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Kurz und knackig – KW 25/2026

Fußball: Quotenrekord. Musk: Billionär als Gewaltanstifter? SAFENet: Bündnis für souveräne Netze. Pig: ORF-Chef. Experten: Schutzkonzept statt Verbote. DNA-Novelle: Netzneutralität erhalten.
Unternehmen
Der größte Börsengang der US-Geschichte brachte Elon Musk 75 Mrd. $ (64,8 Mrd. €). Er besitzt zwar »nur« gut 40% der Aktien, kontrolliert die Firma über 80% der Stimmrechte aber allein. SpaceX war zunächst mit rund 1,77 Bio. $ 6. der wertvollsten US-Firmen nach Nvidia (5 Bio. $), Apple, Alphabet, Microsoft und Amazon. Der Konzern bilanzierte 2025 ein Defizit von knapp 5 Mrd. $.
Sofort nach dem Börsengang beförderte auch die Übernahme von Anysphere für 60 Mrd. $  (52 Mrd. €) den Börsenkurs von SpaceX, der den von Amazon überholte. Die Plattform »Cursor« des KI-StartUps liefert Tools, die Codezeilen schreiben oder korrigieren und so die Softwareentwicklung beschleunigen.
Wie erwartet hat die Kartellrechtsabteilung des US-Justizministeriums die Fusion von Paramount Skydance und Warner Discovery ohne Auflagen durchgewinkt, berichtet »Variety«. Die Übernahme werde »voraussichtlich nicht zu einer Schädigung des Wettbewerbs oder der amerikanischen Verbraucher führen wird«, hieß es zur Begründung. Behörden von zehn US-Bundesstaaten hatten für den Fall Kartellklagen angekündigt.
Lachlan Murdochs TV-Gruppe übernimmt den Hersteller von Streaming-Technik Roku samt weltweit 100 Mio. Kunden, wirksam ab dem ersten Halbjahr 2027. Vom Kaufpreis von 160 $ je Aktie werden 96 $ in bar gezahlt, was einen Firmenwert von 22 Mrd. $ ergibt. Fox Corp. will 73% am Gemeinschaftsunternehmen halten, um seine Digitalstrategie voranzutreiben.
Unter neuer Führung beginnt ein massiver Stellenabbau mit hunderten Stellen in der Nachrichtenredaktion. Dort arbeitet etwa ein Viertel der 20.000 Beschäftigten. »Financial Times« rechnet mit 2.000 Entlassungen, um ein Zehntel der Ausgaben zu sparen.
Der Kölner Produktionsdienstleister Act Headquarter Media GmbH meldete wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Insolvenz an. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist RA Gollnick, Köln.
Broadcast
Mit HandyStarTV hat die Freenet-Gruppe ein eigenes Produkt in der von der Tochter Media Broadcast betriebenen DVB-T2 HD-Plattform FreenetTV platziert. Der frei empfangbare Shoppingkanal verkauft Mobilfunkverträge und Smartphones. Die Übertragung erfolgt im Ballungsraum-Multiplex Freenet TV 3.
Fußball (inter)national
Das 7:1 der deutschen Mannschaft gegen Curaçao sahen laut AGF-Forschung im Schnitt 23,43 Mio. Zuschauer (70,2%) im ZDF; den Vorlauf ab 18 Uhr schalteten 11,48 Mio. ein. Die werberelevanten Zielgruppen waren mit 81,5% bzw. 63,9% beteiligt. 10 Mio. sahen in Deutschland das Eröffnungsspiel Mexico vs. Südafrika. Der US-Auftakt gegen Paraguay hatte dort bei Fox, Tubi und Fox One knapp 10 Mio. Zuschauer. Diesen Rekord des US-Fußballs ergänzen neun Mio. Zuseher dreier spanischsprachiger Kanäle.
Die Telekom-Plattform stattet die Übertragungen aller 104 WM-Spiele – rund 1.000 Programmstunden – mit Dolby Vision und Dolby Atmos aus. UHD und HDR sowie Low-Latency-Streaming sollen die Wertigkeit des Angebots unterstreichen.
Der Satelliten-Betreiber unterstützt weltweit Broadcaster und andere Partner mit der Übertragung von Signalen der FIFA-WM über Satellit, Glasfaser und IP-Netze. Das nutzen ARD, ZDF und ORF (frei empfangbar) sowie – im kostenpflichtigen Paket HD+ – das neue DFB-TV über Astra 19,2 Grad Ost.
