Kamera, Test, Top-Story: 28.04.2020

Test: UHD-Mini-Handheld AG-CX10

Totgesagte leben länger — das hat sich möglicherweise auch Panasonic zu Herzen genommen. Denn mit dem AG-CX10 hat der Hersteller einen kompakten, neuen UHD-Handheld mit kleinem Sensor vorgestellt: Obwohl das eine Gerätekategorie ist, die viele schon tot wähnten.






Camcorder, Panasonic, AG-CX10, Totale, © Nonkonform
Das fest integrierte 24fach-Zoomobjektiv reicht in puncto Brennweite von 4,12 bis 98,8 mm. Umgerechnet auf Kleinbildverhältnisse sind das rund 25 bis 600 mm.
Eckdaten: Sensor/Objektiv

Auch wenn kleinere Sensoren mittlerweile nicht mehr in Mode sind, weil es damit schwierig ist, schöne Unschärfen zu erzeugen, hat die große Schärfentiefe auch ihre Vorteile — selbst bei geöffneter Blende muss man sich weniger Sorgen um die Schärfe machen, vor allem wenn man reportageartig arbeitet oder News dreht und dabei auch unter einem gewissen Zeitdruck steht. Dank Live-Streaming bietet sich dieser Camcorder auch als »Einer-für-Alles« an, etwa für Youtuber, die im Stile eines Videoblogs drehen oder weitgehend dokumentarisch arbeiten.

Der Sensor bietet exakt die erforderliche Auflösung von 8,29 Millionen effektiven Pixel, die man für UHD braucht. Ein DCI-4K-Format oder Raw-Aufzeichnung bietet der Camcorder ohnehin nicht, weshalb sich weitere Diskussionen über die Auflösung erübrigen.

Camcorder, Panasonic, AG-CX10, Detail, © Nonkonform
Der CX10 dürfte das weitwinkligste Objektiv auf dem Markt in seiner Bauform und -größe bieten.

Das fest integrierte 24fach-Zoomobjektiv reicht in puncto Brennweite von 4,12 bis 98,8 mm, umgerechnet auf Kleinbildverhältnisse sind das rund 25 bis 600 mm. Das ist einerseits schon nahe dran an einem recht starken Weitwinkel und stellt auch im Telebereich schon einiges dar. Mehr braucht man für dokumentarische Zwecke meistens gar nicht.

Für Dreharbeiten im Stile einer Doku-Soap in sehr engen Wohnräumen mit mehreren Protagonisten reicht die WW-Leistung sicherlich nicht, es ist aber auch in einem kleinen Raum zumindest eine amerikanische Einstellung bis zu den Knien machbar.

Camcorder, Panasonic, AG-CX10, © Harrer
Weitwinkel des Objektivs und LED-Leuchte harmonieren nicht richtig gut miteinander: Die LED-Leuchte hat trotz Diffusor einen Hotspot, und das sieht zusammen mit der Vignettierung bei 25 mm WW-Position in 1 m Abstand zur Wand so aus.

Im Vergleich mit anderen Camcordern in diesem Formfaktor dürfte der CX10 das weitwinkligste Objektiv auf dem Markt mitbringen. Die minimale Objektdistanz ist mit 10 cm am weitwinkligen Ende auch recht eindrucksvoll.

Im Gegensatz zu Bridgekameras wie der FZ2000 mit 1-Zoll-Sensor bleibt das Weitwinkel aber auch bei UHD-Aufnahmen vollständig erhalten, und das ist gerade hier ein enormer Unterschied.

Camcorder, Panasonic, AG-CX10, © Harrer
Der 24fache Zoom bietet viel Brennweite auf wenig Platz. Vom Weitwinkel 4,1 mm (25 mm in KB) oben bis Tele 98,9 mm (600 mm in KB) unten.

Die Lichtstärke des Objektivs wandert — wie üblich in dieser Bauform und Preiskategorie — abhängig vom Zoomfaktor: Was bei Blende 1.9 im Weitwinkel anfängt, endet bei 4.0 im Telebereich (ab 560 mm). Am Weitwinkelende ist der Camcorder also vergleichsweise lichtstark. Der Abfall von mehr als zwei Blenden im Telebereich ist zwar ärgerlich, aber aufgrund der 24fachen Brennweite kaum zu vermeiden und immer noch vergleichsweise gut.

Wer eine kontinuierliche Blende über den gesamten Zoombereich erzielen will, muss also auf F4 abblenden, was in den meisten Fällen kein Problem sein dürfte, da man diese Zoomstrecke sowieso fast nur bei Außenaufnahmen nutzen kann. Bei kurzen Zoomfahrten in Innenräumen reicht es meist, mit Blende F2.8 zu drehen.

Camcorder, Panasonic, AG-CX10, Menü, © Nonkonform
Die Drehrichtung der Objektivringe ist wählbar.

Der Camcorder verfügt über einen 5-Achsen-Bildstabilisator, der sogar in Regionen bis ungefähr 500 mm (KB) noch kurzzeitig ruhige Aufnahmen aus der Hand erlaubt. Jenseits solcher Zoompositionen wird es schon sehr schwierig, eine Aufnahme auch nur fünf Sekunden ruhig zu halten.

Neben dem normalen Stabilisierungsmodus gibt es auch noch einen extremen Modus, der hier etwas helfen kann, dann aber auch wirklich stark anruckt, wenn man es nicht mehr schafft, die Kamera ruhig genug zu halten. Zudem gibt es auch einen Stativmodus, der die Kamera nur vertikal stabilisiert und bei Schwenkbewegungen keinen — oder kaum einen —zusätzlichen, sanft dämpfenden Abbremseffekt erzeugt.

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Eckdaten — Sensor, Objektiv
Seite 3: Eckdaten — Aufzeichnung, Audio, Ausstattung
Seite 4: Bedienung, Handling
Seite 5: Display/Sucher/Monitoring, Funktionen/Menüs

Seite 6: Aufnahmemodi/ Lowlight
Seite 7: Fazit

 

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Autor
Christoph Harrer, Nonkonform

Bildrechte
Harrer (24), Nonkonform (28)

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