Display, Report, Top-Story, Trend: 26.02.2015

Echt scharf: 4K-Profimonitore

Hersteller aus dem Consumer-Bereich werben schon längst mit Displays in 4K-Auflösung. Stück für Stück zieht auch der Profibereich nach und nimmt 4K-Monitore ins Programm auf. Dabei decken die Anbieter ganz unterschiedliche Einsatz- und auch Preisbereiche ab. Eine Auswahl aktueller 4K-Monitore für Studio, Produktion und Postproduktion.

»Die Hersteller aus der Consumer-Elektronik wollen den Endkunden neue, noch größere Displays verkaufen und nachdem das Thema Stereo-3D nicht so richtig zündete, forcieren sie nun schon geraume Zeit das Thema 4K/UHD.« Solche oder ähnliche Rückschlüsse kann man des öfteren hören und lesen — und sie haben letztlich sicher einen wahren Kern. Aber mit dem steigenden Aufkommen an 4K-Produktionen wächst natürlich auch der Bedarf an Monitorlösungen in der Live-Produktion, am Set und im Ü-Wagen.

Dieser Beitrag stellt aktuell und in Kürze verfügbare 4K-Displays vor, die sich für den Einsatz in Regie, Ü-Wagen und Studioumfeld eignen. Eine Tabelle mit den wichtigsten Eckdaten aller aufgeführten Monitore steht am Ende des Artikels als PDF zur Verfügung. Weitere 4K-Monitore für andere Zwecke präsentiert film-tv-video.de in separaten Artikeln.

Canon: 4K-Referenzmonitor DP-V3010

Canon hat mit dem DP-V3010 einen 4K-Referenzmonitor im Programm, der über einen vom Hersteller selbst entwickelten und gefertigten Bildprozessor verfügt. Er soll für eine gleichbleibend hochwertige Wiedergabe von Helligkeit und Farbe sorgen und sich damit besonders für anspruchsvolle Aufgaben in der Postproduktion eignen.

Der DP-V3010 bietet eine 4.096 x 2.560 Auflösung und kann mit seinem IPS-LCD-Panel unskaliert DCI-4K-Video (4.096 x 2.160) wieder­geben. Der 30-Zoll-Referenzmonitor bietet einen 178 Grad Bildwinkel. Während des Betriebs gleicht sich der DP-V3010 automatisch hinsichtlich Farbe und Helligkeit an und ermöglicht eine kontinuierlich hochwertige und zuverlässige Kontrolle auf hohem Niveau, so der Hersteller.

Panasonic: 4K-Profimonitor BT-4LH310

Panasonic stellte den BT-4LH310 in einer ersten Version bereits während der NAB2013 vor. Nun ist der professionelle 4K-Monitor erhältlich – zu einem Netto-Listenpreis von knapp 26.000 Euro.

Der neue 4K-Monitor hat eine Bildschirmdiagonale von 31 Zoll und nutzt ein 10-Bit-IPS-Panel mit einer nativen Auflösung von 4.096 x 2.160 Bildpunkten, was einem Bildseitenverhältnis von 17:9 entspricht. Somit kann der Monitor Videosignale mit der vollen 4K-Auflösung von 4.096 x 2.160 Bildpunkten darstellen.

Durch die Verwendung des IPS-LCD-Panels (In-Plane Switching) besitzt der Monitor einen weiten Betrachtungswinkel von 178 Grad, sowohl horizontal als auch vertikal. Zudem lassen sich mit dem Panel bis zu 1,07 Milliarden Farben darstellen. Ein 3D-LUT und eine 6-Achsen-Farbkorrektur wirken Farb-Phasenverschiebungen entgegen, die durch unterschiedliche Helligkeitspegel entstehen können. Die Farbwiedergabe des BT-4LH310 entspricht dem Standard DCI (P3). Für die Zukunft kündigt Panasonic zudem eine LUT-Upload-Funktion an.

Anschlussseitig bietet der Monitor von Panasonic 4 x 3G-SDI / HD-SDI-Inputs. Die SDI-Signale können an vier Loop-Through-Ausgängen unverändert abgegriffen werden. Zudem besitzt der Monitor je zwei HDMI– und Display-Port-Eingänge.

Der Panasonic BT-4LH310 bietet eine Vielzahl an Features, mit denen sich das Videosignal und das Bild kontrollieren lassen. Um etwa die Schärfe eines 4K-Bildes zuverlässig beurteilen zu können, bietet der Monitor eine Peaking-Funktion sowie eine 4-fach-Auschnittsvergrößerung. Um die Helligkeit und den Signalpegel zu überwachen, steht eine Zebra-Funktion und eine Y-Map zur Verfügung, die die Helligkeitsverteilung im Bild anhand definierter Farbabstufungen anzeigt. Ebenfalls verfügbar sind Waveform– und Vektorskop-Anzeigen. Weiter ist es möglich, dem Monitorbild eine Audio-Pegelanzeige zu überlagern, die Embedded-Audio-Signale darstellt. Auch diverse Marker zur Anzeige von Title-Safe und Action-Safe lassen sich einblenden.

