2026_10_Blackmagic_Leader

Anzeige

Kurz und knackig – KW 41/2026

ARD: Weniger Radios. ZDF: Nicht sofort privatisieren. KI-Urteil in Japan: Stimme als Symbol der Persönlichkeit. Parabros: Heißt Skydance. USA: Vom Geheimdienst zur KI. Telekom: KI für »Wiederkehrendes«.
Unternehmen
Nach gerichtlicher Genehmigung der Einigung mit 12 US-Bundesstaaten zur Megafusion konnte die 110 Mrd. $ schwere Übernahme abgeschlossen werden. Beobachter rechnen mit einem Stellenabbau. Paramount-Chef David Ellison gab »Skydance«, den Namen seiner alten Produktionsfirma, als neuen Konzernnamen bekannt. Er wolle sich um Strategie, kreative Ausrichtung und Technologie kümmern. Sein von Mattel kommender Ko-CEO Ynon Kreiz leitet das Tagesgeschäft.
Im Jahr der Übernahme prognostiziert Warner Bros. Discovery einen Gewinn von 600 Mio. $ bei einem Umsatz von 1,8 Mrd. $ für die Marke CNN.
Broadcast & Produktion
Die Münchner Firma will AddressableTV-Kampagnen auf regionaler Ebene direkt in die Hände der Werbetreibenden geben. Dies leiste ein »ATV-Planer«, in den Region, Budget, Laufzeit und Zielgruppe eingegeben werden. Eine solche Planungsexpertise sei ab einem Kampagnenwert von 5.000 € möglich.
Streaming
Ein neues On-Demand-Konzept soll helfen, die starken Spitzen bei Live-Streamings zu bewältigen. In Partnerschaft mit MainStreaming soll die Streaming-Infrastruktur direkt in die Infrastruktur der ISPs eingebaut werden und damit näher zum Kunden kommen.
Der Streaming-Pionier will seine Marktposition und Wachstum durch mehr Live-Content ausbauen. Im Q2/2026 war der Umsatz um 13,4% auf 12,56 Mrd. $ gestiegen. Dies sei aber die geringste Steigerung in drei Jahren gewesen, so der Co-Chef Ted Sarandos.
Netze
Das Münchner Oktoberfest bescherte einen Datenrekord. Der Telekom-Konzern meldet den Transfer von 449 TByte im Mobilfunknetz. Im Vorjahr waren es nur 300 TByte. Mehr als die Hälfte sei über 5G übertragen worden.
Filme, Festivals, Kino, Förderungen
Preisträgerin des Michael-Ballhaus-Kamerapreises beim wichtigsten Wettbewerb für den deutschsprachigen Filmnachwuchs ist Lea Dähne. Ihre Bildsprache für »Run Me Wild« schaffe es, »expressiv zu sein und gleichzeitig unaufdringlich und mit einer scheinbaren Leichtigkeit gemacht« zu sein. Die Auszeichnungen in 10 Kategorien sind mit 132.000 € dotiert. Veranstalter sind die Deutsche Filmakademie und neun Branchenunternehmen.
Künstliche Intelligenz
Ein Gericht in Tokio urteilte im Fall der KI-Nutzung der Stimme eines bekannten Synchronsprechers zu dessen Gunsten. »Die menschliche Stimme ist ein Symbol für die individuelle Persönlichkeit, ebenso wie das eigene Porträt«, so die Richterin. Ein TikTok-Nutzer hatte die markante Stimme verwendet, um Zuschauer zu locken und sich zu bereichern.
Das neue KI-Sprachmodell »Kolibri« der Heidelberger Firma werde von den Kunden kontrolliert und sei daher besonders für die öffentliche Verwaltung und die Industrie geeignet. Solche KI-Konzepte haben angesichts der hohen Anforderungen an die Datensicherheit besondere Bedeutung.
Unzureichend gesicherte Software hat Wikipedia angegriffen, so die Wikimedia-Foundation. Nicht autorisierte Bots von OpenAI hätten Änderungen vorgenommen und die Infrastruktur stark belastet. OpenAI hatte kürzlich angekündigt, das Training seiner KI auszusetzen.
Geheimdienstkoordinator Jay Clayton, einer von Trumps Lieblings-Juristen, soll an der Spitze der neuen »Super Intelligence Force« die KI-Politik Trumps durchsetzen. Kriegsminister Hegseth kündigte Forschungen zur autonomen Kriegführung mittels KI unter Leitung von Elon Musk an.
Der Computerkonzern will Mac-Nutzer über Risiken von KI informieren, bevor sie einer entsprechenden Software Zugang zu ihren Daten geben. So wolle man verhindern, dass Nutzer ihre Daten ungewollt preisgeben.
Die Telco will bis 2030 mittels KI um 2,5 Mrd. € sparen. Bis 2027 waren 1,1 Mrd. € dafür geplant. Der KI-bezogene Umsatz außerhalb der USA soll von 250 Mio. € (2026) auf 800 Mio. € (2030) steigen. KI werde für »wiederkehrende Arbeiten« genutzt. U.a. wickelte ein Chatbot für 2,6 Mio. Anrufe ab. Deren Zahl sei in den USA um 55% gesunken. KI-Agenten bearbeiten dort 40% der Kundenkontakte.
Laut einer Studie des Versicherers wollen 30% der Befragten psychische Erkrankungen ohne medizinische Hilfe, aber mit einer KI lösen. 48% suchen Rat bei einer KI, 36% erwarten Lösungen für alltägliche Probleme.
49% der Büroangestellten in Deutschland arbeiten täglich oder wöchentlich mit KI-Agenten, so der »Work Relationship Index 2026« von HP. 2025 waren es nur 32%. Gleichzeitig fürchten 44% der Nutzer, ihren Arbeitsplatz durch KI zu verlieren. In den USA (50%), Brasilien (53%), Indien (57%) und China (67%) liegt der Wert höher.
