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DC-Videoreport: Sauré zum Kameravergleich von Studio Hamburg

Im Rahmen der Digitalen Cinematographie in München präsentierte Helge Sauré von Studio Hamburg einen aufwändigen Kameravergleich, den das Unternehmen durchgeführt hat.

Ziel des Tests war es, unterschiedliche Kameras und Aufnahmesysteme auf ihre Eignung für szenische TV-Produktionen zu untersuchen, die in HD ausgestrahlt werden sollen. Es ging dabei um die Qualität und die Kosten — sowie den besten Kompromiss aus diesen Aspekten. Neun unterschiedliche Systeme setzte das Unternehmen in zwei Vergleichsgruppen ein, produzierte damit an vier Locations innerhalb von zwei Drehtagen Aufnahmen, wie sie etwa in einem »Tatort« vorkommen: verschiedene Außenaufnahmen — darunter auch eine Nachtszene — sowie Büroszenen inklusive einer Keying-Passage. Die DoPs Axel Henschel (5 Kinofilme, mehrere Kinokurzfilme, 20 Fernsehspiele, Fernsehserien und weiteres) und Wulf Sager (Fernsehserien, Dokumentarfilme, Reportagen) setzten die Szenen ins Bild.

Kameras

Eingesetzt wurden in der »35-mm-Gruppe« eine Arriflex 435 und eine D-21 von Arri, eine Red One im 4K-Modus und eine F35 von Sony. Die Filmkamera wurde mit Vision-3-Filmmaterial von Kodak genutzt. In der »16-mm-Gruppe« traten an: Arriflex 416, der P2-Camcorder AJ-HPX3700 von Panasonic, ein PDW-700 (XDCAM HD 422) und ein HDW-F900 (HDCAM) von Sony, sowie die Red One im 2K-Modus.

Color Grading

Das gedrehte Material wurde dann einem Nucoda-System gegradet, wobei allerdings bei weitem nicht alle Möglichkeiten ausgenutzt wurden: Vorgabe war es, lediglich so zu korrigieren, dass die Hauttöne der Darsteller angeglichen und korrekt dargestellt wurden. So sollte eine bessere Vergleichbarkeit der Originalaufnahmen erhalten bleiben.

Wirtschaftlicher Vergleich

Als Bezugspunkt für den wirtschaftlichen Vergleich setzte Studio Hamburg die Kosten an, die beim Drehen mit der 416er von Arri und der weiteren 16-mm-Bearbeitung entstanden — dieses Verfahren wird nämlich etwa bei der Produktion der »Tatort«-Folgen verwendet. Dabei zeigte sich, dass es beim reinen Kamera-Rental große Abweichungen zu den als 100% festgelegten Kosten für die 416er gab: mit 300% schlug hier die D-21 am heftigsten zu Buche, am günstigsten waren mit je 20% die Red One mit 16-mm-Objektiven und der PDW-700. Setzt man aber die Gesamtkosten an, dann sind die Abweichungen weit weniger extrem: die 35-mm-Produktion stellt mit + 70% die Kostenspitze dar, während sich die Produktion mit P2, XDCAM HD 422, HDCAM und Red-2K nur im Rahmen von 5% unterschied und zwischen 8 und 13% billiger war als die 16-mm-Produktion.

Ausführliche Ergebnisse

Studio Hamburg will die Ergebnisse des Tests in Form einer schriftlichen Auswertung (ca. 50 Seiten) mit den produzierten Szenen auf DVD und Blu-ray publizieren. In der schriftlichen Auswertungen sollen, neben den wirtschaftlichen Betrachtungen, besonders die Statements und Bewertungen der Kameraleute und Coloristen im Fokus stehen.

Videoreport

Im Videoreport fasst Helge Sauré die Ergebnisse des Vergleichs zusammen und nimmt auch zu den immer wieder aufflammenden Gerüchten Stellung, dass einer der kommenden »Tatorte« mit einer Red One gedreht werde (siehe frühere Meldung): Zumindest der NDR hat sich für die kommenden »Tatorte« auf 16 mm festgelegt.

Infos zur digitalen Cinematographie

Weitere Information zur Veranstaltung, in deren Rahmen das Gespräch mit Helge Sauré stattgefunden hat, stehen in einem ausführlichen Report.

Infos zum Videoreport

Die Videoreports von der Digitalen Cinematographie entstanden in Kooperation von film-tv-video.de mit der BAF. Folgende Kamerastudenten haben bei der Aufnahme mitgewirkt: Sebastian Suter, Nico Kreis, Niklas Fischer, Thomas Kraus, Daniel Eberhard, Ferdinand Felician Olszewsky, Martin Wehrig, Matthias Kammerer und Zsolt Rauth-Horvath.

Autor: red

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