Kamera, Test, Top-Story: 22.06.2022

Kameratest: Ursa Broadcast G2 von Blackmagic

Die neue Broadcast-Version der Ursa bietet dank 6K-Sensor mehr Auflösung, mehr Lichtstärke und dual-native ISO.







Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Nonkonform
Die XLR-Eingänge sitzen oben.
Ton

Wie bei der Ursa Mini Pro G2 gibt es zwei XLR-Eingänge für Line, Mic und Phantomspeisung, die mit den Schaltelementen für jeden Kanal getrennt eingestellt werden können. Diese bieten ein gutes und rauscharmes Signal.

Im Setup als Schultercamcorder bleibt es auch bei zwei Audiokanälen, die jeweils mit einem XLR-Eingang oder dem internen Mikrofon belegt werden können. Benutzt man den Camera Fibre Converter, können zwei weitere Kanäle über XLR angeschlossen und aufgenommen werden.

Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Nonkonform
Die Audioeinstellungen im Menü.

Das eingebaute Mikrofon klingt dünn, und jede Handhabung der Kamera und vor allem die Dip-Schalter sind sehr deutlich in den Aufnahmen zu hören. Somit reicht dieses Mikro gerade mal als Notton und für Synchronisationszwecke mit externen Aufnahmen, nicht aber für einen brauchbaren atmosphärischen Ton. Hier benötigt man auf jeden Fall ein externes, gut entkoppeltes Mikrofon.

Der Limiter scheint immer aktiviert zu sein, so gibt es bei Übersteuerungen zwar kurze Knackgeräusche, doch dieser regelt schnell wieder zu einem brauchbaren Signal. Abschalten kann man den Limiter aber nicht.

Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Harrer
Die Audioeinstellungen im Overlay.

Auch wenn Zeitlupen bei der Broadcast-Variante der Ursa kein bedeutendes Feature mehr sind, ein Ton wird immer mit aufgezeichnet, und das erleichtert die Postproduktion doch erheblich.

Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Blackmagic
Die Ursa Broadcast G2 verdient ihren Namen in den meisten Bereichen.
Fazit

Die Ursa Broadcast G2 verdient ihren Namen in den meisten Bereichen: Die Lichtstärke ist gut für EB-Aufgaben geeignet (trotz des Lichtverlustes durch den Adapter), die Bildqualität ist sehr gut, die Format-Optionen rüsten die Kamera für alle Aufgaben und die Bedienung ist größtenteils mit einem klassischen Schultercamcorder vergleichbar.

Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Nonkonform
Platzsparender H.265-Codec und kostengünstige SD-Karten.

Der platzsparende H.265-Codec und Einsatz von SD-Karten bieten die Möglichkeit, auch bei Dokumentarfilmen die Materialflut im Griff zu halten. Zudem bekommt man mit den beiden Codecs auch Aufnahmen in 10-Bit.

Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Nonkonform
Man kann mit der neuen Ursa auch mit Bestandszubehör arbeiten.

Auch mit dem älteren Broadcast-Zoom von Fujinon, das wir verwendeten, funktionierte die Bedienung einwandfrei. Man kann also mit Bestandszubehör arbeiten.

Es gibt bei der Ursa Broadcast G2 ein paar Kleinigkeiten, die nerven können, wie etwa das Fehlen von Speicherplätzen bei den Weißwerten oder dass es kein 70% Zebra gibt — ansonsten ist die Kamera den oft stressigen Anforderungen einer Doku gerüstet.

Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Nonkonform
Dank des 6K-Sensors, dem mitgelieferten EF-Mount, optionalem PL-Mount und dem Raw-Format ist die Kamera auch für szenische Aufgaben geeignet.

Dank des 6K-Sensors, dem mitgelieferten EF-Mount, optionalem PL-Mount und dem Raw-Format ist die Kamera auch für szenische Aufgaben geeignet. Der Kontrast von maximal 13 Blendenstufen und Zeitlupen, die nicht mehr als 150 fps (in HD) bieten, sind Nachteile gegenüber der Ursa Mini Pro G2. Insgesamt ist die Ursa Broadcast G2 aber dennoch das bessere und preiswertere Paket gegenüber der hauseigenen Konkurrenz.

Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Nonkonform
In dem Kamerasegment, in dem sich die Ursa Broadcast G2 tummelt, ist sie sehr preisgünstig.

Denkt man an frühere Schultercamcorder, sind aber vier Tonspuren und vier XLR-Eingänge eigentlich Pflicht für Broadcast-Aufgaben, hier gibt es leider nur zwei.

Die kostengünstigen Hinterkamerabedienungen bieten zwar mit USB-C keine besonders sichere Verbindung, sie kosten aber nur einen Bruchteil der Varianten von Fujnon oder Canon.

Im Kamerasegment, in dem sich die Ursa Broadcast G2 tummelt, liegt die Blackmagic-Alternative weit unter der Sony FX9 und C300III, und bei Schultercamcordern mit B4-Mount ist sie momentan die günstigste Lösung auf dem ganzen Markt.

Kamera, Blackmagic, Ursa Broadcast G2, © Nonkonform
Die verschiedene Mounts machen die Ursa Broadcast G2 sehr flexibel.

Die Möglichkeit, verschiedene Mounts zu verwenden und selbst wechseln zu können, macht die Ursa Broadcast G2 zu einem der flexibelsten Schultercamcorder überhaupt.

Ein Tipp noch: Vor dem Einsatz sollte man die Kamera, für einen rückenschonenden Dreh von der Schulter, genau austarieren und eventuell zu einem Auslegearm von einem anderer Hersteller greifen.


Keinen Test mehr verpassen und einfach den Newsletter abonnieren:


Hier finden Sie mehr Infos zum Thema Kameras oder zu anderen Tests. Oder Sie klicken einfach unten auf eines der Stichworte in der Schlagwortsuche. Andere Kategorien können Sie hier durchsuchen.

Seite 1: Einleitung, Überblick
Seite 2: Ausstattung, Konzept
Seite 3: Sensor, Auflösung, Formate
Seite 4: Anschlüsse, Menü
Seite 5: Ergonomie, Bedienung
Seite 6: Lichtstärke, Bildqualität
Seite 7: Ton, Fazit

Anzeigen: Fachhändler und Distributor

Anzeigen: Weiteres Zubehör

Bildrechte
Blackmagic (8), Harrer (14), Nonkonform (20)

Schlagwortsuche nach diesen Begriffen
Kamera, Test, Top-Story