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Kurz und knackig – KW 32/2026

USA: Neue Versuche zur Gleichschaltung. KI: Jobs, Kennzeichnungen, Missbrauch, Souveränität. Medien: Kontext der Nutzung wird wichtiger. Meta Glasses: Verbotsreif? Bildoptimierung: HDR10+ Advanced startet.
Unternehmen
Das Traditionsstudio steigerte 2025 den Umsatz von 56,5 auf 68,1 Mio. €. Zurückzuführen sei das u.a. auf die Kopro des vierten »Panem«-Sequels sowie die »angekündigte Anpassung der Filmförderung auf 30% und die Erhöhung der jährlichen Bundesfördermittel auf 250 Mio. €«. Das EBITDA lag nach -1,224 Mio. € mit 33.000 € knapp im Positiven, während das Konzernergebnis nach Steuern von -84.000 € auf -321.000 € fiel.
Die gerichtliche Aussetzung des Milliardendeals aufgrund der Klagen von 12 US-Bundesstaaten und des Verbands der Drehbuchautoren zwingt Paramount zum Stopp des Vollzugs. Paramount will die für Anfang März 2027 angesetzte Verhandlung schon im November abgeschlossen sehen: Vertragsstrafen von 7 Mio. $ pro Tag für Verzögerungen über den 30.9. hinaus könnten mehr als 1 Mrd. $ kosten.
Im 1. Halbjahr und nach der Integration von Intelsat stieg der Umsatz des Medienbereiches des Sat-Betreibers um 46,5%. Die Gruppe zeichnete Verträge über 1,2 Mrd. € bei einem Bestand von 6,4 Mrd. €. Weitere drei O3b mPower-Satelliten werden im Herbst in den Orbit gebracht.
Milliarden-Investments in KI-Rechenzentren zahlen sich aus: Die Cloud-Sparte Azure mit 30 Mio. zahlenden Nutzern des KI-Assistenten Copilot überschritt im Q2/26 die Umsatzmarke von 100 Mrd. $.
Der KI-Datenanalyst katapultierte den Umsatz im Q2/26 zum Q2/25 um 93% auf 1,94 Mrd. $. Auslöser sind die um 90% auf 809 Mio. $ gewachsenen Geschäfte mit der US-Regierung.
Die Demos zeigen Innovationen für verbesserte Workflows, wie Next-Gen-Transcoding, Content Protection, Personalisierung und intelligente Automatisierung. Der Konzern übertraf im Q2/26 die Börsenerwartungen. Die Erlöse stiegen zum Q2/25 um 20% auf 200,6 Mrd. $, der Gewinn von 18,1 auf 62,65 Mrd. $. Der Kapitalbedarf für Investments in KI-Infrastrukturen wurde von 200 auf 220 Mrd. $ hochgesetzt.
Trotz des Rekord-Börsengangs meldet die Weltraumfirma im Q2 wieder Verluste von 541 Mio. $ (Q2/25: ca. 1 Mrd. $). Jedoch stieg der Umsatz um fast 92% auf 7,8 Mrd. $; allein Starlink setzte 4,3 Mrd. $ (+ca. 65%) um. Nicht erst 2031, sondern schon 2030, will Elon Musk 1 Bio. $ u.a. mit Rechenzentren im Orbit umsetzen. Nach dieser Äußerung fiel die Aktie um 7%.
Broadcast & Produktion
Mit einem Marktanteil von 26% hat der Streamer im UK erstmals die BBC (25%) in der Zuschauergunst knapp überflügelt, so die Medienbehörde Ofcom. ITV (deren Mediensparte Sky übernehmen will) folgt mit 15%, YouTube mit 10%.
Künstliche Intelligenz
In den reicheren Staaten gefährdet der Einsatz von KI bis zu 14,2% der Arbeitsplätze, in ärmeren nur 4,5%. Laut der Weltbank führe die Automatisierung der Arbeit in Schwellenländern zur Steigerung der Produktivität auf 16,2%, was dem 18,7%-Wert der Industrieländer näherkommt.
