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Verhaltener Start, neue Perspektiven

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NAB2016.

Am Sonntag vor Ausstellungsbeginn der NABShow richten etliche der großen Hersteller Pressekonferenzen aus und berichten über Strategien, Allianzen, aktuelle Produkte, das vergangene Geschäftsjahr, neue Potenziale und vielversprechende Technologien. Dieses Prozedere hat sich über die Jahre nur wenig verändert, wenngleich es bei den an diesem sonntäglichen Ritual beteiligten Firmen immer wieder Wechsel gab und einige mit der Zeit auch ganz wegbrachen — weil es sie nicht mehr gibt oder weil sie aus der Tradition ausscheren und andere Formen ausprobieren wollten,

Hersteller wie Sony, Avid, Grass Valley und Imagine sind jedoch seit vielen Jahren feste Konstanten der Vorabkonferenzen geblieben und können als Gradmesser für die allgemeine Stimmungslage gelten. Die aber präsentiert sich in diesem Jahr insgesamt doch etwas verhalten, ganz nach dem Motto: Man hat im vergangenen Jahr einige Hürden bewältigt, aber es dürften noch etliche weitere auf dem Weg liegen.

So fällt es den Rednern in diesem Jahr auffallend schwer, das Publikum zu tosendem Applaus und Jubelschreien zu motivieren, wie sie in den USA bei Produktvorstellungen eigentlich üblich und gewünscht sind. Fast schon ein bisschen penetrant muss der Jubel in diesem Jahr eingefordert werden.

Bei praktisch allen Broadcastern spielte das komplexe Thema IP eine wichtige Rolle – und hier dominierte die Einsicht, dass es ohne gemeinsame Gremien, die eine Standardisierung für die IP-Welt schaffen, wohl nicht gehen wird. Was Grass Valley, Imagine, Lawo, Nevion und Snell im Dezember vergangenen Jahres mit AIMS, der Alliance for IP Media Solutions, ins Leben riefen, hat innerhalb weniger Monate zahlreiche weitere Supporter gewonnen. AIMS will sich für die praktische Umsetzung und Weiterentwicklung von offenen Protokollen für den Bereich Media over IP stark machen – und ist mit diesem Ansatz erfolgreich. Die Branche hat erkannt, dass es ohne diesen wichtigen Schritt für alle Hersteller schwierig wird, aus IP-Technologien einen funktionierenden Markt zu machen.

Dass es ohne Offenheit und Partnerschaften heute nicht mehr geht, sehen mittlerweile auch die Hersteller auch in anderen Bereichen so. Avid etwa kündigte in einer Pressekonferenz, die insgesamt sehr stark die Themen Offenheit und Kollaboration betonte, eine Initiative vor, innerhalb derer jeder, der das will, auf Basis eines Connectivity-Toolkits eigene Apps entwickeln kann, die man dann direkt aus Avid-Programmen öffnen und nutzen kann. Schillerndste Neuheit in diesem Zusammenhang: Es gibt jetzt ein Panel, das die Brücke zwischen Adobe und Avid-Lösungen schlägt: man hat von Premiere aus Zugriff auf Avid-Assets.

Kurzum: Die bisher doch etwas gedämpfte Stimmung der Branche hat auch Vorteile — führt sie doch dazu, dass die Unternehmen etwas offener aufeinander zugehen. Davon können schlussendlich alle profitieren: Kunden genauso wie Hersteller.

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