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Praxistest: DJI Osmo Pocket 4
Tracking
Beim Tracking gibt es die Möglichkeit, ähnlich wie beim Modul des RS4 und RS5, über »Dynamic Framing« das Subjekt im Bild zu framen, während dieses dann beim Tracking beibehalten wird. Durch ein doppeltes Tippen auf den Screen wird die Person oder ein Objekt getrackt und fokussiert.
Das geht auch wunderbar im Einhandbetrieb.
Neben der Tatsache, dass längere Brennweiten beim Gimbalbetrieb immer besser aussehen, hat der Zoom beim Osmo Pocket 4 einen weiteren Vorteil: Auch weiter entfernte Dinge können so verfolgt werden. Im Weitwinkel tut sich der Gimbal dabei nämlich etwas schwer, gerade wenn z.B. Personen weiter hinten im Bild sind. Wie erwähnt ist die 2x-Zoomstufe beim Pocket 4 verlustfrei, man kann sie also sorgenfrei nutzen, solange genügend Licht vorhanden ist. Bei hohen ISO-Werten nimmt die Qualität hier ab.
Hat man nicht unbedingt eine plane Fläche zum Tracken, oder befindet sich etwas im Vordergrund wie etwa Äste, kommt es öfter mal zu Fokuspumpen – während das Tracking sauber weiter läuft. Hier wäre eine manuelle Fokuskeinstellung ganz hilfreich. Das Tracking selbst funktioniert wie beschrieben einwandfrei. Sollte es dennoch mal zu Problemen kommen, hilft es oft, nochmal neu zu tracken und das Kästchen vielleicht leicht versetzt zu ziehen.
Im Testvideo bin ich zu Fuß und mit dem Rad unterwegs und tracke alles mögliche im Weitwinkel und mit der Telefunktion. Da eine Z-Achsen-Stabilisierung sowie ein Isolator fehlen, ist es eher problematisch, den Gimbal direkt am Rad oder Auto zu befestigen. Ansonsten vibriert das Bild zu stark. Genau für solche Zwecke ist das Tilta Hydra Alien Mini Kit gedacht (Test hier)
Sobald man aber den eigenen Körper »dazwischenschaltet«, verschwinden die Vibrationen. Das bedeutet, man kann den Osmo Pocket 4 wunderbar auf allen möglichen Gefährten in der Hand halten und stabilisiert ihn zusätzlich durch den eigenen Körper. Das Fahrrad ist ein gutes Beispiel, oder auf dem Skateboard, aus dem Auto heraus, usw. usw.
Was mich sehr gefreut hat: Das Tracking ist auch in allen anderen Modi inklusive Hyperlapse und Motionlapse verfügbar. Als Soloshooter hat man die Möglichkeit, den Gimbal mit Gesten zu steuern. Über das Hochhalten der Handfläche wird das Tracking aktiviert, zeigt man ein V mit den Fingern, beginnt die Aufnahme. So kann man sich dann relativ einfach selbst verfolgen lassen. Außer man bewegt sich im Kreis. Hier ist nämlich irgendwann bauartbedingt Schluss. Die Kamera braucht ja eine Verbindung per Kabel – der Vorteil größerer Gimbals, sich komplett im Kreis drehen zu können, ist hier leider nicht gegeben.
Night Mode
Der Night-Shot-Modus ist nirgends klar dokumentiert, daher kann man über dessen technischen Hintergrund nur spekulieren. Er ist speziell für Nachtszenen beworben, und es sollen damit rauscharme Videos selbst bei sehr dunklen Bedingungen entstehen. In diesem Modus lässt sich weder in Log noch mit Zoom filmen, dafür aber mit Tracking. Ich schätze, hier wirkt ein Zusammenspiel aus Rauschunterdrückung, Gammakurve und KI im Hintergrund, um das Bild zu optimieren.
Tests hierzu sind ebenfalls in unserem Video zu sehen.
Handelt es sich nicht um eine komplett dunkle Nacht, kommen selbst mit Auto-Einstellungen beeindruckende Aufnahmen aus der kleinen Kamera.
Hyperlapse
Neben Panorama- und Zeitraffermodi bietet der neue Pocket auch Hyperlapse. Man stellt die Kameraparameter und die Abstände ein, in denen Fotos aufgenommen werden sollen. Am Ende entsteht daraus ein fertiges Video in bis zu 4K. Extrem praktisch hierbei ist, dass im Display die Länge des fertigen Clips angezeigt wird. In Verbindung mit dem Tracking kann man so also relativ leicht Hyperlapse-Aufnahmen machen. Ich habe dies in der Nacht getan – ohne Stabilisierung in der Post bleibt ein leichtes Wackeln.
