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Kurz und knackig – KW 30/2026

Vergriffen: KI hackt Konkurrenz? Vereist: Paramount/Discovery-Deal. Verausgabt: X-Aktie. Verpasst: BR-Direktorenwahl. Vereinbart: ZDF/Joyn. »Verschwörung«? Trump nicht live bei NBC/ABC.
Unternehmen
Auf Antrag von 12 Bundesstaaten setzte ein Gericht in Kalifornien den Milliardendeal für zunächst zwei Wochen aus, um über mögliche Verstöße gegen Wettbewerbsrecht zu verhandeln. Eine einstweilige Verfügung könnte den dauerhaften Stopp bis zu einem letztinstanzlichen Urteil auslösen. Die Trump-Administration hatte die Übernahme durch die befreundeten Ellisons ohne Auflagen durchgewinkt.
SpaceX-Kurs bei Nasdaq am 17.7.2026 nach dem Start am 12.6.2026. Screenshot Einen Monat nach dem Börsengang: Nach dem Sprung des Aktienkurses vom Startwert 135 $ auf das Maximum von 225 $ fiel die Aktie von SpaceX im US-Index Nasdaq bis zum 21.6. auf 120 $ (105 Mio. €) – also unter den Startkurs.
Einer weiteren »Konsolidierung« werden mehrere Hundert Stellen u.a. bei den ABC-News, Pixar Animation, National Geographic und dem Sportkanal ESPN gestrichen. Für den Mauskonzern arbeiteten Ende 2025 172.000 Menschen in den USA und 59.000 im Ausland.
Der BR beendet das Geschäftsjahr 2025 mit einem Fehlbetrag von 44,4 Mio. € bei Einnahmen von 1,282 Mrd. €. Die von einigen Bundesländern blockierte Erhöhung des Rundfunkbeitrags kostete den Sender 32,6 Mio. €. Nun sei zwischen Sparzwängen und Programmauftrag zu balancieren, so Rundfunkratsvorsitzender Ruppert.
Mit einem handelsrechtlichen Gewinn von 74,7 Mio. € (davon 2 Mio. € aus dem Rundfunkbeitrag) schloss der NDR das Jahr 2025 ab. Die Erträge lagen bei 1,27 Mrd. €. Gewinne und Verluste der ÖR-Anstalten sollen über die vier Jahre einer Beitragsperiode neutral sein.
Leonine bündelt die Entertainment-Kompetenzen für Brand- und Creator-Entertainment in der neuen Unit Leonine_C. Premium-Content, Talent- und Creator-Kooperationen sollen für ein jüngeres Publikum plattformgerecht entwickelt und produziert werden.
Broadcast & Produktion
Die Südwest-Sendeanstalt produziert ihren neuen Schwarzwald-»Tatort« nicht selbst, sondern beauftragte Giganten Film Ludwigsburg. Auch einige Showformate werden ab 2027 an externe Produzenten ausgelagert.
FIFA-WM
Die Liveübertragungen der Fifa-WM erreichten bei ARD/ZDF 58,699 Mio. unterschiedliche Zuschauer und einen Marktanteil von 73,9%. Meistgeschaut war Deutschland vs. Curaçao (24 Mio. Zuschauer; 70%). Das Finale sahen 17,4 Mio. im ZDF. Die vor Mitternacht angepfiffenen Begegnungen hatten im Schnitt 8,7 Mio. Zuschauer (43,9%).
©TV Skyline MagentaTV meldete schon vor dem WM-Ende mehr als 200 Mio. Zuschauer. Das ist das Dreifache gegenüber der Euro 2024 mit 70 Mio.. Nach der Euro 2028 sicherte sich die Telekom auch die Rechte an allen 104 Spielen der WM 2030 in 6 Ländern auf 3 Erdteilen für einen ungenannten Betrag.
Mit 62,8 Mio. Zuschauern der englisch- und spanischsprachigen Sender war das Finale Spanien vs. Argentinien der meistgesehene Kick der US-TV-Geschichte. Über alle 104 Spiele lag der Schnitt bei 7,74 Mio. Einschaltern – 116% zu 2022. In Spanien erreichte das Finale einen Marktanteil von 87,1%.
Streaming
Die Auseinandersetzung zwischen dem ZDF und ProSiebenSat.1 über nicht vereinbarte Übernahmen des Streamers Joyn endet mit einem Vertrag, durch den Joyn ab dem Q4/2026 ZDF-Material zeigen darf. Das sei »ein starkes, zukunftsweisendes Signal für das duale System und die Medienbranche insgesamt«, hieß es beim ZDF.
Filme, Festivals, Kino, Förderungen
Im digitalen Antragsportal kann jetzt für die Anreizförderungen des Bundes, den Deutschen Filmförderfonds (DFFF I) und den German Motion Pictures Fund (GMPF) beantragt werden. Auch die Bescheide kommen über das Portal. Per E-Mail werden Anträge nur noch bis zum 31.8.2026 angenommen. Für den DFFF II bleibt es aber bei der Beantragung per Mail.
Künstliche Intelligenz
Ein neues KI-Modell von ChatGPT brach angeblich »eigenständig« aus der Testumgebung ins offene Internet aus und hackte den KI-Wettbewerber Hugging Face. OpenAI will nach dem »beispiellosen Cybervorfall«, der Möglichkeiten von KI zeigt, die Sicherheit verstärken.
Microsoft setzt sich durch eine Partnerschaft mit Mistral AI von US-Entwicklern für KI ab. Für mehrere Milliarden Euro will der Softwareriese die europaweite Infrastruktur der Franzosen nutzen und erweitern, um KI-Modelle an sensible Firmen und Behörden zu vermarkten.
