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Lawo: IP für University of Nebraska

Lawo liefert die vollständig IP-basierte Videoinfrastruktur für HuskerVision, den Mediendienstleister der University of Nebraska.

© HuskerVision, LawoHuskerVision, der Mediendienstleister der University of Nebraska, hat mit der Implementierung einer umfassenden, auf ST 2110 basierenden Videoinfrastruktur von Lawo die zweite Phase seines mehrjährigen Modernisierungsprogramms erfolgreich abgeschlossen. Aufbauend auf der 2023 vollzogenen Erneuerung der Audioinfrastruktur – HuskerVisions erstem Schritt in die Welt IP‑basierter Workflows – führt die neue Videolösung nun sämtliche zentralen Sportstätten in einer einheitlichen, softwarebasierten Produktionsumgebung zusammen. Entstanden ist eine campusweite Medieninfrastruktur, die parallele Produktionen aus mehreren Regieräumen mühelos ermöglicht und den Studierenden Zugang zu denselben professionellen Werkzeugen bietet, wie sie in führenden Broadcast‑Häusern weltweit zum Einsatz kommen.

Durch das vorangegangene Audio-Upgrade hatte sich HuskerVision bei Produktionen mit dem IP-Ökosystem von Lawo vertraut gemacht – unter anderem durch mc²56 Produktionskonsolen, A-UHD Core-Processing, A-stage 64- und A-mic 8-Schnittstellen sowie Lawos Home Managementplattform für Routing und Orchestrierung. »Der Einstieg über das Audio war entscheidend«, erinnert sich der kürzlich in den Ruhestand verabschiedete Chefingenieur Scott Guthrie. »Wir haben Timing, Stream Management, PTP, Device Discovery gelernt – all die Grundlagen. Als es schließlich an die Video‑Integration ging, waren wir bestens vorbereitet.«

Diese Vorbereitung war immens wichtig, als die Universität die vom Systemintegrator BeckTV konzipierte und integrierte SMPTE ST 2110-Implementierung vorantrieb. Da die Sportstätten Nebraskas weit auseinander liegen – Memorial Stadium, Hawks Championship Center, Devaney Center, Pinnacle Bank Arena, Haymarket Park sowie die Tennis- und Fußball Anlagen Dillon und Hibner – bestand das Ziel darin, all diese Standorte über ein einziges IP-Backbone an drei zentrale Regien im Memorial Stadium anzubinden. Dadurch konnten operative Abläufe konsolidiert und zugleich die Routing‑Flexibilität deutlich gesteigert werden.

© HuskerVision, Lawo

Das Herzstück der neuen Videoinfrastruktur bildet die Edge-Plattform von Lawo, die sowohl als High-Density-Gateway als auch als vollständiger IP-Prozessorknoten dient. Mehrere Edge-Frames übernehmen das Ingest von 3G-SDI- und 12G-SDI-Signalen, während native ST 2110-Anbindung und Quad-25GbE-Schnittstellen die Produktionsebene speisen. Die Fähigkeit des Systems, SDI-Eingänge als Netzwerk-»Proxys« bereitzustellen, verschafft HuskerVision eine hohe Skalierbarkeit bei minimalem Bandbreiten-Overhead. »Wir können Signale von jedem Veranstaltungsort einspeisen – egal ob fünf Kameras vom Volleyball oder ein komplettes Football-Paket – und alles erscheint einfach im Netzwerk«, sagt Garrett Hill, Director of Technology. »Das unabhängige Routing von Video- oder Audio-Essenzen ist so einfach wie Bausteine verschieben.«

© HuskerVision, LawoEiner der Bereiche mit den tiefgreifendsten operativen Veränderungen ist die Ü-Wagen‑Anbindung am Memorial Stadium. Mit Edge für Video und A-stage64 für Audio kann HuskerVision nun 24×24 bidirektionale Signale mit nationalen Broadcast‑Ü‑Wagen austauschen und 12G‑SDI‑, HDR‑, SDR‑ und ST‑2110‑Feeds ohne zusätzliche Hardware verarbeiten. »Die Trucks bekommen genau das Format, das sie benötigen«, sagt Guthrie. »Up, Down, HDR, SDR – all das wird direkt am IP-Edge erledigt.« Hill ergänzt, dass der erweiterte I/O‑Umfang und das native Processing »unsere Zusammenarbeit mit Gast‑Crews vollständig verändert haben«.

