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Thomas Riedel übernimmt Arri

Der Gründer und Inhaber der Riedel Group erwirbt den Münchner Premiumhersteller für Kamera- und Lichttechnik – und schreibt damit das größte Kapitel seiner Unternehmerkarriere.
©Riedel

Thomas Riedel, Gründer und Inhaber der Riedel Communications und der Riedel Group, hat Arri übernommen.

 

Thomas Riedel, Gründer und Inhaber der Riedel Communications und der Riedel Group, hat Arri übernommen. Der in Wuppertal ansässige Unternehmer setzte sich in einem internationalen Wettbewerbsprozess mit seinem Konzept für die Zukunft des Münchner Traditionsunternehmens durch. Es ist die größte Akquisition seiner Karriere.

Die Riedel Group ist als Spezialist für Audio-, Video- und Datentechnologie in anspruchsvollen Broadcast-, Live-Event- und Sportproduktionen weltweit etabliert. Mit Arri kommt nun ein Hersteller hinzu, dessen Ökosystem aus Kamera-, Licht- und Systemtechnik das bestehende Portfolio der Riedel Group entlang der gesamten Produktionskette ergänzt – von der Kameraoptik bis zur Distribution.

©Riedel

Von links nach rechts: Chris Richter, Frank Eischet, David Bermbach, Thomas Riedel, Christoph Stahl.

Arri wurde 1917 gegründet, war stets in Familienbesitz und erhielt 20 wissenschaftliche und technische Auszeichnungen der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. »Für mehr als ein Jahrhundert stand Arri für technische Exzellenz, Innovation und höchste Qualität. Diese Erfolgsgeschichte wird nun fortgesetzt und bleibt in deutschem Besitz«, sagt Dr. Walter Stahl, Geschäftsführer der Arri GmbH und Mitglied der Gründerfamilie.

Ein erstes gemeinsames Projekt ist bereits konkret: Beim Eurovision Song Contest wird Arri seine Kameratechnik erstmals im Rahmen einer Riedel-Produktion einsetzen – Riedel fungiert dort als Technologieanbieter, NEP verantwortet die Produktion.

Arri bleibt unter dem bestehenden Management eigenständig und behält seinen Hauptsitz in München. »Mein unternehmerischer Weg war seit Jahren eng mit Arri verbunden«, so Thomas Riedel. »Diese Akquisition ist der bedeutendste persönliche Meilenstein meiner bisherigen Karriere.«

©Arri

Eine Ikone wechselt den Besitzer.

Meinung

Es gibt Meldungen, die man zweimal liest. Diese gehört dazu: Thomas Riedel, Gründer und Chef der Riedel Group aus Wuppertal, übernimmt Arri. Den Münchner Kamerabauer, dessen Kameras in der ganzen Welt geliebt werden. Eine Ikone wechselt den Besitzer.

Thomas Riedel kauft Arri– das ist strukturell etwas anderes – als wenn ein Investment-Unternehmen Arri übernommen hätte.  Und möglicherweise war das für Arri ein entscheidendes Argument.

Warum die Kombination Sinn ergibt

Riedel Communications ist in der Broadcast- und Live-Entertainment-Welt das, was Arri in der Kinowelt ist: Platzhirsch. Intercom-Systeme, Signalverteilung, Netzwerkinfrastruktur meets Film Business und Entertainment.

©Arri

Arri hatte in den vergangenen Jahren zunehmend auf die Live-Produktion gesetzt.

Zusammen entsteht eine Produktionskette, die von der Linse bis zur Signalausspielung durchgehend aus einer Hand kommt. Das hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Für Produktionen, die zunehmend Live-Workflows mit cinematischer Bildqualität verbinden wollen – Sports Broadcasting auf Kinoniveau, Live-Events mit Spielfilmästhetik – ist das ein ernstzunehmendes Angebot.

Der Eurovision Song Contest, bei dem Riedel als Infrastrukturdienstleister bereits fest gesetzt ist und bei dem Arri-Kameras erstmals eine zentrale Rolle spielen sollen, ist dabei nicht nur ein erstes Projekt. Er ist die erste Premiere für genau dieses Versprechen.

Die Arri-Filmkamera 435.

Was auch wahr ist

Arri war nicht aus einer komfortablen Position heraus zu verkaufen. Werkschließungen, Stellenabbau – das Unternehmen steckte in einem schmerzhaften Restrukturierungsprozess. Riedel übernimmt ein Unternehmen mitten im Umbau. Das erfordert mehr als strategisches Interesse – es braucht operative Geduld und finanzielle Ausdauer.

Dieser Deal ist mutig – auf beiden Seiten. Die Stahl-Familie gibt eine über hundert Jahre alte Institution ab und wählt einen Käufer, für den Unternehmertum sein Lebensmodell ist. Thomas Riedel trägt nun die Verantwortung für eine Marke, an der die gesamte Filmwelt hängt.

Hinzu kommt: Die gesamte Medienproduktionsbranche steht an einem Scheideweg: Livestreaming und Cine-Qualität verschmelzen, Workflow-Grenzen zwischen Broadcast und Film lösen sich auf, integrierte Lösungen gewinnen gegenüber Einzelkomponenten.

Ob die Strategie, die hinter der Übernahme von Arri steht, aufgehen wird, entscheidet sich in den nächsten zwei, drei Jahren auf den Produktionen, die diese Partnerschaft sichtbar machen.

Aber wenn es einer schaffen kann, diese Übernahme zum Erfolg zu führen und neue Märkte zu schaffen, dann Thomas Riedel.

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