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Kurz und knackig – KW 22/2026

KI macht Nvidia besonders wertvoll. Kabinett verabschiedet Investitionspflicht der Streamer. Smart Speaker schaden Radios. NRW-Mantel aus der Cloud. Schweizer UKW-Rücksprung wird teuer.
Unternehmen
Der Chipkonzern steigerte den Umsatz im Q1 um 85% auf 81,6 Mrd. $ und den bereinigten Gewinn um 150% auf 53,5 Mrd. $. Dank des Bedarfs an KI-Chips stieg der Börsenwert auf 5,6 Billionen $; Nvidia wurde wertvollstes Unternehmen vor Alphabet.
Der Medienkonzern meldet nach der Trennung von den Investoren KKR und CPP die Verdopplung des bereinigten operativen Quartalsergebnisses auf 54,1 Mio. €; der Proforma-Umsatz legte um 2,6% zu. Dazu trugen die Newstitel »Bild« und »Politico« sowie der Webcommerce u.a. mit »Idealo« bei.
Der Kabelnetzer meldet stabile Zahlen für 2025. Internet und Telefonie (+13%; 235,3 Mio. €) konnten den Umsatz gegen den Druck im TV-Geschäft bei 422,7 Mio. € (-0,8%) halten. Die Zahl der Internetkunden stieg um 5,7% auf 742.000, die mit Kabel-Premiumverträgen fiel von 508.000 auf 486.000.
Broadcast
Warner Brothers Discovery verlängerte die Programmverbreitung von DMAX HD und Eurosport 1 HD im kostenpflichtigen Terrestrik-Paket FreenetTV  über DVB-T2 HD.
Produktion
Russlands UNO-Botschafter Nebensja kommentierte die Zerstörung des ARD-Studio in Kiew mit der Bemerkung »Dies sind kriegerische Auseinandersetzungen«. Büros und Studio der ARD und der Deutschen Welle waren während eines Angriffs in der Nacht zum 24.5. schwer beschädigt. Verletzte gab es nicht. Das ARD-Team konnte u.a. eine mobile Schnitteinheit bergen und arbeitet an anderem Ort weiter.
AppleTV produzierte am 23. Mai ein Spiel der US-Soccer League erstmals Live mit den 48 Megapixel-Kameras des iPhone 17 Pro in Apple Log 2.
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
Das Kabinett beschloss den Entwurf des »Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetzes«. Dadurch sollen Streamingdienste und Sender 8% ihres Jahresumsatzes in die Filmförderung investieren. Laut Kulturstaatsminister Weimer wird sich mit der Wirksamkeit die Filmförderung des Bundes auf 250 Mio. € pro Jahr verdoppeln. Filmakademie, Produktionsallianz und einige Verbände begrüßten den Beschluss.
Die Goldene Palme von Cannes ging an den Rumänen Christian Mungiu für »Fjord«. Wie er wurde auch Valeska Grisebach für »Das geträumte Abenteuer« (Prix du Jury) dort zum zweiten Mal ausgezeichnet. Den Regiepreis erhielt Paweł Pawlikowski für »Vaterland« mit Sandra Hüller als Erika Mann und Hanns Zischler als Thomas Mann.
Radio, Audio
Radio NRW liefert sein Mantelprogramm ab sofort aus der Cloud. 45 NRW-Lokalradios sind nicht mehr auf einen zentralen Zeitplan angewiesen, sondern können nach Bedarf wechseln, Stop-Sets entfallen. Technische Grundlage, die auch Außenproduktionen über die Cloud einbindet, ist das System DABiS800 der schweizerischen DANEXiS.
Vorauseilender Gehorsam: HR, SWR und SR legen ihre Jugendradios nicht erst – wie vom Reformstaatsvertrag gefordert – 2027, sondern schon zum 1. Juni zusammen. »Das neue Ding« wird in Baden-Baden, Frankfurt und Saarbrücken für vier Bundesländer produziert. Synergien ersparen 1,8 Mio. €, die in digitale Produkte für 20- bis 29-Jährige investiert werden sollen.
Baden-Württembergs Medienanstalt will den landesweiten DAB+-Kanal 11B durch drei regionale »Kacheln« ersetzen. Das geht aus einer Entscheidung hervor, nach der EgoFM den Zuschlag für landesweite Verbreitung bis 2032 erhielt. Wann das Projekt im Interesse lokaler und regionaler Sender umgesetzt wird, ist nicht bekannt.
Standards
Die HbbTV Association unterstützt offene Standards für interaktives TV mit einem Application Showcase. Use Cases, Umsetzungsstile usw. geben Anregungen für konsistente und skalierbare Implementierungen über einzelne Geräte, Hersteller und Marken hinweg.
