Test, Top-Story, Zubehör: 15.01.2008

Zubehör für Sonys PMW-EX1

Mittlerweile ist für Sonys PMW-EX1 auch Zubehör für Aufnahme und für die Datenspeicherung verfügbar. film-tv-video.de stellt eine kleine Auswahl an Stativen und Stützen sowie an Speichersystemen vor.

Ein Leichtgewicht ist der neue PMW-EX1 (Einzeltest, Vergleichstest) von Sony nicht: Drehfertig bringt er mindestens 2,8 kg auf die Waage — eigentlich zu viel für einen Handheld-Camcorder. Damit der Arm beim Drehen mit dem EX1 nicht frühzeitig erlahmt, ist eine Schulterstütze zur Entlastung sinnvoll.

Zwei Stützen hat die Redaktion ausgewählt und einen näheren Blick darauf geworfen. Die eigentlich für den Consumer-Markt gedachte, mit einem Netto-Listenpreis knapp 170 Euro relativ preiswerte Stütze mit Namen Krypton kommt von einem polnischen No-Name-Hersteller und wird von Rovotech via Internet vertrieben. Vom äußeren Eindruck mehr zweckmäßig als schön, sitzt sie ordentlich auf der Schulter und lässt sich gut einstellen. Das gilt sowohl für die Bruststütze, die zur besseren Stabilität auch seitlich auf den Hüftknochen aufgesetzt werden kann, als auch für die Kameraaufnahme mit einer Art Kugelkopf. Die Kameraplatte und die Aufnahme sind aus stabilem Metall, aber in der Grundversion mit keinem der professionellen Stativsysteme kompatibel. Bei Bedarf können diese beiden Elemente allerdings relativ einfach gegen eine professionelle Variante ausgetauscht werden. Je nach Einstellung der Stütze kann entweder mit dem Okular vor dem Auge oder mit dem ausgeklappten Display gearbeitet werden.

Sehr viel liebevoller ist der DV-Balancer von Chrosziel zum Netto-Listenpreis von 375 Euro gestaltet. Montage des Camcorders und Einstellung auf eine neue Kameraperson sind beim ersten Mal etwas aufwändig, aber dank eines Memory Clips gehen alle weiteren Einsätze dann sehr zügig von der Hand. Sinnvoll ist der DV-Balancer besonders dann, wenn auch die Chrosziel-Leichtstütze — als Kombination für 1.320 Euro im Angebot — verwendet werden soll. Sie erlaubt die Verwendung einer Matte-Box 450 mit French-Flag und Seitenflügeln und damit den Einsatz von 4×4 und 4×5,65 Filtern. Außerdem kann an die Stützrohre ein Studio Rig — 1.320 Euro inklusive Zahnrädern für die EX-1 — montiert werden, das Dank der voll manuellen Fokussiermöglichkeit des EX-1 exakt reproduzierbare Ergebnisse liefert. Beides ist für aufwändigere, eher szenische Produktionen sinnvoll.

Ist die Leichtstütze an der Kamera montiert, kann der Stützenanschluss des Balancer sehr einfach in die vorhandene Nut geschoben werden — auch wenn die eventuell vorhandene Schnellwechselplatte des Stativs montiert bleibt. Komplett montiert steigt das Kameragewicht auf etwa 4,5 kg und ist damit für den DV-Balancer eigentlich ein wenig zu hoch, da er für Nutzlasten bis vier kg gedacht ist. Verzichtet man auf den Follow-Focus, reduziert sich das Gesamtgewicht um etwa 400 g und liegt damit nur noch minimal über 4 kg. Alle Teile sind in der gewohnten Chrosziel-Qualität verarbeitet.

Wer noch freier und flexibler mit dem Camcorder arbeiten will, kann zum Steadicam Merlin greifen. Davon gibt es eine Version ohne Weste für 725 Euro und eine mit Weste für etwa 2.500 Euro (Netto-Listenpreise). Da die angegebene maximale Last des Merlin ohne Weste bei 2,5 kg liegt, ist eher zu der Westenversion zu raten, die der Hersteller für Nutzlasten bis zu 3,2 kg empfiehlt. Aber auch damit kann die Kamera nur ohne Mattbox oder anderes Zubehör verwendet werden. Der Vorteil ist, dass das System leicht und flexibel ist. Soll Zubehör an der Kamera eingesetzt werden, so sollte eher die Variante Steadicam Pilot zum Netto-Listenpreis von etwa 3.800 Euro eingesetzt werden. Dessen Tragkraft liegt bei 4,5 kg.

