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Bundesliga plant Migration zur IP-basierten Übertragungstechnologie
Fans weltweit – besonders in den Heimatländern ausländischer Bundesligaspieler – wollen ihre Stars in der Liga verfolgen. Entsprechend wächst der Druck, Bundesliga-Inhalte stärker zu personalisieren und zu lokalisieren. Zudem fragen internationale Medienpartner nach mehr regionalem Content jenseits des Standard-World-Feeds. Das aber treibt den Bedarf an Übertragungskapazität in die Höhe – zusätzlich verschärft durch steigende Qualitätsansprüche und die damit wachsende Signalbandbreite.
Übertragung via SRT-Protokoll
Der bisherige primäre Übertragungsweg für das World-Feed per Satellit ist allerdings aus verschiedenen Gründen nur bedingt skalierbar. Das liegt unter anderem an knappen zur Verfügung stehenden Kapazitäten und relativ hohen Kosten. Bei der Satellitenübertragung erfolgt die Einspeisung der Programme meist zentral in wenige, großflächig ausgestrahlte Feeds für die Regionen Nordamerika, Zentral- und Südamerika, Europa/Mittlerer Osten/Afrika sowie Zentralasien und Südostasien/Australien/Ozeanien. Das heißt, dass für alle Länder innerhalb einer Region dasselbe Signal zur Verfügung steht.
Zeitgemäße Antwort auf die zunehmend fragmentierte Medienlandschaft Dominik Scholler, Direktor/SVP Product Management and Innovation der Bundesliga Media GmbH
Hier kann die Übertragung via SRT-Protokoll Abhilfe schaffen: »Die IP-basierte Übertragung bietet viele Möglichkeiten, das Medienprodukt zu verbessern – von der Einbindung regional produzierter Feeds, lokalisierter Spieldaten und Grafiken oder Spielkommentare in verschiedenen Sprachen bis hin zu marktspezifischer virtueller Bandenwerbung. Darüber hinaus geht es uns auch darum, eine zeitgemäße Antwort auf die zunehmend fragmentierte Medienlandschaft zu liefern,« sagt Dominik Scholler, Direktor/SVP Product Management and Innovation der Bundesliga Media GmbH. Deshalb plant die Bundesliga eine Migration zur IP-basierten Übertragungstechnologie.
IP-Erfahrung als Grundlage
IP-basierte Distribution per SRT ist für die Bundesliga kein Neuland. Bereits seit der Saison 2020/21 können alle Spiele der Bundesliga und seit 2021/22 auch alle Spiele der 2. Bundesliga optional als IP-basierte Streams empfangen werden.
Zudem haben die Clubs seit der Saison 2025/26 nach allen Spielen Zugang zum »Match Analysis Stream«, der sich speziell an Spielanalysten richtet und ebenfalls per IP und SRT übermittelt wird.
Perspektivisch kann die bisherige Satellitendistribution komplett durch IP-basierte Distribution ersetzt werden, um Kapazitäten für die erwähnten Zusatzleistungen und Qualitätssteigerungen zu schaffen. »Mit der Umstellung von der Satellitenübertragung auf ein Premium-SRT-Streaming möchten wir die Hauptdistribution ganzheitlich migrieren. Dadurch gewinnen wir Flexibilität und Skalierbarkeit und können künftig beispielsweise individualisierte Zusatzfeeds bereitstellen,« erläutert Tim Achberger, Director Technology & Product Management bei der DFL-Tochter Sportcast, dem Host-Broadcaster der Bundesliga und 2. Bundesliga.
Tests erfolgreich abgeschlossen
Die Bundesliga hat seit dem Frühjahr 2025 gemeinsam mit mehreren Lizenznehmern und Anbietern drei umfangreiche Testphasen durchgeführt. Die ersten beiden Streaming-Tests legten den Fokus auf interne Belange, der dritte bezog Lizenznehmer in den Regionen Americas, EMEA und Asien ein.
»Die Testergebnisse haben gezeigt, dass mehrere Service-Provider verlässliche Lösungen für globale SRT-Distribution einschließlich Support anbieten,« berichtet Thomas Wildenburg, Product Owner Broadcast & Infrastructure bei Sportcast. »Auf dieser Basis werden nun passende Partner gesucht, die die hohen Qualitätsanforderungen der Liga erfüllen.« Maßgebliche Auswahlkriterien sind Qualität, Stabilität und Latenz des Signals sowie Skalierbarkeit, Kostenmodell und Betriebskonzept einschließlich eines hochwertigen Monitorings und vorausschauenden Störungsmanagements. Erwartet wird wie bei der bisherigen Satellitenübertragung eine Komplettdienstleistung: Die Bundesliga produziert die Feeds und übergibt sie an den Provider, der für die gesamte weltweite Verbreitung an die Medienpartner verantwortlich ist.
Alle Abnehmer sollen das Angebot nutzen können
Doch bevor es so weit ist, sind noch wichtige Detailfragen zu klären. »Während des internationalen Tests zeigte sich, dass weltweit sehr heterogene Strukturen bei den Medienpartnern existieren,« erläutert Wildenburg. »Viele Märkte in den Americas und in Europa sind weit fortgeschritten und auch in größerem Umfang bereit für die Annahme IP-basierter Signale. Andere Regionen hingegen sind weiterhin stark in der Satellitentechnik verankert. Gleichzeitig ist eine Entwicklung hin zu IP-basierter Distribution erkennbar, deren Umsetzung durch schrittweise Investitionen in Personal, Hardware, Übertragungsinfrastruktur und Know-how vorangetrieben wird und entsprechend Zeit benötigt. Kritisch ist hier auch die »letzte Meile« vom Netzknoten an den jeweiligen Abnehmer, die stark von lokalen Gegebenheiten abhängt. Unser Provider wird aber technische Möglichkeiten haben, die Medienpartner beim Onboarding-Prozess zu unterstützen.«
Deshalb wird die Migration voraussichtlich Region für Region erfolgen und eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. »Wir planen, zur Saison 2027/28 mit der Umstellung auf SRT-Distribution zu beginnen,« betont Achberger. »Dabei müssen wir einen stabilen Betrieb für sämtliche Medienpartner gewährleisten.«
Autor: DFL
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