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Future Media Breakfast
Rechtsanwälte neben Regisseurinnen, Bierbrauer neben Streaming-Experten, Edelmetallhändler neben Kinderfernseh-Produzentinnen: Wer beim Future Media Breakfast von Michael Praetorius auf eine klassische Branchenrunde gehofft hatte, wurde überrascht. Genau das war Absicht. »Ich finde es toll, wenn Verlage, TV-Sender, Rechtsanwälte und Gastronomen im selben Raum stehen«, sagt der Produzent und Inhaber der gleichnamigen Agentur. Nur wenn das Publikum bunt gemischt sei, entstehe echte Serendipity – zufällige Begegnungen, aus denen neue Projekte entstehen.
Drei Fragen, die die Branche umtreiben
Praetorius bringt die aktuelle Verunsicherung der Branche auf drei Punkte: Was ist technisch möglich, was ist rechtlich erlaubt, was ist ethisch vertretbar? Alle drei Parameter verschieben sich gerade gleichzeitig – und Unternehmen müssten ihre Prozesse und Teams entlang dieser drei Achsen neu ausrichten, so seine These.
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Der zweite große Bruch betrifft die Geschäftsmodelle. Kino, TV-Werbung, Pay-per-View, Abo – welches Modell trägt ein Medienprodukt heute noch?

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Praetorius verweist auf den Podcast als Beispiel: Ein Format, das er selbst schon 2004 produziert hat, sei alles andere als neu, habe sich aber erst durch Live-Bühnenformate und Revenue-Share-Modelle bei Spotify oder Instagram wirtschaftlich neu erfunden.
Der dritte Faktor: veränderte Sehgewohnheiten. Praetorius datiert den Bruch auf den 29. Juni 2007 – die Vorstellung des ersten iPhones. Seitdem konsumiere ein wachsender Teil des Publikums Bewegtbild im Hochformat, in der U-Bahn, im Stau, im ICE. Entscheidend dabei: Dieser Konsum verdränge klassisches Fernsehen nicht, sondern fülle Zeitfenster, die vorher ungenutzt blieben. Nur brauche es dafür andere Formate – und ein anderes Storytelling. Die klassische Dramaturgie aus Einleitung, Spannungsaufbau und Höhepunkt funktioniere im Kurzformat schlicht nicht mehr.
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Vom Einzelkämpfer zum Patchwork-Netzwerk
Ein zweites Thema, das Praetorius im Gespräch vertiefte: seine eigene Firmenstruktur. Jahrelang sei er als »einsamer Cowboy« wahrgenommen worden – auch weil seine Firma zunächst schlicht unter seinem eigenen Namen firmierte. Mit der Umbenennung in Praetorius habe sich diese Wahrnehmung verschoben: Kunden erwarteten seither ein Team, keinen Einzelkämpfer.
Sein Modell dahinter: Statt eine große Festangestellten-Truppe aufzubauen, kauft Praetorius Freelancern gezielt Kontingente ab – oft von Leuten, die bewusst aus Festanstellungen ausgestiegen sind. Zwei Tage im Monat, ein halbes Jahr zur Probe, ohne langfristige Verpflichtung auf beiden Seiten.
Sein Bild dafür: viele kleine, überlappende Dächer statt eines einzigen großen. Reißt eines, halten die anderen trocken. In einer Branche, in der laut Praetorius niemand mehr von einer einzigen Disziplin – nur Kamera, nur Synchron, nur Buch – leben kann, hält er dieses Modell für konkurrenzfähiger als klassische Produktionsfirmen oder Agenturen, die ihre Festangestellten kaum noch gegen die Freelancer-Konkurrenz halten könnten.
Ohne Sponsoren, aus eigener Tasche
Dass Praetorius selbst als Gastgeber auftritt, hat einen pragmatischen Grund: Nach erfolgloser Partnersuche im Vorfeld entschied er sich, das Format komplett aus eigener Tasche zu finanzieren. Eine direkte Monetarisierung sei damit nicht verbunden – doch Sichtbarkeit und Netzwerk zahlten sich mittelfristig aus, ist er überzeugt. Wer eine Idee habe, müsse sie manchmal einfach selbst umsetzen, statt auf einen zahlenden Auftraggeber zu warten.
Das nächste Future Media Breakfast ist noch nicht terminiert – die Diskussion um KI, Monetarisierung und Vertical Content dürfte der Branche aber ohnehin erhalten bleiben.
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