Kamera: 14.01.2015

Vorstellung der neuen Varicams von Panasonic

Rainer Breitkopf, Technischer Product Manager bei Panasonic, gibt einen Abriss der beiden Versionen der neuen 4K-Varicam von Panasonic. Videos von Abel Cine und erstes Demomaterial ergänzen den Artikel.

Seit Panasonic die erste Varicam im Jahr 2002 einführte, setzt der Hersteller bei dieser Modellreihe besondere Innovationen um. So konnte die erste Varicam als erster HD-Camcorder überhaupt, Fast- und Slow-Motion bieten. Seither hat sich der Markt natürlich stark verändert und weiterentwickelt. Mit der aktuellen Varicam, die es in zwei Versionen gibt, greift Panasonic die Veränderungen und Anforderungen des Marktes auf und antwortet in Form einer völlig neuen Kamera darauf, die in zwei Varianten verfügbar ist.

Das sagt Rainer Breitkopf, Technischer Product Manager bei Panasonic zur neuen Varicam-Baureihe: »Die Rückmeldungen waren eindeutig: Viele Kameramänner und -frauen möchten ihre Kreativität erweitern und die neue Varicam ist genau das richtige Werkzeug dafür.«

Die dritte Generation der Kamera wird in zwei Varianten angeboten: als 4K-Kamera Varicam 35 mit S35-Sensor und PL-Mount, sowie als Varicam HS mit drei 2/3-Zoll-Sensoren und B4-Mount. Beide Kameras haben ein modulares Design, das die Trennung der Kamera vom Aufnahmemodul ermöglicht. Die Anwender können also flexibel den Kamerakopf wählen, der den Anforderungen des Drehs am besten entspricht.

Da beide Module auch über ein Kabel verbunden werden können, ist die neue Varicam unter anderem auch überall dort ideal einsetzbar, wo Größe und Gewicht eine besondere Rolle spielen. Die Befestigung an Kränen beispielsweise ist sehr komfortabel und flexibel möglich.

Der dank der modularen Bauweise einfache Wechsel zwischen den beiden Kameraköpfen eröffnet eine Vielzahl kreativer Freiheiten, beide nutzen aber das gleiche Aufzeichnungsmodul, man muss sich nur auf einen Codec einstellen, der Workflow bleibt mit beiden Köpfen gleich.

Andy Shipsides stellt in einem Video von Abel Cine die beiden Versionen der Varicam vor, die Varicam 35 und die Varicam HS. Im ersten Teil geht es um die Hardware: Bedienelemente und Anschlüsse stehen im Vordergrund.

Die Varicam 35 verwendet einen neuen MOS-Sensor in S35-Größe und ermöglicht 4K-Aufnahmen im Raster 4.096 x 2.160. Der Sensor bieten einen Dynamikumfang von 14 Blendenstufen.

Die Varicam HS ist für die HD-Aufnahme mit 2/3-Zoll-Objektiven optimiert, sie erreicht in 1080p Bildraten bis 240 fps.

Das Recorder-Modul ermöglicht die simultane Aufnahme in zwei unterschiedlichen Formaten und die gleichzeitige Erzeugung von Proxies. Das Farbmanagement der Kamera erlaubt es beispielsweise, in 4K mit Cine-Gamma und parallel unter Anwendung eines anderen Farbraums in HD aufzuzeichnen.

Die ExpressP2-Karte als Aufnahmemedium erlaubt die Aufnahme in 4K oder in HD mit höheren Bildraten. Karte und Laufwerk unterstützen die Datenübertragung mit bis zu 2,4 Gbps und ermöglichen dabei derzeit eine maximale Aufnahmedauer von 72 Minuten in 4K/25p. Der Recorder bietet zwei Slots für diesen Kartentyp.

Ebenfalls neu entwickelt ist der OLED-Sucher mit integrierter Fokushilfe: Grüne Rahmen zeigen an, welcher Teil des Bilds gerade fokussiert wird.

Andy Shipsides stellt in einem Video von Abel Cine die beiden Versionen der Varicam vor, die Varicam 35 und die Varicam HS. Im ersten Teil geht es um die Hardware: Bedienelemente und Anschlüsse stehen im Vordergrund.

Die Farb- und Gamma-Management-Optionen der Varicam 35 erweitern die Gestaltungsmöglichkeiten beim Drehen mit dieser Kamera. So hat die Varicam 35 hat die V-Log-Kurve von der ersten Varicam-Generation geerbt. Mehr als 14 Blendenstufen stehen bei dieser Gamma-Wahl zur Verfügung.