Seit dem 1.8. müssen für Werbung und andere professionelle Zwecke generierte KI-Bilder, Videos und Texte gekennzeichnet werden, ab dem 1.12. drohen Bußgelder. Die neue EU-Regel überlässt die Kennzeichnung den KI-Anbietern. Der Bundesverband Musikindustrie stellte kürzlich eigene Logos vor.
Ein neues KI-Tool zur Manipulation von Satellitenbildern aus Google Earth wurde zurückgezogen. Das eigentlich nur für Fachleute gedachte Tool wurde entgegen den Richtlinien genutzt, um Screenshots solcher Bilder zu teilen.
Mit dem neuen Modell »Qwen3.8-Max« will der chinesische Konzern die KI-Dominanz von US-Firmen angreifen. Es sei auf das Programmieren, umfangreiche Recherchen und selbständiges Erledigen komplexer Aufgaben ausgerichtet.
Auch KI-Modelle dieses OpenAI-Wettbewerbers haben sich während eines Tests »selbständig« gemacht und unbefugt auf Systeme von drei nicht genannten Firmen zugegriffen. Um eine Schwachstelle in öffentlich zugängliche Software einzuschleusen habe die KI laut britischen Stellen versucht, einen zuständigen Menschen per Email zu manipulieren.
»Edge-KI verlagert Künstliche Intelligenz direkt in Geräte wie Smartphones, Wearables, Hausgeräte oder Roboter.« Das treibe laut dem Industrieverband ein Smart-Living-Modell, das Nutzerhandeln durch maschinelles Lernen ersetze, um Abläufe im Haushalt zu automatisieren, »während sensible Daten in der Souveränität der Anwender und Anwenderinnen bleiben«, behauptet der Mitveranstalter der Funkausstellung und kritisiert u.a. »regulatorische Überkomplexität«.
Laut dem Desi-Index des Verbands der Digitalbranchen kommt Deutschland zwar voran, rutschte aber um drei Plätze auf Rang 17 ab. »Andere Länder sind schneller«, so Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Unter den fünf größten EU-Ländern ist Deutschland hinter Spanien und vor Frankreich auf Platz 2.
Streaming
Prime Video und die 2026er TV-Modelle von Samsung setzen den neuen Standard als erste ein, der das 2017 eingeführte HDR10+ ablösen soll. Neue Funktionen verwenden dynamische Metadaten für KI-basierte Tonwertänderungen und Metadaten einzelner Szenen, um stark bewegte Sequenzen zu verbessern – auf kompatiblen Geräten. Es handele sich – im Gegensatz zu Dolby Vision – um einen offenen Standard.
Im Gefolge des laufenden Rechtsstreits mit Dolby um Patente wurde eine alternative Lösung eingeführt, so dass den Premium-Kunden 4K UHD wieder zur Verfügung steht. Das soll später auch das – nicht von allen Geräten verarbeitete – HDR betreffen.
Der Musikstreamer überschreitet 300 Mio. (+9%) zahlende Kunden. Im Q2/26 wurden vor dem Hintergrund erhöhter Abopreise 4,8 Mrd. € umgesetzt.
Radio, Audio
Die Dreiländeranstalt verzichtet aus wirtschaftlichen Gründen zum 1.9. auf die UKW-Sendeanlagen an den Standorten Freiberg, Grimma, Hoyerswerda, Bad Lobenstein/Siegitzberg, Nordhausen und Schmölln. Die Programme sind alternativ über DAB+, per Sat und Kabel, auf mdr.de und in ARD Sounds empfangbar.
Die über DAB+ national empfangbare Welle der Bertelsmänner wurde auf »ein modernes FeelGood-Musikformat« mit »News to use« umgestellt. Erfolgreiche (TV-) Marken von RTL sollen dort »radiogerecht weitererzählt« werden.
Laut dem Bericht »Media Nations 2026« der britischen Medienbehörde entfielen im Q1/26 61% der Radionutzung im Auto auf DAB/DAB+. Ein Jahr vorher waren es 56%. Die Nutzung von UKW und MW ging von 37% auf 33% zurück.
Laut Berichten will die Schweizer Anstalt je drei UKW-Programme pro Sprachregion nach laufenden Technik-Tests im Herbst wieder aufnehmen. SRG war gemäß Vereinbarung mit den Privaten als erster Radioanbieter aus UKW ausgestiegen, jedoch hatten Digital-Gegner nachträglich einen Rollback erreicht.
