Unternehmen: 13.08.2013

CineMedia in finanziellen Problemen

Am 9. August 2013 teilte die CineMedia Film AG mit, dass sie »rechnerisch überschuldet« sei und Finanzierungsgespräche mit den Großaktionären erfolglos verlaufen seien. Heute meldete das Tochterunternehmen CinePostproduction GmbH Insolvenz an.

In einer Ad-hoc-Mitteilung vom heutigen 12. August 2013 teilt die CineMedia Film AG mit, dass ihr Tochterunternehmen CinePostproduction GmbH Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stelle. Die CinePostproduction GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der CineMedia Film AG.

Auch die Mutter ist durch diese Situation erheblich in Mitleidenschaft gezogen: CineMedia hatte am vergangenen Freitag veröffentlicht, dass das Unternehmen »rechnerisch überschuldet« sei und Finanzierungsgespräche zwischen CineMedia und Großaktionären erfolglos verlaufen seien — die größten Anteilseigner sind die letztlich von einigen öffentlich-rechtlichen Sendern beherrschte Bavaria Film und die von Dr. Herbert Kloiber geleitete Tele München Gruppe.

Der Vorstand der CineMedia Film AG geht davon aus, dass zu Beginn des Geschäftsjahres 2014 die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens eintritt.

Auslöser: Neubewertung von CinePostproduction und außerplanmäßige Abschreibung

Auslöser der aktuellen Krise war die Neubewertung der CineMedia-Tochter CinePostproduction GmbH durch einen Wirtschaftsprüfer. Die ergab, dass eine »außerplanmäßige Abschreibung des Beteiligungsansatzes an der CinePostproduction GmbH« notwendig war. Diese Abschreibung führte dazu, »dass bei der CineMedia Film AG eine rechnerische Überschuldung im Sinne des insolvenzrechtlichen Überschuldungsbegriffs vorliegt«, wie das Unternehmen mitteilt.

Die CineMedia Film AG geht davon aus, dass die finanzierenden Banken die am 31.12.2013 und am 31.01.2014 auslaufenden Kreditlinien nicht verlängern werden und dann zu Beginn des Geschäftsjahres 2014 die Zahlungsunfähigkeit eintreten wird — falls bis dahin die aktuelle Situation nicht bereinigt und eine Rettung des Unternehmens aus eigener Kraft erreicht wird.

Kapital und größte Anteilseigner der CineMedia Film AG

Im Jahresabschluss 2012 der CineMedia Film AG findet sich die folgende Passage zur Aktionärsstruktur des Unternehmens:

»Zum 31. Dezember 2012 hält die Tele-München Fernseh-GmbH & Co. Produktionsgesellschaft, München, 60,76 Prozent am Grundkapital der CineMedia Film AG. Davon werden ihr 25,88 Prozent, die von ihrer hundertprozentigen Tochter TM Medienbeteiligungs GmbH, München, gehalten werden, zugerechnet. Die Bavaria Film GmbH, Grünwald, hält 28,06 Prozent am Grundkapital. Die Stimmrechte der Bavaria Film und der Tele-München werden nach § 22 Abs. 2 WpHG wechselseitig zugerechnet.«

Das Grundkapital der CineMedia Film AG betrug zum 31. Dezember 2012 laut Abschluss unverändert 11.352.000 Euro, »eingeteilt in 11.352.000 Inhaber-Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 Euro je Aktie. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die CineMedia Film AG hält keine eigenen Aktien.«

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Autor
red
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