Soll ganz traditionell und mit ruhiger Kamera gearbeitet werden, kommen die Stative der HDV-Klasse in Betracht, wie beispielsweise das Manfrotto 525P mit dem Kopf HDV 503 für 750 Euro. Die Beine sind aus stabilem Aluminium und zweifach ausziehbar. Der Kopf ist mit einer 75-mm-Halbschale versehen und trägt maximal 8 kg. Die Dämpfung ist stufenlos regelbar und ermöglicht sauberes, weiches Schwenken. Die maximale vertikale Dämpfung war bei aus Sicht des Testers allerdings gerade noch stark genug und deutlich geringer als die horizontale, die wiederum nach längeren Standzeiten beim ersten Schwenk leicht anruckt. Die Dämpfungen wurden laut Hersteller nach diesem Test aber schon angeglichen. Die beiden Bremsen fassen gut, der Weg des vertikalen Bremshebels ist mit deutlich über 90 Grad aber zu lang.

Um die Aufnahmen, die man mit dem EX1 aufzeichnet zu speichern und für die Postproduktion bereitzustellen, ist eine sinnvolle Lösung für die Datenspeicherung nötig. Zeitgemäß sind hier RAID-Lösungen, von denen die Redaktion zwei ausgewählt und ausprobiert hat: die Buffalo DriveStation Duo und LaCie 2Big Triple.

In beiden Speichersystemen kommen jeweils zwei Festplatten zum Einsatz, die im Prinzip auch als RAID 0 verwendet werden können. Aus Gründen der Datensicherheit beim Speichern von Originalaufnahmen empfiehlt es sich aber zweifellos RAID-Level 1 zu verwenden, wodurch allerdings nur die halbe Kapazität des Systems zur Verfügung steht.

Bei beiden Systemen ist Vorsicht geboten, weil bei einer Änderung der RAID-Konfiguration alle Daten gelöscht werden. Die Buffalo DriveStation Duo zum Netto-Listenpreis von rund 210 Euro für 1 TB, hat neben einem USB-, auch einen FireWire-400-Anschluss. Die RAID-Konfiguration erfolgt über Software, von der die neueste Software via Internet geladen werden sollte, da die beigelegte unter Umständen eine Fehlermeldung produziert. Für Nutzer, die das RAID-System parallel an einem Mac und einem PC benutzen wollen, ist sehr angenehm, dass die Platten bei jeder neuen RAID-Konfiguration automatisch mit FAT 32 formatiert werden. Somit kann das RAID von beiden Betriebssystemen gelesen und beschrieben werden. An ein MacBook Pro angeschlossen, konnten etwa 2 GB/min von der eingeschobenen SxS-Karte auf das RAID-System übertragen werden.

Ein wenig schneller ging das beim LaCie 2Big Triple, das zum Netto-Listenpreis von etwa 310 Euro für 1 TB angeboten wird. Über den Firewire-800-Port des LaCie-Systems, den dieses System zusätzlich zu USB und FireWire400 aufweist, geht der Datentransfer eben schneller vonstatten. Die RAID-Konfiguration erfolgt hier über einen kleinen Schalter auf der Geräterückseite. Zum Formatieren der Platten in FAT 32 wird unter Windows XP oder Vista ein zusätzliches Programm benötigt, die Formatierung mit NTFS geht auch mit Bordmitteln. Beim 2Big Triple ist der Plattenaustausch im Fall der Fälle ganz einfach, da LaCie für den schnellen Austausch vormontierte Laufwerkseinschübe anbietet, allerdings zu einem hohen Preis. Beim Buffalo DriveStation Duo ist der Austausch ein wenig komplizierter, stellt aber kein echtes Problem dar — und die entsprechenden Festplatten können zu normalen Preisen in jedem besseren Computerladen gekauft werden. Beide Systeme bieten laut Hersteller nach einem Plattendefekt eine automatische Wiederherstellung der Daten auf der neu eingebauten Festplatte — ausprobiert wurde das im Test aber nicht.

Weiteres Zubehör

Seit diesem ersten Zubehörtest ist schon weiteres EX1-spezifisches Equipment auf den Markt gekommen oder wurde zumindest angekündigt. So etwa die Hinterkamera-Objektivfernsteuerung Zoe-EX und der Akku-Adapter Coco-EX von Bebob, die schon im Produktkatalog von film-tv-video.de gelistet sind.

Natürlich kann der EX1 auch auf Stativen und Köpfen von anderen Herstellern, etwa von Sachtler verwendet werden, so etwa auch auf dem innovativen Soom-System dieses Herstellers und auf den Schwebesystemen der Artemis-Familie.

Anzeige:

Autor
Andreas Frowein
Schlagwortsuche nach diesen Begriffen
Test, Top-Story, Zubehör