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Kurz und knackig – KW 21/2026

Meta: Massenentlassungen. Werbemarkt 2030: Kampf ums Wohnzimmer. TikTok: Europäisieren? TV-Empfang: IPTV und DVB-T2 gewinnen. MDR: Kritik an Krimi-Rotstift.
Unternehmen
Der deutsche Ableger der Berlusconi-Holding MFE soll laut seinem Chef Marco Giordani nicht durch Zukäufe á la RTL/Sky, sondern durch gesteigerte Reichweiten wachsen – mit Blick auf das jugendliche Publikum auch unter Einbeziehung von Drittplattformen. Joyn sei nur ein Distributionsweg, die Profitabilität des Streamers nicht entscheidend. Mit Netflix etc. könne man ohnehin nicht konkurrieren.
Der Zuckerberg-Konzern kündigt dieser Tage weltweit 8.000 Beschäftigten – rund 10% der Angestellten. Weitere 7.000 Mitarbeiter sollen in kommende KI-Bereiche versetzt werden. Nachdem in den letzten Jahren bereits zehntausende Jobs vernichtet wurden sollen diese Entlassungen massive Investitionen in KI finanzieren.
Das französische KI-Unternehmen Mistral übernahm das österreichische KI-StartUp Emmi AI, das auf Modelle für komplexe physikalische Vorgänge wie Luftströmungen, Wärmeübertragung und Materialbelastung spezialisiert ist. Mistral will damit seine Position in der Luft- und Raumfahrt und anderen Branchen stärken.
Der Verkauf des Frankreich-Zweiges des angeschlagenen Konzerns des israelisch-französischen Milliardärs Patrick Drahi scheint nicht voranzugehen. Obwohl das Konsortium von Bouygues Telecom, Orange und Iliad Group das Angebot von 17,1 auf 20,35 Mrd. € erhöhte, wurde die Entscheidungsfrist ein zweites Mal bis zum 5. Juni verlängert.
Im Vorfeld der Tarifverhandlungen am 22. Mai wurde bei der Sendeanstalt bis Donnerstag 1 Uhr ein Warnstreik durchgeführt. Die Gewerkschaften fordern unter anderem Gehaltserhöhungen von 7% für Festangestellte (mindestens 450 €) und »feste Freie«. Der BR macht sein niedrigeres Angebot von einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags abhängig. Radioprogramme mussten zusammengelegt werden.
Broadcast
Mit nun 5,72 (2024: 4,71) Mio. TV-Haushalten bzw. einem Marktanteil von 16,2% (13,2%) war IPTV laut dem Astra Sat Monitor 2025 der Gewinner unter den TV-Verbreitungswegen. Auch DVB-T2HD schnitt mit 1,74 (1,68) Mio. HH und 4,7 auf 4,9% Anteil positiv ab; Zweitgeräte werden nicht erfasst. Das Kabel verlor fast 1 Mio. Kunden; 12,44 HH; der Marktanteil fiel von 37,3% auf 35,2%. Sat behauptet sich an der Spitze mit 15,46 (16,02) Mio. HH bzw. 43,7% (44,8). Der Anteil der HD-Zuschauer am Hauptfernseher liegt bei 96,1%.
Kurz vor dem Stichtag der Übernahme durch RTL gelang Sky ein Coup mit Sportrechten: Der Vertrag mit der britischen Premier League wurde vorzeitig von 2028 bis zum Sommer 2031 verlängert.
Anlässlich der Fußball-WM will die Telco die Latenz in ihren Kabelnetzen um zwei Sekunden minimieren. Das soll durch die direkte Übernahme des Signals von DasErste und ZDF unter Verzicht auf weitere Verarbeitungsschritte geschehen. Wie bei der EM 2024 wird das nach der WM wieder beendet.