Der Streamer stärkt seine KI-Kompetenz und übernimmt InterPositive in L.A. mit 16 Beschäftigten für 600 Mio. $. Mit dem 2022 von Ben Affleck und Partnern gegründeten Startup wolle der Konzern »die Kraft menschlicher Kreativität und die Menschen dahinter schützen«.
Aufgrund eines Vergleichs im Verfahren um die illegale Nutzung literarischer Werke für das Training des Chatbots »Claude« zahlt die Firma 3.000 $ je Buch an Autoren und Verlage, insgesamt 1,5 Mrd. $. Für 91% der 482.000 im Vergleich erfassten Titel wurden Ansprüche angemeldet.
Radio, Audio
Bayern Digital Radio setzt erstmals DAB+-Sendetechnik des Frankenthaler Herstellers ein. Vom Standort Wasserburg am Inn werden 1,17 Mio. Einwohner (89,5%) mit 2,4 kW mit neun zusätzlichen Regionalsendern im Kanal 7A versorgt.
Vom neuen Standort Kaufbeuren verbreitet Bayern Digital Radio den »Allgäu-Donau-Iller« mit sieben Regionalradios (K8B, 630 W ERP). Der BR schaltete dort zeitgleich seine Multiplexe (mit sechs Privatsendern) in den Kanälen 10A und 11D auf.
Der Radiokonsum geht laut EBU-Studie »Audience Trends 2026« europaweit zurück. Das betrifft erstmals auch die Altersgruppe 60+, deren Hörzeit um 16% sank. Bei den 15- bis 24-Jährigen waren es -34%. Dennoch erreicht Radio im Schnitt 81,3% der Bevölkerung. Die durchschnittliche Hördauer lag 2025 bei 130 Minuten pro Tag.
5G
Das EU-Projekt »5G-aNTeNna« entwickelt eine Bodenstation für das IRIS2-Hochsicherheits-Sat-Netz für Behörden, Verteidigung, Wirtschaft und kritische Infrastrukturen. Dafür wird 5G-NTN im Ka-Band mit Phased-Array-Antennen kombiniert. Das Konsortium führt Silicon Austria Labs, aus Deutschland sind Technisat und Fritz beteiligt.
Netze
Das Sat-Internet des Konzerns soll 2027 in Zusammenarbeit mit dem dortigen Partner Herotel in Südafrika starten und kommt damit Musks Starlink zuvor. Musk beschuldigte das Land daraufhin des Rassismus.
Medienrecht, Urteile
Elon Musks Plattform machte nach einer 120 Mio. €-Strafe Zugeständnisse. Das gehe in die richtige Richtung, so die EU-Kommission nach ihrer Kritik an intransparenter Werbung etc. X hat sechs Monate Zeit für die Umsetzung.
Der Rundfunk-Branchenverband begrüßt den Novellenentwurf des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Er sieht darin eine Gleichstellung von Rundfunk und Presse, auch im Wettbewerb mit den Plattformen. Positiv, aber nicht ausreichend, wird die Regulierung von Kooperationen privater und ÖR-Sender bewertet. Das Kartellrecht müsste zudem für Rundfunk-Fusionen entschärft werden.
Internationales
Weil NBC und ABC die jüngste Trump-Rede nicht live sendeten, forderte dieser den Entzug ihrer Lizenz. Sie betrieben eine »Verschwörung«, und wollten einen angeblichen »Wahlbetrug fortsetzen«, über den Trump in der Rede gewettert hatte. Belege legte er nicht vor.
Die »New York Times« nennt die gerichtliche Vorladung ihrer Journalisten Julian E. Barnes, Eric Lipton, Tyler Pager und Eric Schmitt, die über Sicherheitsfragen der neuen Air Force 1 berichteten, »missbräuchlich und unzulässig« und »in böser Absicht erwirkt«. Die Aufhebung der Vorladungen wurde vor Gericht beantragt. Laut US-Medien forderte das Justizministerium berufliche und private Kommunikationsdaten der Journalisten und von Familienmitgliedern bei Telcos an.
Senat und Nationalversammlung setzen als erstes EU-Land Restriktionen für Social Media in Kraft, deren Nutzung Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren ab dem 1.9. verboten wird. Existierende Konten der Altersgruppe sollen bis Jahresende geschlossen werden.
Erneut wurde Alican Uludag, Reporter der Deutschen Welle, festgenommen. Nach einem kritischen Beitrag über die Justiz auf X wird ihm »Aufstachelung des Volkes zu Feindseligkeit« vorgeworfen. Im Februar war er wegen angeblicher »Beleidigung des Präsidenten« 90 Tage in U-Haft.
Personalia
Der Vorstandsvorsitzende Stefan Hoff verlässt den Verband der Dienstleister nach 16 Jahren im Gremium Ende Juli. Bis zu planmäßigen Neuwahlen im Mai 2027 führt Vorständlerin Andrea Brüggemann den Verband kommissarisch.
Arte-TD Kemal Görgülü wechselt zum 1.2.2027 als Produktions- und Technikdirektor zum BR. Seine Vorgängerin Prof. Birgit Spanner-Ulmer (63) scheidet nach drei Amtsperioden aus. Während die Verträge des Verwaltungsdirektors Albrecht Frenzel und der juristischen Direktorin Eva Majuntke bis 2032 verlängert wurden, scheiterte Intendantin Wildermuth im Rundfunkrat überraschend mit dem Vorschlag einer zweiten Amtszeit für Programmdirektor Björn Wilhelm.

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