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Agentic AI zwingt uns, Kontrolle neu zu denken

Arte-CTO Kemal Görgülü über den technologischen Wandel im europäischen Fernsehen.
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Kemal Görgülü sieht in Agentic AI nicht nur eine technologische, sondern eine kulturelle Zäsur.

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Medienproduktion? Dieser Frage widmete sich Kemal Görgülü, Chief Technology Officer des europäischen Kultursenders Arte, in seinem Vortrag zum Thema »Technologie und Trendperspektive« beim Hyve-Event »The Secret Source of Innovation« in München. Dabei machte er deutlich: KI fordert Medienhäuser schon heute heraus, ihre Arbeitsweise und ihr Verständnis von Kontrolle grundlegend zu überdenken.

Görgülü sprach von einem Paradigmenwechsel durch Agentic AI, also KI-Systeme, die selbstständig handeln, entscheiden und lernen. Diese Technologie zwinge Organisationen, nicht mehr in fixen Aufgaben und Workflows zu denken, sondern in Zielen, Kontexten und Grenzen. »In dem Moment, in dem wir Agenten einsetzen, müssen wir Vertrauen lernen – und das fühlt sich ungewohnt an, weil wir bisher Technologie zur Kontrolle genutzt haben«, so Görgülü.

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Am 9. Oktober richtete Hyve in München den »Secret Source of Innovation Summit« aus.

Anhand des Gegensatzes von »Orchestrieren« und »Choreografieren« beschrieb der CTO, wie Innovation in seiner Organisation entsteht: Während Orchestrierung auf Planung und Steuerung setzt, bedeutet Choreografie, Rahmenbedingungen zu schaffen und Freiraum für Kreativität zu lassen. »Innovation funktioniert nicht nach Plan«, sagte Görgülü. »Sie entsteht, wenn wir den Taktstock abgeben.«

Bei Arte zeigt sich dieser Ansatz konkret in der Kombination aus stabilen Sendestrukturen und experimentellen Innovationsräumen. In AI-Labs und multimodalen Entwicklungsprojekten testet der Sender neue Wege für Content-Transformation – etwa die automatische Ableitung von Blogartikeln oder Kurzformaten aus bestehenden TV-Beiträgen.

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Arte-CTO Kemal Görgülü ging in seinem Vortrag auf den technologischen Wandel im europäischen Fernsehen ein.

Wichtig ist dabei die Balance zwischen Effizienz und Innovation. Görgülü betonte, dass beides keine Gegensätze seien, sondern »denselben Tanz in unterschiedlichem Rhythmus« darstellten. Agentic AI kann dabei zum »Tanzpartner« werden, der beides ermöglicht: Produktivitätssteigerung und kreative Entfaltung.

Doch Innovation hat auch unbequeme Seiten. »Wer choreografiert, gibt Kontrolle ab«, so Görgülü. »Aber wenn Innovation nur dort entsteht, wo ich sie kontrolliere, dann ist sie nur so groß wie meine Vorstellungskraft.«

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Agentic AI zwingt Medienorganisationen, Vertrauen zu lernen, Strukturen zu öffnen und Innovation nicht mehr zu managen, sondern zu ermöglichen, so Görgülü.

Bei all dem bleibt für Görgülü journalistische Verantwortung zentral: »Bei Arte verlässt kein KI-generierter Inhalt das Haus, ohne dass ein Redakteur oder eine Redakteurin ihn geprüft hat«, stellte er klar.

Der Erfolg gibt dem Sender Recht: Seit dem Jahr 2020 hat Arte seine jährlichen Abrufzahlen von 1,2 auf 3,4 Milliarden Views nahezu verdreifacht. Angesichts der Aufmerksamkeitsökonomie, in der Medien mit Plattformen wie TikTok oder YouTube konkurrieren, ist Innovation keine Kür, sondern Pflicht, so Görgülü. »Unsere Aufgabe als öffentlich-rechtlicher Sender ist es, mutig zu sein, Räume für Neues zu schaffen – und die Tanzfläche zu füllen.«

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