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VIDI NMS: Das Nervensystem moderner Broadcast-Netzwerke

Der Broadcast-Spezialist VIDI betreibt seit Jahren kritische Medieninfrastruktur für Sportcast und internationale Großevents. Beim Showcase in Darmstadt öffnete das Unternehmen seine Türen und gab Einblicke in das eigenentwickelte NMS.


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Karsten Winterberg (links) und Bernd Meinl.

Routing-Intelligenz

Was das VIDI NMS von einfacheren Monitoring-Tools unterscheidet, ist seine Routing-Intelligenz. Bei jedem Schaltvorgang bewertet der Algorithmus dynamisch den aktuellen Netzstatus: verfügbare Kapazität, Leitungsstatus, besondere Anforderungen (primärer und sekundärer Weg dürfen nicht denselben physikalischen Abschnitt nutzen), technische Einschränkungen einzelner Gerätetypen, Priorisierung paralleler Trassen. Nichts davon ist statisch vordefiniert — der beste Weg ergibt sich jeweils aus dem Zustand des Netzes zum Zeitpunkt der Buchung.

Die Bedienung bleibt trotz dieser Tiefe einheitlich, die Interaktion für den Operator fühlt sich immer gleich an. Wer einen Port konfigurieren, einen Counter clearen oder einen Encoder-Backup aktivieren möchte, tut das mit wenigen Klicks, unabhängig von der darunterliegenden Technik.

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Der Testaufbau.

Zwei Studios, ein WAN-Workflow

Das technische Herzstück des Showcase-Tages war eine Live-Demo unter Leitung von VIDI-Experte Mika Römer.

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Quellen und Senken lassen sich via IP per Touch verbinden.

Zwei vollständige Studiobereiche (Site A und Site B ) wurden mit Hardware von Arkona, Evertz, Media Links und einem Bridgetech VB440 »nachgebaut«, verbunden über ein IP-WAN.

Die zentrale Botschaft: Keinerlei SDI-Gateways an den Edge-Punkten. Das System arbeitet vollständig IP-basiert, es ermöglicht einen nahtlosen Flow von Studio zu Studio über Standortgrenzen hinweg.

Auf der Diensteebene abonniert es Streams, Services & Circuits aus dem Quellnetz, übernimmt das NAT-ing und speist das Signal auf der Gegenseite wieder ein.


Mika Römer beschreibt den VIDI PoC über Broadcast Workflows im Media WAN.

WAN-Ressourcen werden automatisch aktiviert, wenn ein Signal tatsächlich abonniert wird. Sendeparameter lassen sich bei Bedarf dynamisch konfigurieren, ohne dass statische Adresstabellen im Voraus gepflegt werden müssen. Die Netzwerkgrenzen lassen sich je nach Anforderung über Cisco NBM-Flows (Non Blocking Multicast) oder herstellerneutrale Edge-Encoder/Decoder absichern.

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DAS RACR in Darmstadt.

Remote Audio Control Room: Dolby Atmos

Beim Showcase in Darmstadt konnte man auch einen Blick in den VIDI Remote Audio Control Room (RACR) werfen. Diese Audio Suite entstand in Zusammenarbeit mit K²Consulting (Prof. Felix Krückels) als Lösung für eine Dolby-Atmos-Produktion im Livesport.

Das Ausgangsproblem: Ü-Wagen mit Atmos-fähigen Audio-Regien sind rar, der Platz auf dem TV-Compound begrenzt, klassische Remote-Produktion scheitert an der Latenz des Signalrücktransports. VIDIs Antwort: Die Mixing Engine sitzt direkt am Ü-Wagen im Stadion und verarbeitet die Audiosignale in Echtzeit vor Ort.

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Im RACR sind remote Dolby-Atmos Mischungen möglich.

In die Tonregie nach Darmstadt wandern ausschließlich Abhörsignale; die Mischentscheidungen laufen als Steuerbefehle zurück zur Engine. Fällt die Verbindung aus, läuft der Dolby-Atmos-Mix unterbrechungsfrei weiter — die Engine arbeitet autonom.

Seit vier Jahren produziert VIDI so das wöchentliche DFL-Topspiel in Dolby Atmos. Mit dem Umbau der Bundesliga-Infrastruktur im Sommer 2025 wurde das RACR-Konzept weiter ausgebaut: Nun kommt pro Spieltag eine zusätzliche Begegnung in Dolby Atmos hinzu. Dass das System auch unter ungewöhnlichen Bedingungen funktioniert, bewies die Produktion von Wagners »Tristan und Isolde« bei den Bayreuther Festspielen im Sommer 2024: Eine symmetrische 1-Gbit/s-Internetverbindung reichte für einwandfreie Ergebnisse.

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VIDI denkt ganzheitlich.

Fazit

Was der Showcase 2026 demonstriert: VIDI ist kein Zulieferer von Einzellösungen, sondern ein Systemintegrator, der Broadcast-Netzwerke als Gesamtheit denkt — und mit dem VIDI NMS ein Werkzeug entwickelt hat, das diese Komplexität beherrschbar macht.

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Testaufbau für die WM in den USA.

Von der automatisierten Buchungsabwicklung über dynamisches Routing bis zur WAN-übergreifenden Signalorchestrierung: Das System wächst aus dem Betrieb heraus, Projekt für Projekt, Protokoll für Protokoll.

Für Broadcaster, die ihre Infrastruktur in Richtung IP und verteilter Produktion entwickeln, ist das kein Versprechen — sondern gelebter Alltag.

Seite 1: VIDI NMS, Video 
Seite 2: Routing, WAN-Workflow, Remote Audio, Video zu Media WAN

Autor: Christine Gebhard

Bildrechte: Nonkonform

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