Netze
»Die starke Nachfrage« veranlasst den Dienst von Elon Musk für Sat-basiertes Internet zu Preiserhöhungen der Pakete für private Haushalte in Deutschland ab Juni um 5 bis 6 € bei gleichem Leistungsumfang.
Künstliche Intelligenz
KI sei in Unternehmen zwar fest verankert, jedoch fehle es an einer passenden Organisation und Umsetzung. Trotz vorhandener Finanzierung verliere die Einführung daher oft an Schwung. Das Institut Zoi befragte 500 IT-Leiter von Betrieben mit mehr als 2.000 Mitarbeitern.
Märkte, Studien, Statistiken
Von der 30%-Haushaltsausstattung mit Smart Speakern profitieren deutsche Radios nicht, weil die Gerätehersteller die Auffindbarkeit von Programmen kontrollieren, so eine Goldmedia-Studie für die Medienanstalten. Radio trage zwar 21% zum Plattform-Umsatz bei, aber nur 3% fließen an sie zurück. Bis 2030 drohe den Radios ein Verlust von mehreren hundert Mio. €.
Laut Nielsen stand die Werbung in klassischen Medien weiter unter Druck. Im Q1-Vergleich mit 2025 schneiden Online-Medien mit 1,65 Mrd. € (+12,5%) positiv ab. TV-Werbung ging um 1,4% auf 4,85 Mrd. € zurück. Der Gesamtumsatz stieg um 0,7% auf knapp 11 Mrd. €.
Der Verband der Privatsender prognostiziert für 2026 ein Umsatzplus von 4,3% auf 6,28 bis 6,55 Mrd. € bei der Werbung in TV-, Streaming- und Audiomedien. 2025 hatte der Zuwachs nur 0,9% betragen.
2025 wurden in Deutschland 2,9 Mrd. SMS verschickt. Das entspricht einer Halbierung im Vergleich zu 2024 (5,2 Mrd.) und ist zum Spitzenwert von 2012 mit 59,8 Mrd. marginal. Hintergrund ist der Aufschwung der Chatdienste.
Medienpolitik
Der Dachverband der europäischen Rundfunkanstalten fordert die EU-Gremien auf, im geplanten »Digital Networks Act« die Interessen der Sender und ihres Publikums zu berücksichtigen. Der direkte und unkomplizierte Zugang zum Hörfunk im Auto ohne zwischengeschaltete Plattformen sei gesetzlich festzuschreiben – auch mit Blick auf die Rolle des Radios in Krisensituationen.
Internationales
Stephen Colbert beendete seine letzte »Late Show« nach elf Jahren mit einem Auftritt von Paul McCartney, der »Hello, Goodbye« intonierte. Während der Sender CBS die Absetzung offiziell mit der Finanzierung begründet, weil Colbert Präsident Trump scharf kritisierte, schwingen im Hintergrund dessen Drohungen gegen CBS.
Der gerade durchgesetzte Erhalt der UKW-Radioverbreitung wird richtig teuer, so der Schweizer Radio-Unternehmer Günter Heuberger (Mediengruppe Top). »Die durch die UKW-Abschaltung gesparten Millionen könnten besser in den Journalismus zur Erfüllung des regionalen Service public investiert werden.«
Der spanische Zweig der Berlusconi-Holding MFE muss an die ITV Studios 73,2 Mio. € zahlen. Ein Gericht in Madrid urteilte die ungenehmigte Verbreitung des Publikumshits »Pasapalabra« zwischen 2012 und 2019 ab und orientierte sich beim Schadensersatz an direkten und indirekten Werbeeinnahmen.
Italiens Behörden nahmen den Streamer »Cinemagoal« vom Netz. Dieser TV-Pirat nutzte statt Settopboxen eine App, die Streams auf illegal decodierten Content ermöglichte, der auf fremden Servern abgelegt war. Zugänge wurden für 40 bis 130 € pa verkauft. Sky, DAZN, Disney+ und Spotify beklagen einen Schaden von 300 Mio. €.
Personalia
Caterina Preti, bei Sky bisher für den Streamer »Wow« verantwortlich, wird ab dem 1. Juni Managing Director von Sky Österreich. Vorgänger Michael Radelsberger wird als Chief Consumer Offizer bei RTL Deutschland ihr Vorgesetzter.
Nach einer Befragung von Sir Ian Cheshire unterstützt der Unterhaus-Ausschuss für Wissenschaft, Innovation und Technologie seine von der Regierung vorgeschlagene Kandidatur zum Vorsitzenden der britischen Medienbehörde.

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