©B. Raum

Brock Raum.

Die Workflows in den Regien profitieren stark von Lawos Home Apps, die auf COTS Servern laufen. In Kombination mit dem Layout‑Builder theWall ermöglicht der Home Multiviewer dynamische, venue-spezifische Monitoring-Layouts, die sich in Sekundenschnelle umkonfigurieren lassen. Gleichzeitig stellt die Home UDX App bedarfsgesteuerte Up/Down/Cross-Konvertierung direkt im Netzwerk bereit – ganz ohne klassische Baseband-Converter. Brock Raum, Senior Engineer bei BeckTV und Absolvent der University of Nebraska, beschreibt diese Flexibilität als das prägende Merkmal des Projekts: »Von Saison zu Saison ändern sich die Produktionen – und manchmal sogar von Sportart zu Sportart. Vielleicht läuft heute Fußball in einer Regie und morgen American Football in einer anderen. Mit den Home Apps fährst du schlicht die Tools herunter, die du nicht brauchst, und startest die, die du brauchst. Wir haben die webRTC-App, Downstream-Keying, UDX und vieles mehr ausprobiert. Die Flexibilität, COTS-Hardware mit dem Home-App-System zu kombinieren, ist das Highlight der gesamten Lösung. Wenn ich eine App für eine Reihe von Sendungen benötige, nutze ich Flex-Credits. Wenn nicht, schalte ich sie ab und verwende die Credits anderweitig.«

© HuskerVision, LawoAlle Workflows – Videorouting, Tally, Device Control und Multiviewer Konfigurationen – werden über Lawos VSM (Virtual Studio Manager) orchestriert, der den Anwendern eine einheitliche, intuitive Steuerungsebene über die gesamte Multi-Venue-Umgebung hinweg bietet. Guthrie erläutert: »Mit VSM wechseln wir von einer großformatigen Volleyball-Produktion zu einem Pressekonferenz-Recording mit einem oder zwei Klicks. Bei einem Ablaufplan, in dem sich Events ständig überschneiden, ist das ein enormer Vorteil.«

Da HuskerVision in hohem Maße auf studentische Mitarbeiter setzt, war die Benutzerfreundlichkeit von entscheidender Bedeutung. Sieben festangestellte Mitarbeitende betreuen ein großes studentisches Team, das in alle Aspekte der Produktion eingebunden ist. Raum erklärt: »Die Studierenden übernehmen jetzt echte Engineering-Aufgaben. Sie arbeiten mit denselben Tools wie die Crews in den Broadcast Trucks.« Guthrie ergänzt: »Sie lernen die Backend-Prozesse kennen – wie man Layouts anpasst, Essenzen verwaltet und Routing korrigiert. Und sie verstehen es.« Hill betont den beruflichen Mehrwert: »Die Arbeit mit erstklassigem Equipment verschafft ihnen echte Jobchancen. Unsere Studierenden verlassen die Uni und sind bestens auf die Branche vorbereitet.«

Mit dem neuen IP-Backbone kann HuskerVision Produktionen jetzt flexibel skalieren, Medieninhalte deutlich effizienter zwischen den Venues transportieren und mehrere sich überschneidende Events mit bislang unerreichter Leichtigkeit produzieren. Wie Guthrie es ausdrückt: »Unser Job ist es, die Fans glücklich zu machen. Und mit diesem System können wir das besser denn je.«

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