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Mehr Geld für mehr Qualität

Ob nun 80 oder gar 500 Millionen Euro Mehreinnahmen bei der Rundfunkgebühr gegenüber dem Vorjahr für das laufende Gebührenjahr 2013 zu erwarten sind, das wird derzeit unterschiedlich prognostiziert und gedeutet. Der Grund für das aber offenbar in jedem Fall zu erwartende Plus ist die zum 1. Januar 2013 erfolgte Umstellung des alten GEZ-Gebührenmodells auf einen neuen, generell pro Haushalt und unabhängig von der Gerätezahl erhobenen Rundfunkbeitrag.

Wie man dieses zusätzliche Geld sinnvoll verwenden könnte, dafür gibt es viele Ideen — und wir hätten da auch noch eine: Vielleicht könnten die öffentlich-rechtlichen Sender Lektoren oder Textredakteure einstellen? Oder Deutschkurse für ihre Mitarbeiter anbieten?

Ja, Sie haben richtig gelesen. Es ist zwar ganz sicher nicht repräsentativ, aber in der Redaktion von film-tv-video.de hat sich der Eindruck verfestigt, dass auch bei ARD und ZDF immer mehr Rechtschreibfehler On Air gehen.

Dabei sprechen wir nicht von der Computer-Panne im August, als in den ARD-Wettertafeln keine Umlaute dargestellt wurden. Vielmehr meinen wir Fälle wie die Grafik »geniesbar trotz Allergie« in der ZDF-Sendung »Wiso«. Oder um das Attribut »Ex-Kommunadin« für eine gewisse »Uschi Obermeier«, die in Wahrheit Kommunardin war und sich Obermaier schreibt — so über den Äther gegangen in der Buchmesse(!)-Sondersendung des ARD-Kulturmagazins »TTT«. Diese beiden Fälle haben wir dokumentiert und der Online-Version dieses Textes beigefügt.

Dabei geht es uns nicht darum, diese kleinen Fehlleistungen zu dramatisieren und besonders zu geißeln, vielmehr sind das nur Beispiele für einen insgesamt schludrigeren Umgang mit der Sprache im sogenannten Qualitätsfernsehen, den wir glauben feststellen zu müssen.

Natürlich macht jeder mal Fehler und auch film-tv-video.de ist keineswegs frei von Rechtschreibfehlern: Selbst in Editorials wie diesem entdecken wir immer wieder Fehler, nachdem wir den Newsletter verschickt haben — also dann, wenn diese Fehler nicht mehr zu korrigieren sind. Und es stimmt natürlich auch, dass bei den öffentlich-rechtlichen Sendern einzelne Mitarbeiter immer mehr Aufgaben übernehmen müssen. Allerdings möchten wir dazu anmerken, dass unsere gesamte Firma deutlich weniger Mitarbeiter hat, als etwa die Kantine oder die Poststelle eines mittleren ARD-Senders. Sollte es da bei den Sendern nicht möglich sein, mehr Augenmerk auf die Qualität des Outputs zu legen, wozu ein korrektes Deutsch eben auch gehört?

Wir wünschen uns also mehr Sorgfalt, gerade von den öffentlich-rechtlichen Sendern, auch was das geschriebene Wort betrifft. Mehr Sorgfalt sogar, als wir selbst sie uns leisten können. 80 bis 500 Millionen Euro Mehreinnahmen sollten hier doch etwas bewirken können, oder?

Wenn es hingegen um die bei N-TV oder N24 am unteren Bildrand durchlaufenden Textnachrichten geht, haben wir schon jede Hoffnung aufgegeben: Wenn man eine gewisse Sensibilität für die deutsche Sprache mitbringt, muss man versuchen, diese Textbänder zu ignorieren, bei denen man — gewiss auch dem Stress in der aktuellen Berichterstattung geschuldet — auf Rechtschreibfehler und grammatikalische Fehlleistungen oft nicht lange warten muss.

Vielleicht ist das Problem in Wahrheit ja ein ganz anderes: Vielleicht verlieren wir unsere Sprache am schnellsten dort, wo ohnehin die Bilder im Vordergrund stehen.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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