Radio, Audio
Im Gefolge des »Reform«-Staatsvertrags stellt der MDR die Verbreitung seines Klassik-Radios am 12. Oktober ein. Es wird durch die Klassikwelle des BR ersetzt, die einige mitteldeutsche Inhalte übernimmt. Weiterer MDR-Klassikcontent werde in ARD Sounds und über MDR Kultur angeboten.
Die Sendeanstalt soll laut dem Entwurf eines neuen Mediengesetzes und dem »Reform«-Staatsvertrag folgend 2027 eine, bis 2030 eine weitere ihrer derzeit fünf Radiowellen aufgeben. Von den verbleibenden vier Programmen muss eines ein ARD-Gemeinschaftskanal sein.
Die Medienanstalt MA HSH fördert den Ausbau des DAB+-Sendenetzes im Raum Bredstedt und Schleswig mit 434.500 € aus Landesmitteln von Schleswig-Holstein für den Netzbetreiber Media Broadcast. SH will bis 2031 als erstes Bundesland aus UKW aussteigen.
Laut dem Entwurf des hessischen Privatfunkgesetzes können künftig auch kommerzielle lokale oder regionale Radios zugelassen werden. Jedoch soll jeder Veranstalter nur eine solche Welle betreiben dürfen. Auf DAB+ ist im Vorgriff bereits ein regional orientiertes Programm aktiv.
Die Welle von Milling Broadcast bekam einen 3. UKW-Standort für Prüm im Rahmen eines Versuchs zur kostengünstigeren Produktion durch alternative Technik – hier eine cloudbasierte Produktions- und Verbreitungsstruktur.
Medienpolitik
Sollte die AfD ihre Rundfunkpolitik in Sachsen-Anhalt durchsetzen und den MDR-Staatsvertrag kündigen, wären ab 2029 bis zu 1.000 Beschäftigte – etwa ein Viertel des Personals – betroffen. Die Dreiländer-Anstalt erwarte dann Einbußen von bis zu 170 Mio. € pa. Zudem würde der regionale und lokale Journalismus aus dem Bundesland entfallen.
NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) sieht gegenwärtig keine Notwendigkeit für die von Kulturstaatsminister Weimer auf einer CDU-internen Veranstaltung vorgeschlagene Privatisierung des ZDF. Liminski: »Jetzt ist nicht die richtige Zeit, um sich über eine Privatisierung des ZDF Gedanken zu machen«.
37% der Deutschen vertrauen im Vorfeld von Wahlen der Darstellung von Parteien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. 27% geben Print und News-Apps an, soziale Medien 15%. Das Vertrauen liege im Westen mit 39% über, im Osten mit 31% unter dem Schnitt. Bur 8% der potenziellen AfD- und 26% der BSW-Klientel vertrauen dem ÖRR, so eine Befragung der Medien-App Ready.
Medienrecht, Gesetze, Urteile
Der BGH verurteilte den Streamer zur Senkung seiner Abogebühren auf das Niveau von 2022. Die damalige Erhöhung verstoße gegen geltendes Recht, weil die Kunden nicht ausdrücklich um Zustimmung gebeten wurden. Kunden müssen die Überzahlung alleine oder per Sammelklage einfordern.
Internationales
Die Wettbewerbsbehörde startete eine formelle Beschwerde gegen Canal+. Der PayTV-Sender nutze seine marktbeherrschende Stellung für Geschäftsbedingungen, die im normalen Wettbewerb unmöglich wären. Nach der Stellungnahme des Senders könnten Strafen bis zu 10% des globalen Umsatzes verhängt werden.
Der zuständige Ausschuss des Unterhauses will die BBC-Finanzierung auf eine Haushaltsgebühr umstellen. Zugleich soll der Auslandssender BBC World vollständig vom Staat finanziert werden. Smart-TVs sollen eine Schnellwahl für ÖR-Kanäle aufweisen und vertrauenswürdigen Nachrichten mehr Sichtbarkeit verschaffen. Die BBC-Charta soll künftig unbefristet statt 10 Jahre gelten.
Norwegen will Smart Glasses an öffentlichen Orten wie Parks, Stränden, Museen, Einkaufszentren, Schulen, Kitas, Gesundheitseinrichtungen, Fitnessstudios und bei öffentlichen Veranstaltungen untersagen. In Deutschland klagt die Initiative »HateAid« gegen Meta, Ray-Ban, Oakley und vier Handelsketten; heimliches Abhören ermögliche Straftaten.
Finnische Behörden stoppten den Bau zweier Rechenzentren von Google. Die dort für den US-Konzern arbeitende Firma Tuike steht im Verdacht, hunderte Hektar Wald ohne vorgeschriebene Umwelt-Prüfung gerodet zu haben.
Personalia
Ko-Geschäftsführerin Francie Petrick hat im September die Führung der Radiotochter Antenne Deutschland und deren Vermarktungstochter ad.audio zusätzlich übernommen. Sie folgt dem ausgeschiedenen Mirko Drenger.
Die Vorstandsvorsitzende Gabriele Schmeichel (DTAG) hat den Verband nach 28 Jahren verlassen. Als Nachfolger wurde Philippe Gröschel, Director Government Relations bei Telefónica Deutschland, gewählt. In den Vorstand rückte Carlos Deniz Cesarano (Telekom) nach.
Rainer Robra, seit 2002 Chef der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt und verantwortlich für die Medienpolitik, trat zum 5. Oktober zurück. Bis zur Übernahme durch die nächste Regierung übernimmt Gert Zender (Wirtschaftsministerium). Bildungsminister Jan Riedel führt bis dahin den Bereich Kultur.

