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Kurz und knackig – KW 18/2026

Fusionen: RTL/Sky, Warner/Paramount, Telekom/T-Mobile. Anthropic: Lob von Trump, Geld von Amazon und Google. HomeVideo/Kino: Umsatz wächst. Gezählt: ConnectedTV. Apple: Neuer CEO.
Unternehmen
Die Europäische Kommission hat die Fusion von RTL Deutschland und Sky Deutschland ohne Auflagen genehmigt. Der Abschluss wird nun zum 1. Juni erwartet. Laut Thomas Rabe, CEO RTL Group, verbessert der Zusammenschluss u.a. die Möglichkeiten, »langfristig mit globalen Plattformen (zu) konkurrieren«. Die Marke Sky bleibe erhalten.

Der zur Berlusconi Holding MFE gehörende TV-Konzern verkaufte die 2015 übernommene US-Tochter Studio71. 2025 setzte die Firmengruppe 246 Mio. $ um. Der Käufer Fixated ist spezialisiert auf Investments in Kreativfirmen. Die deutsche Tochter Studio71 ist nicht betroffen.
Die Aktionäre von Warner Discovery stimmten der 110 Mrd. $-Übernahme durch Paramount Skydance mit »überwältigender Mehrheit« zu. Der damit verbundene »goldene Handschlag« für die Chefetage mit CEO David Zaslav, Gerhard Zeiler u.a. wurde abgelehnt. Die Freigabe durch die US-Behörden steht noch aus.
Amazon investiert zunächst 5 Mrd. $ mit Option auf weitere 15 Mrd. $. Dafür muss der Entwickler der KI »Claude« binnen 10 Jahren Rechenleistung und Trainium-Chips für 100 Mrd. $ von Amazon beziehen. Auch Google stieg mit 10 Mrd. $ und einer Option auf weitere 30 Mrd. $ ein. Dies wurde bekannt, nachdem Trump sich trotz laufenden Rechtsstreits der Firma mit dem Kriegsministerium positiv über Anthropic äußerte.
Laut der Agentur Bloomberg ist eine Fusion mit der US-Dependance T-Mobile in einem frühen Stadium der Vorbereitung. Ein Bericht spekuliert über einen US-Umzug des Konzerns, um europäischen Sicherheitsstandards zu entgehen. In den USA wurden z.B. der Schutz von Queeren und Diversity (DEI) auf Forderung der Regierung eingestellt.
Broadcast
Der Deutsche Fußballbund startet am 22. Mai, dem Vorabend des Pokalfinales, den 24/7 PayTV-Sender DFB.TV als Joint Venture mit der Sportainment Media Group. Die Verbreitung erfolgt in HDTV über Kabel, Satellit und Streaming bei Vodafone, HD+, DAZN und Zattoo sowie die eigene App.
Produktion
Nach der Streichung von 600 Stellen bei RTL Deutschland, davon 230 im Newsbereich, werden die Morgensendungen von RTL und NTV zusammengelegt. »Deutschland am Morgen« kommt ab dem 4. Mai täglich zwischen 6 und 9 Uhr.
Streaming
Der lineare Kanal des Mauskonzerns wird für Deutschland als kuratierter Live-Kanal in die Streaming-Plattform Disney+ aufgenommen, bleibt aber via Satellit und Kabel linear empfangbar.
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
Der Umsatz von Home Video und Kino erreichte 2025 laut der Filmförderungsanstalt mit rund 4,7 Mrd. € (+3%) eine neuen Höchstwert. Home Video bleibt mit 3,7 Mrd. € dominant, nachdem SVoD erstmals mehr als 3 Mrd. € umsetzt. Der Anstieg um 4% bleibt jedoch hinter den Vorjahren (2024: 11 %, 2023: 13 %) zurück.
Radio, Audio
Für die Münchner Radios 95.5 Charivari und Arabella wurde eine Programmkooperation bei der bayerischen Medienanstalt BLM beantragt. Hintergrund sei die Werbekrise, Konkurrenz von Plattformen und steigende Kosten. Im Vorfeld sind bei Charivari laut Berichten umfassende Entlassungen geplant.
Das landesweite Privatradio für Hessen reduziert den Liveanteil: Ein automatisiertes Programm läuft nun statt zwischen 1 und 5 Uhr (Sonntag: 6 Uhr) schon ab 21 Uhr. Ab 22 Uhr werden die eigenen Hessen-Nachrichten durch zugelieferte Deutschland-Nachrichten ersetzt.
Nach den jüngsten politischen Entscheidungen gegen den schon begonnenen UKW-Ausstieg können das SRG und die Privatradios bei der Medienbehörde Bakom um UKW-Frequenzen nachsuchen. Bei mehreren Bewerbungen für eine Ressource wird versteigert. Bis Jahresende nicht beanspruchte Frequenzen werden ausgeschrieben. Neu vergeben wird für den Zeitraum 2027 bis 2034.
Standards
Nach Smartphones und Tablets gilt der vorgeschriebene Ladeanschluss mit USB-C auch für neuwertige Laptops ab dem 28. April. Schrottberge durch viele unterschiedliche Ladegeräte sollen vermieden werden, indem eine Plattform für eine Vielzahl von Geräten genutzt wird.
Künstliche Intelligenz
»Aufgrund unzureichender Regulierung und Defiziten bei der Durchsetzung geltenden Rechts wachsen im ohnehin dysfunktionalen digitalen Markt globale Big-Tech-Plattformen zu KI-Gatekeepern«, die sich fremder redaktioneller Inhalte bedienen. ARD, ZDF und drei Verbände privater Medien fordern daher neue Rahmenbedingungen im Urheber- und Wettbewerbsrecht.