Produktion
Cornelia Gröschel und Martin Brambach, Stars der Dresden-Tatorte, widersprachen der MDR-Darstellung von einer Drehpause aus finanziellen Gründen. Lang aufgebaute Strukturen würden zerstört »und die Menschen vor und hinter der Kamera  … müssen sich natürlich um andere Projekte bemühen, um wie alle Menschen unsere Miete zu zahlen.« 70% des Budgets fließen in den Medienstandort Mitteldeutschland, bis zu 1.000 Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel, so die Schauspieler.
©Nonkonform Der 70. Eurovision Song Contest in Wien erreichte in Deutschland eine Quote von 46,8%, entsprechend durchschnittlich 8,935 Mio. Zuschauern. Die ARD meldet 2,8 Mio. Zugriffe auf die Livestreams via ARD Mediathek, eurovision.de, One und DasErste – das sind 0,5 Mio. mehr als 2025. Produziert wurde im Kinolook mit 24 Alexa35-Kameras.
Streaming
Auch der Streamer von ProSiebenSat1 schickt jetzt Werbung, wenn die Nutzer einen Abruf pausieren lassen. Als erster Kunde lässt die Versicherung Cosmos Direkt vollformatige Standbilder einblenden.
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
Das Filmfestival für nachhaltiges Leben unter Präsidentschaft von Dieter Kosslick findet zum 3. Mal vom 28. bis 31. Mai statt. In Potsdam bringt es das Kinopublikum, Filmschaffende und Wissenschaftler mit einem Filmprogramm und weiteren Veranstaltungen zusammen.
»Country in Focus« des Berlinale Filmmarkts 2027 ist Südafrika, das seine »dynamische und international bestens angebundene Filmindustrie, die kreative Exzellenz, starke Produktionskapazitäten und eine wachsende Relevanz auf dem Weltmarkt« vom 10. bis 16. Februar präsentieren wird.
Radio, Audio
Die Medienanstalt NLM beauftragte Milling Broadcast mit der Programm-Zuführung, der Wartung und Überwachung der UKW-Infrastruktur für die nichtkommerziellen Lokalradios Niedersachsens. Der Auftrag läuft auf vier Jahre und neun Monate und kann vier Mal um je ein Jahr verlängert werden.
Der internationale Lobbyverband stellt eine kostenlose Toolbox zur Verfügung, die politische Entscheider, Unternehmen, Regulierer usw. in weiteren Ländern bei der Einführung des terrestrischen Digitalradios mit DAB+ unterstützen soll. »Die digitale Migration ist keine Option – sie ist der einzige tragfähige Wachstumspfad für das Radio«, so World DAB.
Märkte, Studien, Statistiken
Nach dem Streaming-Report 2026 der Plattform haben IPTV (21%) und TV-Streaming (33%) zusammen das Kabel (28%) als bisher wichtigste Empfangsart und den nun gleich starken Satelliten überholt. Die erstgenannten Wege hatten 2025 45% der Nennungen erreicht. Am Primärgerät sei Streaming mit 31% vor Kabel (23%), Sat (22%) und IPTV (19%) der bevorzugte Empfangsweg.
Laut den US-Analysten generieren Google, Amazon und Netflix 2030 die Hälfte der weltweiten Werbeumsätze über ConnectedTV. Der Markt werde sich von 40,5 Mrd. € (2025) auf 74,5 Mrd. € fast verdoppeln und die Einnahmen aus linearen Kanälen überflügeln. Google erreiche ein Umsatzplus von 26%, Amazon 13%, Netflix 9%.
Medienpolitik, Medienwirtschaft
Nach Trump-Vorbild forderte Kulturstaatsminister Weimer den Verkauf der Europa-Geschäfte der chinesischen Videoplattform TikTok an europäische Firmen. »TikTok sammelt die Daten der europäischen Jugend in einem unvorstellbar großen Ausmaß«, erklärte er bei einem Treffen der EU-Kulturminister.