Eine Besonderheit des Panasonic BT-4LH310 ist die Quad-Display-Funktion, die sich im Zusammenspiel mit 2K– und HD-Signalen aktivieren lässt: Dank der 4K-Auflösung des Monitors können damit bis zu vier 2K-Signale mit 2.048 x 1.080 oder vier HD-Signale mit 1.920 x 1.080 zur gleichen Zeit angezeigt werden. Wie von einem Multiviewer gewohnt, wird die gesamte Monitorfläche in vier gleichgroße Fenster unterteilt, in denen dann die jeweiligen Signale dargestellt werden. Außerdem kann die Quad-Display-Funktion genutzt werden, um beispielsweise die zu einem Eingangssignal gehörenden Waveform-, Vektorskop- und Peaking-Anzeigen gleichzeitig einzublenden.

Sony: 4K-Monitoring mit dem PVM-X300

Sony hat sein Broadcast-Portfolio um einen mobilen Monitor erweitert, der sich aus der Sicht des Herstellers für Kameraregie, Sendevorschau, On-Set-Monitoring oder Schnitt eignet. Der 30-Zoll-Monitor PVM-X300 bietet eine Auflösung von 4.096 x 2.160.

Sony hebt besonders die Farbtreue und Bildqualität des Monitors hervor. Der PVM-X300 ist mit einem 10-Bit-RGB-Panel ausgestattet und kann den gesamten Farbraum ITU-R BT.709 darstellen. Die IPS-Technologie des PVM-X300 ermöglicht zudem einen besonders großen Betrachtungswinkel.

Durch die große Anzahl an Videoeingängen lässt sich der PVM-X300 an eine Vielzahl von 4K-Videoquellen direkt anschließen und unterstützt unterschiedliche Anzeigemodi. Zur Ausstattung gehören außerdem Funktionen wie automatischer Weißabgleich (mit Unterstützung für die wichtigsten Farbmessgeräte am Markt), Camera Assist (Fokus auf Farbe, Zoom) sowie Stereo-Audio (Line-Ausgang, Stereolautsprecher, Kopfhörerbuchse).

Darüber hinaus harmoniert  der PVM-X300 mit dem neuen 4K-Player Sony BKM-XP1, der 4K-Material von SxS-Speicherkarten abspielen kann: Der Player lässt sich direkt auf die Rückseite des X300 montieren. 4K-Material, das in XAVC kodiert auf der SxS-Karte abgelegt ist, kann dann mit dem Player abgespielt und auf dem X300-Monitor wiedergegeben werden. Der Netto-Listenpreis des Players liegt bei 2.490 Euro.

Sony: 4K-Referenzmonitor BVM-X300

Sony bezeichnet den BVM-X300 als Referenzmonitor und er stellt tatsächlich das Flaggschiff der professionellen Monitorreihe von Sony dar. Zwar kann der Schirm den erweiterten Farbraum BT.2020 nicht vollständig abdecken, aber er gehört unter den 4K-Monitoren zum Besten, was man derzeit im Markt erhalten kann.

Der OLED-Monitor beeindruckt neben der Farbwiedergabe auch besonders durch die gegenüber LED-Schirmen um Klassen bessere Schwarzwiedergabe. Kurze Pixel-Reaktionszeiten und ein vergleichsweise breiter Betrachtungswinkel runden das Bild ab.

Der BVM-X300 bietet einen Modus mit hohem Dynamikbereich sowie eine breite Farbskala, die DCI-P3 abdeckt und der Empfehlung ITU-R BT.2020 nahe kommt. Darüber hinaus werden S-Gamut3.cine und S-Gamut3 unterstützt.

Das OLED-Panel des BVM-X300 ist mit 4.096 x 2.160 Bildpunkten ausgestattet. Der Monitor kann verschiedene Formate wie 4K, 2K, UHD und HD bei verschiedenen Bildwiederholfrequenzen darstellen.

SonoVTS: TFT32Q4

Der TFT32Q4 von SonoVTS bietet eine Bildschirmdiagonale von 31,5 Zoll sowie UHD-Auflösung. Der lüfterlose Monitor weist aufgrund des Aluminiumgehäuses ein geringes Gewicht auf. Der Hersteller hat einen automatischen Farb­abgleich integriert, um Weißwert und Gammakurve präzise kalibrieren zu können. Konfiguration und Abgleich finden über den Netzwerkanschluss statt. Monitoreinblendungen sind via TCP/IP möglich.

Die Farbtemperatur gibt der Hersteller mit 6.500 K an, wobei ein Abgleich von 3.200 bis 9.300 K möglich ist. Vielfältig sind die Eingänge: Hier bietet der Monitor HDMI, 3G-SDI und Display-Port.

TV Logic: LUM-300 W

TV Logic hat mit dem LUM-300 W einen 31-Zoll-Monitor im Programm, der native 4K-Auflösung bietet. Der Monitor gibt laut Hersteller 97 % des DCI-P3 Farbraum wieder, er beherrscht Pixel-Mapping und unterstützt Bildfrequenzen von 48, 50 und 60 Hz. Firmware-Updates lassen sich bei diesem Monitor via Ethernet oder USB einspielen. Anschlussseitig ist der LUM-300 W gut bestückt: neben vier HDMI-Eingängen bietet er auch vier 3G-SDI-Eingänge und zwei Display-Ports.

Dieser Artikel ist auch als Teil eines 4K-Sonderhefts von film-tv-video.de verfügbar. Das gedruckte Heft oder das PDF können Sie hier bestellen.

Downloads zum Artikel:

4K_Studio_Profimonitore.pdf

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Autor
C. Gebhard, G.Voigt-Müller
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