Der weltweit aktive Dienstleister produziert den internationalen Feed der 63 DFB-Pokalspiele der Herren in der Saison 2026/27. Englischsprachige Kommentare, Grafiken und Zusatzcontent werden remote aus London zugefügt.
Streaming
Der japanische UE-Riese schaltete Internetfunktionen in 71 Produkten der Jahre 2010 bis 2016 ab. Auch Besitzern von Soundbars, AV-Receivern, BD-Playern und WLAN-Lautsprechern wurde der Zugang zu Netflix, Prime Video, Spotify und anderen Diensten versperrt.
Künstliche Intelligenz
Trotz zuletzt lobender Worte von Donald Trump verlangt das US-Handelsministerium, Ausländern aus Gründen der nationalen Sicherheit die neuen KI-Modelle »Fable 5«  und »Mythos 5« nicht zugänglich zu machen. So wurde die komplette Abschaltung beider Systeme erzwungen. »Mythos 5« erkennt u.a. Software-Schwachstellen. Anthropic verweigert der US-Regierung den Einsatz seiner Produkte gegen die eigene Bevölkerung.
Die Bundesnetzagentur wird künftig zentrale Anlaufstelle für die KI-Regulierung. Damit setzt der Bundestag die europäische KI-Verordnung um: Nationale Institutionen sollen Verbraucher schützen und einen verantwortungsvollen Umgang mit KIs fördern.
Ghostwriting
Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« entfernte einen Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) aus dem Netz, nachdem das Portal »fragdenstaat« mittels der Software Pangram den Verdacht äußerte, der Text sei durch KI entstanden. Auf Befragen der Redaktion habe die Staatskanzlei nur »allgemeine Hinweise« gegeben.
Digitalminister Wildberger nutzt KI für Reden und Gastbeiträge. Wie eine Sprecherin gegenüber »Die Zeit« bestätigte, sei das eine »Unterstützung, weil er überzeugt ist, dass Deutschland den produktiven und zugleich maßvollen Umgang mit KI schnell lernen muss«.
Die Berliner Zeitung entfernte Texte ihres ehemaligen Herausgebers und Chefredakteurs Casdorff, der dort bis auf Weiteres nicht publizieren wird. Dies, nachdem bekannt wurde, er habe Meinungstexte durch KI erstellen lassen. Casdorff entschuldigte sich.
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
Die Auswertung der Top-50-Kinofilme von 2025 schließt 12 deutsche (Ko-)Produktionen ein – eine Verdopplung zu 2024. Zwar brachten die 50- bis 59-Jähringen mit 16% den höchsten Zuwachs an die Kassen, jedoch stellten die 10- bis 19-Jährigen trotz Rückgang auf 20% eine wichtige Zuschauergruppe. 63% planten ihren Kinobesuch Tage im Voraus, jedoch kauften nur 35% ihre Tickets im Vorverkauf.
Die Filmförderungsanstalt vergab 4,3 Mio. € an 67 Projekte zur Modernisierung von Kinos, drei Maßnahmen zur Beratung von Kinos sowie acht zur Filmbildung Jugendlicher. Neben dem Neubau des Kinos Pfefferberg in Berlin wurden u.a. Umbauten zur Barrierefreiheit, neue Projektoren, Bildwände, Server, Tonanlagen und die Erneuerung von Bestuhlung und Bodenbelägen sowie der Einbau von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen unterstützt.
Radio, Audio

Seit 2018 bemühen sich die Campusradios und nichtkommerziellen Sender in NRW um die parallele Verbreitung über DAB+, was inzwischen alle kommerziellen UKW-Sender dürfen. Die Campusradios setzen dabei u.a. auf Small-Scale- bzw. Open Source-Sendetechnik nach Rostocker Vorbild. Für einen Pilotversuch will die Medienanstalt LfM jetzt Frequenzen beantragen.
Die Zweiländeranstalt sortiert ihre Digitalprogramme und führt fünf neue Themen-Streams für SWR1 und zwei für SWR4 ein. Der UKW-Füllsender 98,6 MHz Vaihingen/Enz für SWR Kultur wurde abgeschaltet.
Spaniens ÖR-Familie will DAB+ u.a. mit bis zu sechs exklusiven Wellen vorantreiben. Nach 20 Debattenjahren liegt ein Einführungsplan der  Regierung vor. RTVE soll bis 2029 80% und vernetzte Fahrzeuge versorgen.
