Messe: 23.09.2008

IBC2008: Ikegami zeigt funktionsfähige GF-Geräte

Die bandlosen, speicherchip-basierten Geräte der GF-Serie kündigte Ikegami erstmals zur NAB2007 an. Ein Jahr später zur NAB2008 waren Prototypen zu sehen. Zur IBC2008 konnte der Hersteller das System nun voll funktionsfähig vorführen. Im Videoreport erläutert Jürgen Gottwald die Basics der GF-Serie mit Schwerpunkt auf dem Camcorder.

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Was bei Sony die SxS– und bei Panasonic die P2-Karten sind, das sind bei Ikegami die GF-Paks. Diese Medien hat Ikegami gemeinsam mit seinem Anteilseigner und Partner Toshiba entwickelt, so wie das ganze GF-System eine Gemeinschaftsentwicklung dieser beiden Unternehmen ist. Die GF-Paks sind etwas kleiner als die bisher von Ikegami in der Editcam genutzten Field-Pak-Wechselfestplatten, aber deutlich größer als SxS, P2, SD– oder CF-Speicherkarten. Sie bieten allerdings auch eine integrierte Kapazitätsanzeige und sind mit zwei Schnittstellen ausgestattet, die im IT-Bereich weit verbreitet sind: SATA und USB 2.0 — man benötigt also nicht unbedingt einen Reader oder einen Rechner mit speziellen Slots, um das Material von GF-Paks kopieren, sichten und schneiden zu können.

Zunächst sollen GF-Paks mit Speichergrößen von 16, 32 und 64 GB auf den Markt kommen. Auf das 32-GB-Medium passen ungefähr eine Stunde 50-Mbps-Aufnahmen. Intern kann der Speicher laut Firmenangaben zunächst Datenraten bis 200 Mbps schreiben und ausgeben, die Schnittstelle ist gleich leistungsfähiger konzipiert und erreicht demnach 1,5 Gbps (SATA). Für den Anschluss an NLE-Systeme sorgt die zusätzlich vorhandene USB-2.0-Schnittstelle. Die GF-Paks werden vom Rechner wie Laufwerke erkannt und behandelt, man kann das Material sofort schneiden.

Durch die erweiterte Funktionalität der GF-Paks gegenüber den Field-Paks ist der Workflow nach der Aufnahme etwas einfacher und flexibler, bleibt aber vom Prinzip her schon ähnlich.

GF-Cam: der Camcorder HDS-V10

Der GF-Camcorder ist als Schulter-Camcorder konzipiert und nutzt drei 2/3-Zoll-CCD-Sensoren zur Bildwandlung. Dabei will Ikegami zwei Varianten anbieten: einen 1080i-Camcorder mit AIT-Sensoren, die 2,1 Millionen Bildpunkte aufweisen und eine native 720p-Version, in der IT-Sensoren mit einer Million Bildpunkten zum Einsatz kommen. Später ist auch eine CMOS-Version geplant. Die Aufzeichnung ist laut Hersteller bei beiden Geräten zwischen HD (in der jeweiligen Spielart) und SD umschaltbar. In der höchsten Qualitätsstufe zeichnet der 1080i-Camcorder im vollen Raster von 1.920 x 1.080 Bildpunkten in 4:2:2 Abtastung auf, dabei kommt ein MPEG-2-Codec zum Einsatz.

Der Camcorder ist laut Ikegami mit einem internen Speicher ausgestattet, der 30 Sekunden Material zwischenspeichern kann, was die Funktionalität etwa in puncto Retro Loop und Intervall-Aufnahme erweitert. Außerdem kann damit auch im laufenden Betrieb das GF-Pak gewechselt werden: Wenn man weniger als 30 Sekunden dafür braucht — was problemlos reichen sollte — verliert man kein Bild und kann kontinuierlich aufzeichnen. Besonderen Wert legt Ikegami aber auf die Bildqualität und nennt hier einen Signal/Rausch-Abstand von 58 dB und eine hohe Lichtempfindlichkeit von Blende 11 bei 2.000 Lux als Beispiele.

Die Bilder und Töne schreibt der Camcorder als MXF-Files auf die GF-Paks. Für HD-Aufzeichnungen stehen I-Frame-Only mit 100 Mbps oder Long-GoP mit 50 Mbps zur Verfügung. Wenn in SD aufgezeichnet werden soll, stehen hierfür 30, 40 und 50 Mbps als Datenrate zur Verfügung und es werden IMX-kompatible Files in den MXF-Container geschrieben.

Auf dem Display des Camcorders können die Files als Thumbnails oder bildfüllend abgespielt werden, aber der Camcorder kann auch wenn er in diesem Modus arbeitet jederzeit direkt aufzeichnen: Anders als bei anderen bandlosen Camcordern, wo man erst vom Wiedergabe- in den Kameramodus wechseln muss, bevor man eine Aufnahme starten kann.

Der Camcorder ist, wie das GF-Pak auch, mit einer USB-2.0-Schnittstelle ausgestattet. Hierüber können Metadaten in den Camcorder eingespielt werden, aber auch niedriger aufgelöste Proxies, die der Camcorder optional parallel generieren kann, lassen sich hierüber auf einen USB-Speicherstick schreiben.

Der Netto-Listenpreis für die GF-Cam HDS-V10 soll für ein Set aus Body und Sucher, aber ohne Objektiv, in der Größenordnung von 25.000 Euro liegen, wenn das Gerät ab November 2008 verfügbar wird.

GF-Station: der Recorder GFS-V10

GF-Station verfügt über einen Slot für GF-Paks und ist zusätzlich mit eingebautem Festspeicher in einer Kapazität von 128 GB ausgestattet. Ein LCD-Monitor ist ebenso integriert wie ein Up/Down-Konverter, ein Jog/Shuttle-Rad, sowie einfache Schnittfunktionalität zum Setzen von In- und Out-Punkten. Zudem stellt das Gerät Video- sowie Daten-Schnittstellen bereit. Die GF-Station soll zum Netto-Listenpreis von rund 35.000 Euro angeboten werden, ebenfalls ab November 2008.

Zukünftige Geräte

Noch nicht so weit entwickelt und deshalb ohne konkretes Lieferdatum sind zwei weitere Geräte, mit denen Ikegami die GF-Familie später erweitern will: Ein portabler Player und ein portabler Recorder, jeweils mit halber Rackbreite.

Downloads zum Artikel:

M_IBC08_Ikegami2.m4v

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Autor
red
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