Bei Tageslicht und längerer Verschlusszeit sollte das Tracking noch viel sauberer laufen.
Licht
Das kleine Kopflicht wird per Magnet an den Rollmotor gesteckt und verbindet sich über Kontakte mit dem Gimbal. An der Lampe selbst oder im Menü des Pocket lassen sich dann jeweils die drei Farbtemperaturen und Helligkeitsstufen einstellen. Selbst bei kompletter Dunkelheit ist zumindest das Gesicht im Selfie Mode immer beleuchtet.
Sound
In der Combo ist ja ein DJI Mic-Sender enthalten. Auch andere DJI-Mics lassen sich natürlich mit dem Osmo Pocket verbinden. Zusätzlich sind am Gimbal selbst mehrere Mikrofone verbaut, um einen räumlichen Klang aufnehmen zu können. Beispielsweise »zoomt« der Ton beim Kamerazoom mit. So ist es möglich, in Verbindung mit den DJI-Mics auf 4 Kanälen aufzunehmen.
Sonstiges
Über eine bis zu 800MB/s schnelle Verbindung kann man die Aufnahmen des Pocket direkt ins Handy übertragen, von dort aus dann in die ganze Welt. Man kann dazu natürlich auch das WLAN-Livestreaming des Pocket nutzen. Oder, und das ist eine ganz nette Funktion, man gibt das Video über einen USB-C auf Display Port Adapter in 4K an externe Monitore aus. Der Akku soll laut DJI bis zu 240 Minuten bei 1080 /24p halten. Auf 80% Ladung schafft er es in 18 Minuten.
Post
Eines wurde beim Durchgucken der Aufnahmen schnell klar: Bei ausreichend Licht liefert der Osmo Pocket 4 eine gute Qualität ab.
Mit steigender ISO schwindet diese Qualität dann natürlich, allerdings kann man viele ISOs im vierstelligen Bereich noch nutzen. 6400 ist bei korrekter Belichtung z.B. noch brauchbar im normalen Aufnahmemodus. Während der Pocket 3 noch mit D-Log M und HLG ausgestattet war, bietet der 4er jetzt echtes D-Log, was eine gute Bereicherung für das 10-Bit-Format ist. Allerdings wird immer noch in 4:2:0 aufgezeichnet. So kann man einiges an Dynamik im Schnitt zurückholen bzw. die Videos mit Aufnahmen anderer Kameras matchen.
Filmt man im 240-fps-Modus, ist dies nur ohne Log möglich. Solange das Licht stimmt, sind die Aufnahmen auch hier erstaunlich scharf und detailreich. In diesem Bezug lohnt sich ein Blick auf die Enten im Testvideo. In selbigem habe ich dann per DCM die Videos in Rec.709 gewandelt. Alternativ kann man natürlich auch das D-Log zu Rec.709 LUT von DJI nutzen. Auf jeden Fall empfehlen würde ich für Tageslichtaufnahmen die ND-Filter, damit steigert man den ohnehin guten Look nochmals immens.
Fazit
Nicht zu Unrecht wird der Osmo Pocket 4 von allen YouTubern aktuell gehypt. Gerade für diese Szene ist er die Kamera für alle Einsatzzwecke. Durch das Tracking und die Integration des DJI Mic stellt er die erste Wahl für alle Vlogger dar.
Und bei uns Filmemachern? Auch hier hat der Osmo Pocket 4 seine Berechtigung, gerade in engen und kleinen Räumen ist er ein extrem hilfreiches Werkzeug. Holt man sich noch die ND-Filter dazu, ist die Videoqualität wirklich beeindruckend. Zur Einordnung: Wir haben Osmo-Pocket-Aufnahmen in einem Video mit Red-Material gematcht, nach der Farbkorrektur sah man kaum einen Unterschied.
Gespannt blicken wir in die Zukunft, denn was so einem kleinen Gimbal auf jeden Fall fehlt, ist eine Telekamera. Die Konkurrenz hat es schon vorgemacht, und ich bin mir ziemlich sicher, dass DJI hier mit bekannter und bewährter Qualität nachlegen wird.
Seite 1: Eckdaten, Praxis, Video
Seite 2: Tracking, Hyperlapse, Post, Fazit
Autor: Sas Kaykha
Bildrechte: Sas Kaykha
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