 

Keine Kurz-News mehr verpassen und einfach den Newsletter abonnieren:

2026_10_Aja_Leader

Anzeige

2026_10-Canon_rec

Anzeige

Most Popular

2026_10_Aja_rec

Anzeige

Newsletter

Keine Story mehr verpassen und
einfach den Newsletter abonnieren!

2026_10_Lawo_rec

Anzeige

PLATIN

NEP Germany
BFE
Sony Professional Europe
Clear-Com
AJA Video Systems
Adobe
TVN LIVE PRODUCTION
Mediatec
EVS
VIDI
TV SKYLINE
Riedel Communications
Broadcast Solutions GmbH
Panasonic Connect
EIZO
KST Moschkau GmbH
MoovIT GmbH
CGI Deutschland B.V. & Co. KG

Medientage München

Bei den 40. MEDIENTAGEN München vom 21. bis 23. Oktober 2026 stehen mehr als 100 Sessions, Keynotes, exklusive Masterclasses und Meetups auf dem Programm.
München
21.-23. Oktober

Logic Roadtrip

Ein Event rund um softwarebasierte Medienproduktion. Gemeinsam mit sieben Technologiepartnern wird eine durchgängige Referenzarchitektur vorgestellt, Lösungsbeiträge werden eingeordnet und Erfahrungen aus der Praxis geteilt.
Diverse
2.-5. November

FKTG-Fachtagung 2026

FKTG-Fachtagung 2026.
Wuppertal
10. bis 12. November

ISE 2027

Die ISE 2027 wächst über Barcelonas Gran Via hinaus, geht stärker in Richtung Content, Kreativtechnik und Bildung – und holt mit einem eigenen Studio die Broadcast-Produktion in die Unternehmenswelt. Unter
Barcelona
2.-5. Februar 2027