischen Vorgaben ist den Rundfunkveranstaltern und ihren Zuschauern nicht zumutbar. Diese Entscheidung betrifft die Verbreitungssituation in Nürnberg, weil hier durch den Frequenzwechsel ein Kündigungsrecht entsteht, von dem die Mediengruppe RTL Deutschland aus den oben genannten medienpolitischen und medienrechtlichen Erwägungen Gebrauch macht. Die geschilderte Problemlage besteht jedoch über Nürnberg hinaus für das gesamte Bundesgebiet.«

Das ist eine kaum versteckte Drohung, der RTL-Gruppe, sich aus DVB-T zurück zu ziehen — auch wenn der Sender gleichzeitig verlauten lässt: »Unter entsprechenden Rahmenbedingungen bleibt DVB-T ein Verbreitungsweg, der von der Mediengruppe RTL Deutschland insbesondere in Ballungsräumen weiterhin unterstützt wird.« Die Sender der Mediengruppe RTL Deutschland sind derzeit in den Regionen Berlin/Brandenburg, Norddeutschland, Nordrhein-Westfalen, Rhein/Main, München, Stuttgart und Halle/Leipzig über DVB-T zu empfangen.

Empfehlungen der Redaktion:

30.08.2010 – RTL Deutschland: Neues Dach überm Kopf

Autor: red

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