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Kurz und knackig – KW 28/2026

Cosmo: Neuer Name! Neues Konzept? Google: Muss zahlen. ConnectedTV: Kampf ums Wohnzimmer. UK-Ministerin: KI international regulieren. Synchron: KI murkst.
Unternehmen
Ein – nicht im Detail dargestelltes – Entgegenkommen soll die EU-Kommission zur Zustimmung der Übernahme von Warner Discovery veranlassen. Hintergrund ist eine EU-Recherche, weil Staatsfirmen aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi den 81 Mrd. $-Kaufpreis mitfinanzieren. Unabhängig davon prüft die britische Regierung die Auswirkung des Deals auf den Medienwettbewerb und die Programmvielfalt.
Beim Softwareriesen sorgt KI für Massenentlassungen von 4.800 Beschäftigten (2% der Belegschaft), nachdem zuvor 9.000 Mitarbeitenden Abfindungen angeboten wurden. US-Technologiekonzerne entließen in den letzten Monaten bis zu 120.000 Menschen.
Sky UK stimmt der Übernahme von Teilen von ITV zu. Für 1,6 Mrd. £ (1,87 Mrd. €) bekommt das Pay-TV fünf frei empfangbare TV-Kanäle und den Streamer ITVX. Sky ist nun mit 20% Nr. 2 im britischen TV-Markt nach der BBC. An ITV News, einem Wettbewerber von Sky News, übernimmt Sky zudem 20%.
Die durch KI hochprofitable Chip-Sparte setzt den Rekordkurs der Südkoreaner im dritten Folgequartal fort: Im Q2 wurden umgerechnet 51 Mrd. € Betriebsgewinn erwirtschaftet, das sind 1.800 % (!) zum Q2/2025. Im Gesamtjahr 2025 lag der operative Gewinn bei nur 25,3 Mrd. €.
Die Mehrheit der Leipziger ÖR-Produktionstochter Saxonia Media wechselt vom BR zum MDR, der seine 49% auf 51% aufstocken will. Dem BR bleiben nach Abschluss von Verhandlungen 49%.
Der belgische Medienkonzern DPG Media übernimmt das Niederlande-Geschäft des kriselnden VOD-Anbieters für 142 Mio. € und integriert den Erwerb in die eigene Plattform Videoland. Nach der Sky Deutschland-Übernahme durch RTL und dem Griff von Sky UK nach ITV ist dies ein weiterer Deal unter dem Druck der globalen Player.
Broadcast
Die Umbenennung des Disney Channel zu DisneyTV in der DACH-Region wird mit einer Steigerung des Angebots für Erwachsene durch neue Inhalte verbunden, um die Werbeeinnahmen mit Blick auf Zuschauer über 16 Jahren und neuen Techniken zu erhöhen. Programmblocks für Kinder sollen erhalten bleiben.
Künstliche Intelligenz
Außenministerin Yvette Cooper warnt vor unkalkulierbaren Risiken und desaströsen Folgen eines ungezügelten KI-Vormarschs. Die Staaten müssten sich gemeinsame Regeln geben. Die Menschheit stehe an einer ähnlichen Wegscheide wie nach dem Abwurf der US-Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945.
KI senkt als zentraler Treiber die Hürden für Firmengründungen. Laut dem Verband entstanden im 1. Halbjahr 2026 3.053 Firmen – das sind +52% gegenüber dem HJ2/2025.
Die offensichtlich mit KI gefertigte äußerst schlechte Synchronisation von »Deadly Patient« löste Spott, Hohn und Kritik in sozialen Medien aus. Prime Video nahm daher den Titel vom Netz. Im Februar 2025 hatte MagentaTV die KI-synchronisierte Fassung der Serie »Murderesses« wegen der schlechten Qualität vom Netz genommen.
Verbraucherschützer warnen vor »invest-hub 3.0«. Laut Meldungen habe eine Frau den Versprechungen eines mit KI gefälschten Videos des »Markus Lanz«-Talks geglaubt und mehr als 1 Mio. € verloren. Auf mehreren Websites ohne Impressum werden tägliche Gewinne von 950 € und mehr durch automatisierten KI-Trade versprochen; geworben wird dort u.a. mit angeblichen Statements von Hasso Plattner und Klaas Heufer-Umlauf.
Radio, Audio
Nach heftiger Kritik am Plan für Umbau und Umbenennung will der WDR den Namen »1Live Street« nicht verwenden und bis zum Herbst einen neuen finden. Auf die geforderte Rücknahme der Umfirmierung des Migrantenradios zur Hip-Hop-Welle für eine eingeschränkte Altersgruppe und damit verbundene rechtliche Bedenken geht die Mitteilung nicht ein.
Rund 40% (+2 Mio.) der deutschen Haushalte besitzen mindestens ein DAB+-Gerät, so Digitalradio Deutschland e.V. DAB+ ist in etwa 25% der PKWs sowie allen Neuwagen integriert. Regional abhängig senden rund 300 Programme, etwa 100 nur digital. Der Versorgungsgrad liegt bei 92%, längs der Autobahnen bei 99%.