Der Plattform-Konzern gibt nur der eigenen »Meta AI« Zugang zu Whatsapp und verstoße damit gegen EU-Wettbewerbsrecht. Die EU-Kommission droht Meta nun wiederholt mit Maßnahmen, um »schweren und irreparablen Schaden für den Markt« zu verhindern.
Märkte, Studien, Statistiken
ConnectedTV wird in Deutschland zur wichtigsten TV-Plattform. Internetfähige Geräte gibt es in 94% der Haushalte, von denen 91% mit dem Web verbunden sind. CTV-Dienste würden täglich 2 Stunden 32 Minuten, lineares Fernsehen 2 Stunden 34 Minuten genutzt, so die 9. Advanced TV-Studie von Goldvertise und Azerion Austria.
Um auf Gefährdungen der Vielfalt zu reagieren, »bedarf es einer grundlegenden Reform des bestehenden Medienkonzentrationsrechts«,so die KEK in ihrem 27. Jahresbericht für 2025.
Medienrecht, Medienpolitik
Kritik an ARD und ZDF ist kein Grund, die Zahlung des Rundfunkbeitrages zu verweigern. Der Verwaltungsgerichtshof BaWü wies eine Klage ab. Die Kläger behaupteten, die Programme seien »links« und »progressiv«, die AfD werde benachteiligt, das Christentum ins Lächerliche gezogen.
Internationales
Der von Elon Musk angestrengte Prozess gegen den Chef des OpenAI-Entwicklers Sam Altman hat begonnen. Mitgründer Musk wirft ihm vor, sich von den bei der Gründung 2015 festgelegten Prinzipien zu entfernen. Musk hatte 38 Mio. $ investiert, stieg aber 2018 aus. Heute wird OpenAI mit 852 Mrd. $ bewertet. Musk fordert 134 Mrd. $ für angeblich erlittenen Schaden.
Die chinesische Behörde für Sicherheitsprüfungen ausländischer Investoren stoppte den Verkauf der KI-Firma Manus an den US-Konzern Meta und verlangt die Rückabwicklung des 2 Mrd. $-Deals. Mitgliedern der Geschäftsführung wurde die Ausreise aus China untersagt. Das StartUp hatte kurz nach der Gründung in China 2025 den Sitz nach Singapur verlegt.
Frankreichs Medienbehörde Arcom rollt im Vorfeld des Auslaufens von sieben Programmlizenzen im Dezember 2027 die TV-Terrestrik neu auf. Vor der Ausschreibung der Frequenzen startete eine Konsultation über die künftige Rolle der Terrestrik und eine Regulierung zur Stärkung der eigenen Sender gegen internationale Streamer.
Das öffentliche SBS-Radio Australiens bringt vom 1. bis 31. Mai den Eurovision Song Contest als Sonderprogramm auf den DAB+-Kanal SBS PopEuro! Eurovisions-Hits, alle Gewinner und die Bewerber des Jahrgangs 2026 werden nonstop gespielt.
Personalia
Nach der Übernahme von Sky wechseln Elke Walthelm (Personal) und Michael Radelsberger (Pay-Geschäft mit RTL+, Sky und Wow) von dort in die Chefetage von RTL Deutschland. Julia Kloke (CFO) kommt von der RTL-Tochter Riverty. Ingrid Heissner (Personal, Finanzen) und Carsten Schwecke (u.a. Tech & Data) scheiden aus. Andreas Fischer (COO), Inga Leschek (Content) und Max Orgonyi (Transformation & AI)  sowie RTL-Geschäftsführer Frank Vogel bleiben im Management der RTL Group.
Luca Poloni fungiert per 1. Mai als Group Chief Operating Officer im Executive Board des Münchner TV-Konzerns. In 30 Berufsjahren war er u.a. für die Mutterfirma MFE als Technikchef tätig.
Der Stiftungsrat berief die Programmdirektorin Ingrid Thurnher zur interimistischen Generaldirektorin bis Jahresende. Sie wurde aus elf Bewerbungen, darunter Felix Kovac (wechselte kürzlich von Antenne Bayern zu RegioTV), ausgewählt. Bis Ende Mai werden Bewerbungen für die ordentliche Amtsperiode von 2027 bis 2031 erwartet.
Landessenderdirektorin Rheinland-Pfalz Ulla Fiebig leitet die neue Programmdirektion Wissen, Gesellschaft und Rheinland-Pfalz (PDW). Thomas Dauser (Direktor Innovationsmanagement und Digitale Transformation) steht an der Spitze der ebenfalls neuen Direktion Organisation, Administration und Audience (DOAA). Die neuen Direktionen ergeben sich aus Auflagen des SWR-Gesetzes, die ab 2027 wirksam werden.
Streaming-Vordenker Ajay Arora, vor fünf Jahren von Netflix geholt, verlässt den Mauskonzern zum 30. April. Laut Berichten nutzt der Konzern das für eine umfassende Reorganisation. Ziel sei es, den Umsatz pro Kunden (ARPU) u.a. durch Personalisierung zu steigern.
Hardware-Chef John Ternus wird CEO des Computerkonzerns. Er folgt Tim Cook, der die Führung 2011 von Steve Jobs übernahm und per 1. September dem Verwaltungsrat vorsitzt.
Mitgründer Reed Hastings verlässt den Streaming-Pionier zum Ende seiner Amtszeit im Juni. Nach der Ankündigung brach der Aktienkurs um mehr als 8% ein.
Tim Banham, vom britischen Medienkongressveranstalter TM Forum kommend,  soll in der neu geschaffenen Funktion des Chief Commercial Officer ab Juni Impulse für das Wachstum der Amsterdamer Broadcast-Konferenzmesse setzen.

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