Die Varicam 35 kann mit verschiedenen LUTs/Gammakurven parallel genutzt werden: Die LUTs/Gammakurven können den verschiedenen Aufnahmeformaten und Kameraausgängen zugewiesen werden. So kann beispielsweise das Originalmaterial in 4K mit V-Log aufgenommen, gleichzeitig aber ein HD-Signal in Rec.709 aufgenommen werden. Dies ermöglicht es etwa, am Set ein vorkorrigiertes Bild zu sehen: direkt aus der Kamera, ohne Zusatzgeräte.

Die Fähigkeit, Kontraste für sekundäre Farben einzustellen, ist ein besonderes auffälliges Merkmal, denn bislang hatten Kameraleute nur Kameras zur Verfügung, die sekundäre Farben sehr ähnlich dargestellt haben. Dezente Farbvariationen gingen so leicht verloren.

Andy Shipsides stellt in einem Video von Abel Cine die beiden Versionen der Varicam vor, die Varicam 35 und die Varicam HS. Im ersten Teil geht es um die Hardware: Bedienelemente und Anschlüsse stehen im Vordergrund.

Im Rahmen der IBC2014 zeigte Panasonic erstes mit der neuen Varicam gedrehtes Material. In einer Szene ist dabei ein Kleiderständer durch ein verregnetes Fenster zu sehen. Der Betrachter kann dabei sehr genau die einzelnen Töne von Grau und Braun erkennen: In der dabei zu Tage tretenden, sehr guten Farbwiedergabe liegt eine der Stärken der Varicam 35. Keine Farbe fällt dabei durch aufdringliche Konturen am Rand negativ auf. Einzelne Farben können, wenn dies notwendig ist, in ihrer Dynamik reduziert werden. Den Anwendern steht so eine akkurate, umfangreiche Farbpalette zur Verfügung, mit der sie sich »austoben« können.

Bei Nachtaufnahmen überzeugt die Kamera ebenso, wenn nicht noch mehr. Die aufgezeichneten Farben entsprechen dem Original, was im Demofilm eindrucksvoll zu sehen ist: Das Gelb der Straßenlichter in einer Nachtaufnahme von Los Angeles ist deutlich vom Blau und Gelb der Neonlichter zu unterscheiden. Weiße und rote Autos sind auch aus einer großen Entfernung deutlich als solche zu erkennen. Der Schriftzug der bekannten Sportarena Staples Center ist vor dem dunklen Gebäude im Hintergrund deutlich zu lesen.

Die neue Varicam 35 ist — wie ihre Vorgänger — für Dokumentationen und Serien geeignet, aber nun auch für die Produktion von (Kino-)Filmen und Werbespots. Panasonic meldet sich mit einem starken Modell auf dem Markt für High-End-Filmproduktionen zurück und will mit dem neuen Modell 4K genauso zum Aufstieg verhelfen, wie seinerzeit die erste Varicam zum Durchbruch von HD beigetragen hat.

Netto-Listenpreise stehen fest

Die Netto-Listenpreise für den europäischen Markt:

  • Kamerakopf Varicam 35 (AU-V35C1): 24.000 Euro
  • Kamerakopf Varicam HS (AU-V23HS1): 16.600 Euro
  • andockbarer Panasonic-Recorder (AU-VREC1): 15.000 Euro
  • OLED-Sucher (AU-VCVF1G): 6.200 Euro
  • Shoulder-Pad (AU-VSHL1G): 1.700 Euro
  • ExpressP2-Speicherkarte, 256 GB (AU-XP0256AG): 1.500 Euro
  • Laufwerk für ExpressP2-Speicherkarten (AU-XPD1): 380 Euro
Weitere Software-Versionen, Raw-Recorder

Die Varicam 35 soll im Endausbau, also mit späteren Software-Versionen ProRes 4444 und ProRes HQ für HD-Aufnahmen unterstützen. Außerdem hat Panasonic gemeinsam mit Codex einen kabellos an die Varicam 35 andockbaren 4K-Raw-Recorder entwickelt. Mit diesem kann dann im unkomprimierten Varicam-Raw-Format (V-Raw) in 4K mit bis zu 120 fps aufgenommen werden.

Der Codex-Recorder heisst V-Raw Recorder, er soll im ersten Quartal 2015 verfügbar werden, der Netto-Listenpreis soll in der Größenordnung von 10.000 US-Dollar liegen.

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04.09.2014 – 4K-Special Kameras: Panasonic Varicam 35
09.04.2014 – NAB2014: Panasonic Varicam

Autor
red
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