Zwischen Mitte Juni und dem 26.6. rüstete Milling Broadcast 17 UKW-Sendeanlagen für niedersächsische Bürgerradios um. Der Auftrag für Signal-Zulieferung und Sende-Überwachung durch die Medienanstalt NLM datiert von Ende April, läuft über fünf Jahre und neun Monate und kann um bis zu vier Jahre verlängert werden.
Parallel zur geplanten Stilllegung von zunächst 10 UKW-Frequenzen verhandelt die Medienanstalt MVP über die Nutzung einer DAB+-Kapazität des NDR durch Privatsender. Offenkundig ist Ostseewelle daran interessiert, wie in Schleswig-Holstein auch im Stammland landesweit auf DAB+ zu senden. In MVP senden bisher keine Kommerzradios über DAB+.
@Bild von Maximilian Greger auf Pixabay Vom 6. bis 17. Juli erproben sich Zwickauer Kinder in den Rollen von Erwachsenen. Zum Projekt der Pestalozzischule gehört auch der Veranstaltungsfunk »Radio Mini«, das lokal über UKW 99,1 MHz und online verbreitet wird.
Forschung und Entwicklung
Der französische Kompressions-Spezialist unterstützt einen mehrmonatigen Test von Österreichs Streaming-Anbieter Big Blue Marble: Das auf dessen Cloud Video Kit basierende Streaming-Protokoll »Media over QUIC« (MoQ) soll Live-Videos u.a. während der Fußball-WM mit »extrem niedriger Latenz übertragen«.
Märkte, Studien, Statistiken
Nicht mehr die Displays sind die Basis von ConnectedTV, sondern TV-Betriebssysteme, Werbeplattformen und der Verkauf von Zuschauerdaten. TV-Hersteller, Handel, Medienfirmen und Technologiefirmen kämpfen nun um den Zugang zum Wohnzimmer. Das habe in den USA Ende 2024 mit dem 2,3 Mrd. $-Erwerb von Vizio durch Walmart begonnen. Geräte anderer Hersteller flogen aus dem Angebot, um die nun eigene Marke zu forcieren, so die Analysten.
Medienrecht, Gesetze, Urteile
Der EuGH bestätigte eine Wettbewerbsstrafe von 4,1 Mrd. €. Der Suchkonzern habe Herstellern von Android-Smartphones und Mobilfunkanbietern illegale Beschränkungen auferlegt, um die eigene Marktdominanz zu stärken.
Medienpolitik
Torsten Welling (CDU), Koordinator der Rundfunkkommission der Bundesländer, kritisierte zum Amtsantritt u.a. die Bundesregierung. Im Gegensatz zum Koalitionsvertrag würden die Interessen der Medienbranche im Gesetzentwurf zum unlauteren Wettbewerb nicht berücksichtigt. Von ARD/ZDF forderte er ein an ihrem Auftrag orientiertes Benchmarking statt Programme zu reduzieren.
Internationales
Vor dem höchsten Verwaltungsgericht Conseil d’État wollen Netflix, Disney+ und Prime Video die Investitionspflicht von bis zu 20% ihrer nationalen Umsätze in nationale Film- und Serienproduktion kippen. Der Ausgang des Verfahrens könnte auf Deutschland und andere EU-Staaten wirken, die mit solchen Regelungen die Mitfinanzierung der Streamer an den von ihnen verwerteten Produktionen erzwingen wollen.
Der Sendenetzer TDF hat die beiden nationalen DAB+-Multiplexe an 26 weiteren Standorten aufgeschaltet. Damit werden 70% der Franzosen versorgt; bis Jahresende werde auf 80% ausgebaut. U.a. kommen einige Kombi-Antennen für DAB+ und UKW zum Einsatz.
Personalia
Niklas Schade, Chief Digital Officer beim Medienzentrum Berlin, wechselt in gleicher Funktion zur Berliner Dependance der Uplink-Gruppe. In der Düsseldorfer Uplink-Zentrale fungiert er zugleich als Head of AI & Innovation.
Bei der Welle von Audiotainment Südwest wurde Jost Wenzel zum Programmchef berufen. Er folgt auf Daniel Strupp, der das Unternehmen wegen Differenzen über die strategische Ausrichtung des Programms verlassen hat.
Der Radioanbieter verpflichtete Moritz Spitz (21) für die neue Position des KI-Managers. Er soll die KI-Plattform AUKI, Workflows und Automatisierungen weiterentwickeln.
Nach Sicherung der Finanzierung bis 2030 geht CEO Andreas Pfisterer. Seine Aufgaben übernimmt b.a.W. der Vorsitzende des Advisory Committees Jens Schulte-Bockum. Zuvor wurden Gerhard Mack (COO) und Dietmar Pöltl als Chief Roll-out & Activation Officer eingesetzt; ein neuer Finanzchef wird gesucht.
Nach dem Verkauf des Videogeschäfts an Lumine ersetzt das Unternehmen den CEO Paul Segre durch Tzvi Gerstl, bisher Chief Business Officer und Architekt der Neuaufstellung.
Manuel Marsilio ist neuer Exekutivdirektor. Er übernimmt den Lobbyverband, um im Sinne der Branche Einfluss auf neue Regulierungen durch die Audiovisual Media Services Directive (AVMSD), den Digital Fairness Act und den Digtial Networks Act zu nehmen.

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