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WM 2026: ARD und ZDF im Remote-Modus

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada setzen ARD und ZDF konsequenter als je zuvor auf Remote-Produktion. Markanteste Neuerung: Bei Deutschlandspielen verzichten beide Sender erstmals auf einen eigenen Ü-Wagen oder eine mobile Case-Regie vor Ort.



ARD und ZDF am DFB-Quartier

Die EB-Teams nutzen LiveU-800-Systeme.

ARD-seitig sind drei EB-Teams mit je einer LiveU-Einheit ausgestattet. Sie übertragen Schaltgespräche und überspielen ihr Material primär nach Köln; bei Bedarf sind auch Schaltgespräche direkt in die einzelnen ARD-Landesrundfunkanstalten – etwa BR oder SWR – möglich. Die EB-Teams nutzen LiveU-800-Systeme; crossmediale Reporter-Teams reisen mit LiveU 300s.

Beim ZDF sind drei EB-Teams beim DFB-Quartier plus zwei Aufsager-Teams mit LiveU-Übertragungseinheiten unterwegs.

©LiveU

Anzeige LiveU liefert zahlreiche Übertragungssyteme bei der WM

Sollen Übertragungen aus dem DFB-Quartier in Winston Salem, North Carolina parallel von ARD und ZDF empfangen werden, können sich die Teams mit einem Kanal der gemeinsamen LiveU Matrix verbinden, die Signale werden dann automatisch an beide Sender übertragen.Zusätzlich werden ARD und ZDF bei ihrer WM-Berichterstattung von den Korrespondententeams aus USA, Kanada und Mexiko unterstützt.

©ARD

Die ARD sendet …

ARD: SportHub Köln als Zentrale

Die ARD konzentriert ihre gesamte Produktion im ARD SportHub beim WDR in Köln – aufgeteilt auf die Rechtschule mit Sportschau Studio und Regie sowie Event-Schaltraum, das Archivhaus mit sechs Schnittplätzen sowie auf den Sportcampus in den Arcaden mit Redaktions- und Produktionsarbeitsplätzen und zwei weiteren Schnittplätzen sowie Havarie-Regie. Im Event-Schaltraum werden alle Signale aus dem NBC sowie das Weltbild und die LiveUs der EB-Teams und des VenueKits empfangen sowie die Rückkanäle beschaltet.

Darüber hinaus wird im SportHub für Online und Social Media produziert.

©ARD

…aus dem Sportschau-Studio in Köln.

Beim Schnittsystem gibt es einen Wechsel: Der WDR steigt derzeit auf Adobe Premiere um, das System ist bei der WM erstmals im großen Stil im Einsatz; als MAM-System kommt EVS Via zum Einsatz, mit XDCAM-Codec als Basis.

©SWR

Tobias Wallentin, Technischer Leiter SWR.

»Bei der WM wird das Studio und die Regie der regulären Sportschau im WDR genutzt. Die Sportschau sendet für die WM erstmals aus dem neu designten Studio – mit zwei Kameras auf Pumpstativen, einer Steadicam und einer Kamera auf einem Teleskopkran. In der Nähe des Studios befindet sich auch der Schiedsrichterplatz mit Kamera, von dem der Schiedsrichterexperte Lutz Wagner in die Sendung zugeschaltet werden kann«, erläutert Tobias Wallentin, Technischer Leiter SWR, das Setup in Köln.

Alle Livespiel-Übertragungen werden mit Live-Untertitelung und Audiodeskription angeboten. Auf dem Sportcampus dient die »kleine« Regiezone als Havarie für die große Regie sowie für die Erstellung der Audiodeskription.

Eine Besonderheit am Rande: Zum ersten deutschen Gruppenspiel produzierte die ARD einen Stream für KiKA, bei dem ein Kind das Spiel im Bild-in-Bild-Format kommentierte.

Hörfunk-Automatisierung, Digital-Neuheiten

Im Hörfunk setzt die ARD erstmals ein Automix-System für alle Voll- und Magazinreportagen ein: Lama Automix von Ross Video übernimmt dabei den Mix bei Reportagen sowohl aus der Offtube in Köln als auch aus den Stadien vor Ort. Daneben arbeitet ein klassischer, manuell bedienter Hörfunk-Sendekomplex in Köln am Mix für den Sportschau Audio-Livestream.

©ARD

Täglich gibt’s den Podcast WM Update.

Die ARD produziert mehr als 60 WM-Spiele als Audio-Vollreportage für ARD Sounds, Sportschau.de und den linearen Hörfunk – einige davon vor Ort, den Großteil aber remote in Köln. Neu ist, dass der Hörfunk – so wie auch der TV-Bereich – nicht mehr im IBC des Gastgeberlands in Dallas vertreten ist.

Täglich wird für die Frühaufsteher ein Podcast »WM Update« mit allen Ergebnissen und Themen der Nacht produziert. Erstellt wird dieser mit einem mobilen »do it yourself« Podcast Kit, bestehend aus einem Rodecaster Mischer und einem VMix-System, mit dem Kolleg_innen aus Übersee zugeschaltet werden. Die ARD produziert mehr als 1300 Live-Talks auf zwei Exklusivleitungen direkt vor Ort, Reporter berichten dabei mit ihren mobilen Einheiten im Zusammenspiel mit der ARD-Mupro App und iRig-Mikrofonen. Oder aus dem ARD-Hotel am DFB-Quartier, mit einem Flyaway-Produktionssystem, das von einem Techniker vor Ort betreut wird.

Digital setzt die ARD auf mehrere Neuerungen: In der ARD Mediathek gibt es erstmals tägliche und nächtliche Zusammenfassungen aller Spiele als kompaktes Abrufformat. Über ein Statistik-Icon im Livestream lassen sich Aufstellungen, Tabellen und Turnierstatistiken einblenden. Bei ausgewählten Highlight-Spielen gibt es zusätzlich eine Tactical Cam als unkommentierter Second-Screen-Stream.

Seite 1: Eckdaten, Venue-Berichterstattung
Seite 2: EB-Teams, SportHub und ARD-Studio, Hörfunk
Seite 3: NBC, ZDF-Studio, Resümee

Autor: Christine Gebhard

Bildrechte: ARD, ZDF, Nonkonform

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