Märkte, Studien, Statistiken
Verbraucher in den USA und UK nutzen AV-Medien täglich 11 Stunden über verschiedene Plattformen. 1 h 57 min entfallen auf Streaming, 1 h 46 min auf soziale Medien und 1 h 35 min auf YouTube. Weil pro Woche im Schnitt 11,5 Plattformen genutzt werden, werde das Verständnis des Kontexts der Nutzung wichtiger.
Medienrecht, Urteile
Suno darf Kompositionen von GEMA-Mitgliedern nicht ungefragt nutzen. Die US-Firma hatte sich bei YouTube mit Musik bedient, um ihre KI zu trainieren. Vor Gericht erstritt die GEMA Schadensersatz-Zahlungen in unbekannter Höhe für ihre Mitglieder.
Laut Hamburgs Datenschützer Thomas Fuchs ist das heimliche Filmen von Personen mittels Meta Glasses ein Verstoß gegen den Datenschutz. Besitz und Handel solcher als Alltagsgegenstand getarnten Kameras sei in Deutschland nicht gestattet.
Temu behindere Ermittlungen der EU-Kommission zu möglicherweise unrechtmäßigen staatlichen Unterstützungen für das chinesische Billigshopping-Portal. Bei unangekündigten Prüfungen wurden erbetene Geschäftsbücher und Unterlagen nicht vorgelegt.
Internationales
Sicherheitsbehörden führen eine aktuelle Desinformationskampagne im Vorfeld von Landtagswahlen auf Russland zurück. Eine dreistellige Zahl von Fake-Videos missbraucht Logos deutscher Medienhäuser, um vorwiegend Politiker von CDU, Grünen, SPD und FDP mit Vorwürfen von Veruntreuung bis zu sexuellen Belästigungen zu diskreditieren.
Nachdem Vorladungen von Redakteuren der »New York Times« wegen Aussichtslosigkeit fallen gelassen wurden, versucht es das Justizministerium bei einem Freiberufler der Zeitung: Er war 2025 Koautor eines Berichtes über Navy Seals, die 2019 unbewaffnete Nordkoreaner getötet haben sollen. Die Zeitung nannte das Verlangen nach einer Aussage und der Herausgabe von Rechercheunterlagen einen »dreisten und illegalen« Übergriff der Regierung.
Gleichzeitig geht die Trump-Administration weiter gegen ABC (Disney) vor. Die Medienbehörde FCC droht acht Sendern mit vorzeitigem Entzug der erst 2028 auslaufenden Lizenzen. Trump wolle »eine Medienindustrie, die aus Angst vor offizieller Vergeltung zu verängstigt ist, um frei über Geschehnisse zu berichten«, so ABC. Die Prüfungen wurden einen Tag nach Trumps Forderung angekündigt, seinen politischen Gegner Jimmy Kimmel zu entlassen.
Veranstaltungen
Der wichtigste Preis für den deutschsprachigen Filmnachwuchs wird unter neuem Logo am 5. Oktober in Berlin vergeben. Die Auszeichnungen in zehn Kategorien sind mit insgesamt 132.000 Euro dotiert. Veranstalter sind die Deutsche Filmakademie und neun Produktionsfirmen.
Personalia
Christoph Eck-Schmidt ist der neue Chef der »Bild«-Gruppe von Springer SE. Er folgt Carolin Hulshoff Pol, die nach London geht, um den jüngsten Springer-Zukauf »Telegraph« zu führen.
Nach Country Director Christoph Schneider Ende 2025 geht jetzt Philip Pratt, als Head of German Originals bei Amazon MGM Studios Germany verantwortlich für die deutschsprachigen Eigenproduktionen, nach elf Jahren im Unternehmen auf eigenen Wunsch.
Beim Technologie-Spezialisten für Cloud Broadcast und Streaming wurde Martin Wacker als Verkaufschef für die Regionen DACH-, Mittel- und Osteuropa verpflichtet. Zuvor war er u.a. für RTL und KabelEins tätig.

 

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