Vor Gericht
Das OLG München verhandelt eine Schadensersatz-Forderung von 200.000 Prime-Kunden. Sie mussten entweder Werbung hinnehmen oder monatlich 2,99 € extra für ein werbefreies Abo zahlen. Zu entscheiden sei, ob der Streamer »laufende Verträge nachträglich verschlechtern« dürfe, so die Verbraucherzentrale Sachsen.
Das Bundesverfassungsgericht verhandelt am 23. Juni die Beschwerde von ARD und ZDF gegen die nicht erfolgte Erhöhung des Rundfunkbeitrages. Die Bundesländer hatten ihren eigenen Staatsvertrag mit der Erhöhung um 58 Cent auf 18,94 € per 1.1.2025 blockiert. Die KEF reduzierte ihren Vorschlag zwischenzeitlich auf 28 Cent.
Elon Musk verlor seine Milliarden $-Schadenersatzklage gegen den KI-Wettbewerber OpenAI (ChatGPT). Die Geschworenen sahen keinen Beweis für die Beschuldigung, OpenAI sei von dem Ziel des Gemeinwohls abgewichen, um Investoren zu bereichern.
Staatsanwälte in Texas beschuldigen den Streaming-Primus der illegalen Sammlung von Nutzerdaten und über Techniken wie Autoplay junge Zuschauer süchtig zu machen. »Sie schauen Netflix. Netflix schaut sie«, zitieren Medien aus der Klageschrift.
Internationales
In Neuseeland soll im Q3 der weltweit erste Regelbetrieb für Free-TV im Standard DVB-I starten. Zunächst bieten Hisense und TCL Fernseher für »Freeview NextGen« an. Es handele sich um keine neue Technologie; Kern ist der Programmbezug aus dem Internet und die automatisierte Wahl des Sendeweges mit bester Qualität.
Der Privatsender-Verband VÖP warnt die Politik vor Einführung einer 12%-Streamingabgabe für AV-Mediendienste zur Finanzierung der Filmförderung. Die angespannte Lage der Branche habe zu einem Stellenabbau von 10 bis 20 % geführt. Die Sonderabgabe würde zusätzlich »weit mehr als 20 Millionen Euro« kosten, Preiserhöhungen auslösen und Investitionen in News oder Regionalmagazine reduzieren.
Wiederum gab es Demos gegen den Plan der rechtspopulistischen Regierung, die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Gebühren auf Steuern umzustellen, wodurch die Sender von Regierungsmehrheiten abhängig würden.
Die »New York Times« klagt ein zweites Mal gegen das US-Kriegsministerium, das Journalisten das Betreten des Pentagon nur in Begleitung erlaubt. Das sei verfassungswidrig; die Amerikaner müssten unabhängige Berichte darüber bekommen, »welche Maßnahmen das Militär in ihrem Namen und mit ihren Steuergeldern ergreift«.
Jafar Panahi, Preisträger der Berlinale, von Cannes und Venedig, kehrte in seine Heimat Iran zurück, um vor Ort gegen das in Abwesenheit ergangenes Urteil eines Revolutionsgerichtes wegen angeblicher »Propaganda gegen das System« anzugehen. Ihm droht ein Jahr Haft.
Personalia
Nach der Übernahme von Sky wechselt Kristina Freymuth, dort Chefin der Rechtsabteilung von als Deputy General Counsel zu RTL Deutschland. Freymuth betreute neben den Antipiraterie-Aktivitäten des Pay-Senders auch die Kommunikation mit den EU-Stellen anlässlich der Übernahme.
Der neue BBC-Chef Matt Brittin trat seinen Dienst an. Er ist u.a. mit einer Milliarden-Klage von Trump und einer rassistischen Äußerung während der Übertragung der Bafta-Filmpreise konfrontiert. Die BBC werde angesichts der heutigen Situation mehr denn je gebraucht, so der Nachfolger von Tim Davie, der 565.000 £ (ca. 650.000 €) pa verdient.

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