Medienpolitik
Die 26 Experten (je 13 vom Bundestag und der Bundesregierung eingesetzt) empfehlen ein »risikobasiertes Schutzkonzept« statt Zugangslimitierungen zu sozialen Medien. Diese Angebote seien wichtig für Jugendliche. Der Jugendschutz sei »mit ihren digitalen Teilhabe- und Befähigungsinteressen in Ausgleich zu bringen«.
Medienrecht, Gesetze, Urteile
Organisationen der Branchen Medien und Technologie, des Verbraucherschutzes und gesellschaftlicher Teilhabe warnen die EU-Kommission. Der Entwurf des »Digital Networks Act« greife durch den Verzicht auf Kontrolle der Netze die Netzneutralität an. Auch der effektiv funktionierende Interconnection-Markt sei bedroht.
Internationales
In der »Sovereignty Alliance for European Network Technology« wollen die Hersteller Fritz, Devolo, Lancom und TDT die Regulierung der Netzwerktechnik im Sinne der digitalen Unabhängigkeit Europas forcieren. 93% des europäischen Webverkehrs laufen über Router, den Markt besetzen zu 40% jedoch chinesische Hersteller. Eine »Router and Network Technology Security Toolbox« soll europaweit Sicherheit und Kontrolle der Netze vorbereiten.
Laut »Center for Countering Digital Hate« (London) teilte Elon Musk zahlreiche Beiträge rechtsextremer Aktivisten auf X und generierte für sie 64 Mio. Aufrufe. Laut einem weiteren Bericht der NGO vervierfachten sich auf Facebook die gewalttätigen Drohungen gegen US-Kongressabgeordnete, nachdem Meta im Januar 2025 die Moderation herunterfuhr.
Das Antennenfernsehen Freeview TV ist auch nach 2034 unverzichtbar, so ein Statement britischer TV-Sender. 10 (nicht laut Regierung 5) Mio. Haushalten drohten zusätzliche Ausgaben von 300 £ (rund 347 €) pa für neue Geräte und Verträge. Aktuelle Abschaltpläne seien »ein beispielloses Spiel« mit »Millionen Haushalten, die täglich davon abhängig sind«.
Kanada folgt dem australischen Vorbild und will Jugendlichen unter 16 den Zugang zu Social Media versperren sowie die Kontrolle KI-erzeugter Inhalte regulieren. »Die Sicherheit von Kindern darf kein bloßer Nebengedanke sein«, so die Regierung.
Auch England will unter 16-Jährigen den Zugang zu Social Media verbieten. »Soziale Medien machen Kinder unglücklich«, so PM Starmer. Ein vollständiges Verbot sei trotz mancher Vorteile richtig, wird er zitiert. U.a. gehe es um TikTok, Snapchat und Instagram.
Die Guardia di Finanza identifizierte vier Personen, die Content aus PayTV und Streams illegal für 10 € bis 40 € an rund 2.800 Kunden verkauften. Der Schaden betrage 650.000 €. Benutzt wurde die IPTV-App »Ibo Player Pro« für TV, Smartphones und Computer. Auch identifizierte User müssen mit Strafen bis 5.000 € rechnen.
Nach der Verabschiedung eines Gesetzes, das die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Anstalt LRT einschränkt, üben internationale Organisationen, darunter die EBU, weiterhin Kritik. Trotz Verbesserungen gegenüber dem Entwurf werden Gremien und die Einsetzung und Abberufung von Führungspersonen weiterhin von politischen Vertretern dominiert.
Personalia
Nach der Übernahme durch MFE wird das Führungskonzept umstrukturiert. Die bisherigen Senderchefs werden in eine »Content Factory« eingebaut. Hanns Hiller (Pro7) leitet die Show & Comedy-Bereiche, Marc Rasmus (Sat.1) Fiktion, Reality, Factual und Factual Entertainment. Andere Senderchefs »repräsentieren« nun ihre Kanäle. Arne Neumann (Content Strategy & Windowing) verantwortet senderübergreifende Strategien und Planungen.
Clemens Pig, seit 2016 CEO der Nachrichtenagentur APA, wurde mit 21 von 35 Stimmen des Stiftungsrats zum Generaldirektor der ÖR-Anstalt Österreichs gewählt. Er übernimmt am 1.1.2027 von Ingrid Turnher, die seit März als Interimschefin fungiert.
Nach 10 Jahren bekommt die britische Sendeanstalt wieder einen Vize-Generaldirektor. Rhodri Talfan Davies verantwortet u.a. redaktionelle Strategien und Standards und die Publikumsbindung. Er arbeitet mit dem neuen Generaldirektor Matt Brittin zusammen.

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